Arbeitszeitdebatte, Mercedes-Chef

Arbeitszeitdebatte: Mercedes-Chef fordert Abkehr von 35-Stunden-Woche

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das LAGeSo Berlin besetzt eine HR-Stelle mit Fokus auf Personalmarketing. Die Vergütung liegt bei bis zu 5.644 Euro monatlich.

Berliner LAGeSo sucht Recruiter: Gehalt bis 5.644 Euro
Ein sauberer, moderner Schreibtisch in einem hellen Büro mit Laptop und Notizbuch als Symbol für moderne Arbeitsbedingungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) in Berlin hat eine unbefristete Position für eine Recruiterin oder einen Recruiter mit dem Schwerpunkt Personalmarketing ausgeschrieben. Wie aus der am 12. August 2026 veröffentlichten Bekanntmachung hervorgeht, ist die Stelle unter der Kennziffer L 19/2026 dotiert und sieht ein monatliches Gehalt zwischen 4.038 und 5.644 Euro vor. Die Bewerbungsfrist für diese Position endet am 31. August 2026.

Strategische Neuausrichtung in der Personalakquise

Mit der Ausschreibung reagiert die Berliner Behörde auf den wachsenden Bedarf an Fachkräften im öffentlichen Sektor. Die gesuchte Person soll den Fokus vor allem auf das Personalmarketing legen, um die Arbeitgebermarke des Landesamtes zu stärken. Die Gehaltsspanne orientiert sich an den geltenden Tarifstrukturen des öffentlichen Dienstes und unterstreicht die Bemühungen, wettbewerbsfähige Konditionen für spezialisierte HR-Fachkräfte zu bieten.

Die Suche nach qualifiziertem Personal ist dabei nicht auf den öffentlichen Dienst beschränkt. Auch in anderen Regionen und Branchen bleibt die Nachfrage hoch.

So wurden Mitte August 2026 in der Region Breddorf verstärkt Fachkräfte aus technischen und handwerklichen Bereichen gesucht, darunter Architekten, Bauingenieure, Heizungstechniker sowie Elektroniker und Gärtner, wobei für diese Tätigkeiten durchweg eine Fahrerlaubnis der Klasse B vorausgesetzt wird.

Betriebliche Altersvorsorge als Wettbewerbsvorteil

Im Ringen um Fachkräfte gewinnen standardisierte Benefits wie die betriebliche Altersvorsorge (bAV) zunehmend an Bedeutung. Ein zentrales Element in der aktuellen Debatte ist das sogenannte Sozialpartnermodell.

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Beate Petry verwies in einem Fachbeitrag Mitte Juli 2026 auf die Vorteile dieses kollektiven Ansatzes, der auf einer reinen Beitragszusage basiert. Das Modell, das durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz bereits seit 2018 ermöglicht wird, umfasst mittlerweile rund 30 tarifvertragliche Regelungen.

Zu den Vorzügen dieser Form der Vorsorge zählen laut Experten höhere Renditechancen durch eine kollektive Kapitalanlage und eine effektive Risikoteilung.

Zudem zeichne sich das Modell durch lebenslange Leistungen und eine hohe Kosteneffizienz aus. Parallel dazu drängen moderne Lösungen auf den Markt. Das im Jahr 2021 in Offenburg gegründete Startup DYNO bietet beispielsweise provisionsfreie, ETF-basierte bAV-Verträge an.

Über 600 Unternehmen, darunter die Franz Binder GmbH aus Neckarsulm mit rund 2000 Mitarbeitern, nutzen diesen Dienst bereits. Dabei investieren Beschäftigte in Indizes wie den MSCI World und steuern ihr Portfolio eigenständig, während der Arbeitgeber eine laufende Grundgebühr übernimmt.

Politische Rahmenbedingungen und Arbeitszeitmodelle

Flankiert wird die Marktentwicklung durch politische Maßnahmen zur Stärkung der Tarifbindung. Das Bundeskabinett verabschiedete im Juli 2026 einen Nationalen Aktionsplan. Dieser beinhaltet unter anderem das seit dem 1. Mai 2026 geltende Bundestariftreuegesetz sowie steuerliche Anreize für Gewerkschaftsmitglieder, die bereits seit Anfang des Jahres in Kraft sind. Zudem sieht der Plan ein digitales Zugangsrecht für Gewerkschaften und eine elektronische Arbeitszeiterfassung vor.

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Gleichzeitig verschärft sich die Bddeatte um die Wochenarbeitszeit. Während die IG Metall und die SPD Forderungen nach einer Abschaffung der 35-Stunden-Woche entschieden zurückweisen, plädieren Vertreter der Industrie für eine Flexibilisierung. So forderte der Mercedes-Aufsichtsratschef Brudermüller eine Abkehr von der 35-Stunden-Woche ohne vollen Lohnausgleich.

IG-Metall-Tarifvorständin Boguslawski bezeichnete solche Vorstöße hingegen als verdeckte Lohnkürzungen. Aktuell arbeiten rund 20 Prozent der Beschäftigten 35 Stunden oder weniger, während die durchschnittliche tarifliche Wochenarbeitszeit bei 37,8 Stunden liegt. Vor diesem Hintergrund wird die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie im Herbst mit Spannung erwartet.

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