Auch Laschet fordert EU-UnterhĂ€ndler fĂŒr Ukraine-GesprĂ€che
Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 14:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Der Vorschlag von MinisterprĂ€sidentin Meloni ist sehr wichtig. Und er zeigt die ganze Unklarheit und Zersplitterung der europĂ€ischen AuĂenpolitik", sagte Laschet der in Mailand erscheinenden italienischen Zeitung "Corriere de la Sera".
Meloni hatte sich mit ihrem Vorschlag in einem Brief an EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa gewandt. "Was ich weiterhin fordere, ist, dass ein fĂŒr alle Mal entschieden wird, wer am Verhandlungstisch im Namen der EuropĂ€ischen Union sitzt und mit welchem Mandat", schrieb Meloni.
Die italienische Regierungschefin hatte in ihrem Schreiben erklĂ€rt, ein "uneinheitliches Vorgehen mit Initiativen, die sich gegenseitig jagen und ĂŒberschneiden", werde Europa "weder bei unseren Partnern helfen noch bei jenen, die wir davon ĂŒberzeugen mĂŒssen, eine sinnlose Aggression zu beenden". Laschet pflichtete ihr bei.
US-GeschĂ€ftsleute sprechen in Moskau ĂŒber Zukunft Europas
"Ich hoffe, dass der Vorschlag von Frau Meloni aufgegriffen wird, dass man einen europĂ€ischen Beauftragten ernennt, der dann auch autorisiert ist, fĂŒr die EuropĂ€ische Union mit der Ukraine und mit Russland zu reden." Bisher unterhalte jedes EU-Mitglied seine eigenen diplomatischen Kontakte, wĂ€hrend "Herr Witkoff und Herr Kushner als amerikanische GeschĂ€ftsleute ĂŒber die Zukunft Europas in Moskau reden", klagte Laschet.
Zur Frage, wer fĂŒr die EuropĂ€er sprechen solle, hielt sich Laschet bedeckt. "Da will ich gar keine NamensvorschlĂ€ge machen. Das kann auch eine Person sein, die im Moment nicht zu den Aktiven gehört und die man beauftragt", sagte er der Zeitung. Die Entscheidung mĂŒsse aber auf jeden Fall im EuropĂ€ischen Rat unter FĂŒhrung von Costa am 17. und 18. Dezember getroffen werden.
Laschet forderte Estland, Lettland und Litauen auf, sich in dieser Frage zu bewegen. "Die Balten haben bisher immer alle GesprĂ€che abgelehnt", kritisierte er. Die baltischen Staaten und auch Polen stehen einer einheitlichen VerhandlungsfĂŒhrung, die ihre Sicherheitsinteressen auĂer Acht lassen könnte, jedoch skeptischer gegenĂŒber. Sie fĂŒrchten, dass die westeuropĂ€ischen Staaten ĂŒber die Köpfe der direkt an Russland grenzenden LĂ€nder hinweg einen fĂŒr Moskau zu positiven Kompromiss aushandeln könnten.
