Arbeitszeitgesetz: Koalition flexibilisiert Regeln und weitet Sonntagsarbeit aus
02.07.2026 - 15:05:26 | boerse-global.de
Die Regierung will das Arbeitszeitgesetz flexibilisieren und Sonntagsarbeit ausweiten. Ein endgĂŒltiges Gesetz soll noch im Sommer kommen.
Bundeskanzler Merz kĂŒndigte an, dass die Koalition von einer tĂ€glichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umschwenken will. Diese Flexibilisierung soll aber nur dort gelten, wo TarifvertrĂ€ge existieren. Konkrete Ănderungen gibt es bereits fĂŒr den Dienstleistungssektor.
BĂ€ckereien und Bibliotheken profitieren
Ab dem 1. Januar 2027 dĂŒrfen BĂ€ckereien und Konditoreien sonntags bis zu acht Stunden öffnen. Auch Bibliotheken bekommen mehr Spielraum â kĂŒnftig sind bis zu sechs Stunden am Sonntag drin. Im Gegenzug steigen die ZuschlĂ€ge fĂŒr Sonn- und Feiertagsarbeit.
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Der Plan: Mehr Service fĂŒr Kunden, mehr FlexibilitĂ€t fĂŒr Betriebe. Doch nicht jeder freut sich darĂŒber. Gewerkschaften hatten zuletzt scharf gegen die Ausweitung der Sonntagsarbeit protestiert.
Schluss mit telefonischer Krankschreibung
Ein harter Brocken fĂŒr Arbeitnehmer: Die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft. Schon ab dem ersten Krankheitstag ist ein Ă€rztlicher Attest nötig. Die Regierung kĂŒndigte zudem hĂ€rtere Sanktionen gegen Ărzte an, die missbrĂ€uchlich AU-Bescheinigungen ausstellen.
Parallel dazu lockert die Koalition das Befristungsrecht. Die sachgrundlose Befristung wird auf 48 Monate verlÀngert. Innerhalb dieser Zeit sind bis zu sechs VertragsverlÀngerungen erlaubt. Arbeitgeber bekommen damit mehr Planungssicherheit.
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Steuerentlastung und höhere Spitzensteuer
Ab 2027 sollen Steuerzahler entlastet werden â mit rund 10 Milliarden Euro pro Jahr. Der Grundfreibetrag steigt schrittweise auf 12.900 Euro bis 2028. Das Kindergeld klettert auf 272 Euro.
Doch die Rechnung geht nicht fĂŒr alle auf: Ab 250.000 Euro Jahreseinkommen greift kĂŒnftig ein Steuersatz von 45 Prozent. Wer mehr als 280.000 Euro verdient, zahlt 47 Prozent. Die sogenannte Reichensteuer wird also deutlich verschĂ€rft.
Staatliche Wohnbaugesellschaft kommt
Der Wohnungsmarkt soll neuen Schwung bekommen. Die Koalition plant die GrĂŒndung einer staatlichen Wohnbaugesellschaft. Gleichzeitig wird die Vergesellschaftung privater Wohnungsunternehmen auf Landesebene verboten â ein klarer DĂ€mpfer fĂŒr Initiativen wie in Berlin.
Ob das Paket die Wirtschaft wirklich ankurbelt? Experten sind gespalten. WÀhrend einige von einem wichtigen Signal gegen die Stagnation sprechen, warnen andere vor einer sozialen Schieflage. Merz selbst betonte das Ziel, Deutschland wirtschaftlich zu stÀrken und mehr Dynamik auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen.
