Arbeitszeitgesetz-Reform, Stunden

Arbeitszeitgesetz-Reform: Bis zu 73,5 Stunden pro Woche geplant

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 03:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gewerkschaft kritisiert geplante Flexibilisierung der Höchstarbeitszeit und sieht massive Belastungen fĂŒr Familien und Gesundheit.

NGG warnt: Reform des Arbeitszeitgesetzes gefÀhrdet BeschÀftigte
Eine Schreibtisch-Uhr auf einem modernen BĂŒroarbeitsplatz symbolisiert den Achtstundentag. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten (NGG) hat bundesweit Alarm geschlagen: Die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes gefĂ€hrde den Schutz von Millionen BeschĂ€ftigten. Vor allem Eltern und pflegende Angehörige wĂŒrden massiv belastet.

ReformplÀne: Bis zu 73,5 Stunden pro Woche

Die Bundesregierung will die tĂ€gliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Betrachtung ersetzen. KĂŒnftig soll ein regulĂ€res Limit von 48 Wochenstunden gelten – in AusnahmefĂ€llen sogar bis zu 73,5 Stunden. Die NGG lehnt das in mehreren regionalen Stellungnahmen, unter anderem aus Niedersachsen, Baden-WĂŒrttemberg und ThĂŒringen, entschieden ab.

„Der Achtstundentag darf nicht als Schutzwall fĂŒr die BeschĂ€ftigten fallen“, warnt die Gewerkschaft. Besonders in Branchen mit unregelmĂ€ĂŸigen Arbeitszeiten sei die Planbarkeit des Feierabends essenziell fĂŒr gesellschaftliche Teilhabe.

Kinderbetreuung: LĂŒcke wird grĂ¶ĂŸer

Ein zentrales Argument: Die Infrastruktur bei der Kinderbetreuung hinkt bereits heute hinterher. Die NGG verweist auf Daten des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Im Landkreis Konstanz liegt die Betreuungsquote fĂŒr unter DreijĂ€hrige bei 34 Prozent – der Bedarf aber bei 46 Prozent. In Frankfurt am Main stehen 45 Prozent Quote einem Bedarf von 52 Prozent gegenĂŒber. In lĂ€ndlichen Regionen wie dem Wartburgkreis oder der Uckermark klafft die LĂŒcke noch tiefer: Dort liegt der Bedarf bei bis zu 65 Prozent.

Die Gewerkschaft warnt: Bei lĂ€ngeren Arbeitstagen wĂŒrde die Organisation der Kinderbetreuung fĂŒr viele Familien zusammenbrechen. Gleiches gelte fĂŒr die Pflege von Angehörigen, die laut Erhebungen von 51 Prozent der Frauen und 41 Prozent der MĂ€nner geleistet wird.

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Unfallrisiko verdoppelt sich nach zwölf Stunden

Auch die gesundheitlichen Risiken sind enorm. Die Konzentration nehme nach acht Stunden deutlich ab, so die NGG. Nach zwölf Stunden Arbeitszeit verdoppele sich das Unfallrisiko. LĂ€ngere Arbeitstage seien daher kein geeignetes Mittel gegen den ArbeitskrĂ€ftemangel – sie steigerten die Belastung des vorhandenen Personals nur ĂŒberproportional.

Wirtschaft fordert mehr FlexibilitÀt

GegenlÀufige Positionen kommen aus Industrie und Handwerk. Mercedes-Benz forderte eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit auf 40 Stunden ohne Lohnausgleich. Branchenvertreter verweisen auf die Krise: Die Produktion liegt rund 15 Prozent unter dem Hoch von 2018. Allein 2025 wurden in der Automobilindustrie 50.000 Stellen gestrichen.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) drĂ€ngt ebenfalls auf mehr FlexibilitĂ€t, etwa durch die Aufhebung des Sonntagsbackverbots fĂŒr BĂ€ckereien. Es gehe nicht um die Abschaffung des Achtstundentags, sondern um praxisnahe Anpassungen.

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Überlange Arbeitswochen: RealitĂ€t fĂŒr Millionen

Daten aus dem Jahr 2025 zeigen: FĂŒr 7,1 Prozent der VollzeitbeschĂ€ftigten sind mehr als 48 Stunden pro Woche bereits RealitĂ€t. Besonders betroffen sind SelbststĂ€ndige mit Angestellten (44,5 Prozent) und SoloselbststĂ€ndige (23 Prozent). Bei Angestellten liegt der Anteil bei 4,1 Prozent. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit betrĂ€gt 40,2 Stunden.

AuffĂ€llig ist der Generationenunterschied: Bei den 55- bis 64-JĂ€hrigen leistet fast jeder Zehnte ĂŒberlange Arbeitszeiten, bei den 15- bis 24-JĂ€hrigen sind es nur 1,4 Prozent.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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