Mangel, Luftverteidigung

Mangel an Luftverteidigung: Stoltenberg beruft Nato-Ukraine-Rat ein

17.04.2024 - 16:25:17

Auf Bitten der Ukraine hin beruft Nato-GeneralsekretÀr Jens Stoltenberg an diesem Freitag eine Sitzung des Nato-Ukraine-Rats ein.

Es werde darum gehen, den dringenden Bedarf der Ukraine an mehr Luftverteidigungssystemen und Artilleriegeschossen anzugehen, sagte Stoltenberg am Mittwoch in BrĂŒssel. An der Tagung sollten der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj und die Verteidigungsminister der Mitgliedstaaten teilnehmen. Ob sie per Videokonferenz oder auch als ein physisches Treffen organisiert wird, war zunĂ€chst nicht bekannt.

Selenskyj hatte zuvor den Wunsch geĂ€ußert, den Nato-Ukraine-Rat fĂŒr eine bessere Verteidigung des Luftraums seines Landes nach israelischem Vorbild einzuberufen. Die Ukraine werde dabei den Antrag auf Lieferung von Flugabwehrsystemen und Raketen stellen, sagte er in einer am Dienstagabend in Kiew verbreiteten Videobotschaft. Auch die Menschen in der Ukraine hĂ€tten einen Anspruch auf Schutz vor Terror, argumentierte Selenskyj mit Blick auf die Luftverteidigung in Israel, die iranische LuftschlĂ€ge am Wochenende erfolgreich abgewehrt hatte. Die Ukraine beklagt immer wieder schwere SchĂ€den nach heftigem Beschuss durch Russland auch mit Drohnen iranischer Bauart.

Die Ukraine sei den gleichen Raketen- und Drohnenangriffen ausgesetzt, die Menschenleben mĂŒssten ĂŒberall gleich geschĂŒtzt werden, sagte Selenskyj. Die Ukraine kĂ€mpfe weiter darum, echte Hilfe von den VerbĂŒndeten zu bekommen.

Stoltenberg machte am Mittwoch deutlich, dass er die entschlossene UnterstĂŒtzung der Ukraine in der aktuellen Situation fĂŒr wichtiger hĂ€lt als das ErfĂŒllen von BĂŒndniszielen fĂŒr das Vorhalten von Waffen und Munition. Wenn die VerbĂŒndeten derzeit vor der Wahl stĂŒnden, ob sie die FĂ€higkeitsziele der Nato erfĂŒllen oder mehr Hilfe an die Ukraine leisten sollten, sei die Botschaft klar, erklĂ€rte Stoltenberg. Diese laute, mehr UnterstĂŒtzung in die Ukraine zu senden.

Der Nato-Ukraine-Rat war zum ersten Mal im vergangenen Jahr beim Nato-Gipfel in Litauen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs zusammengekommen. Das neue Gremium wurde fĂŒr den Austausch in Krisensituationen geschaffen. Zudem soll es eine engere Zusammenarbeit ermöglichen, bis die Voraussetzungen fĂŒr eine Aufnahme der Ukraine in die Nato erfĂŒllt sind. Zu diesen zĂ€hlen unter anderem ein Ende des russischen Angriffskrieges und Reformen in der Ukraine.

@ dpa.de