Stellantis nach Kehrtwende bei US-E-Autos in roten Zahlen
06.02.2026 - 10:29:25Der Opel-Mutterkonzern Stellantis ist angesichts eines teuren Umbaus weg von seinem US-Elektroautokurs im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gerutscht und will keine Dividende zahlen. Das ZurĂŒcksetzen der Strategie gehe einher mit einer Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen, zu dem auch die Marken Fiat und Chrysler gehören, in Amsterdam mit.Â
Knapp 15 Milliarden Euro davon gehen drauf fĂŒr die Umkehr bei Elektroautos auf dem wichtigen US-Markt, weil der Konzern infolge der von US-PrĂ€sident Donald Trump gestrichenen Elektroautoförderung und geĂ€nderter Abgasrichtlinien Modelle streicht und mit den technischen Plattformen kĂŒnftig wohl weniger Geld verdienen wird. Die Aktie sackte krĂ€ftig ab.
Aktie verliert deutlich
Nach dem Handelsauftakt verlor das Papier in Paris zuletzt knapp ein FĂŒnftel und fiel zeitweise auf ein Rekordtief. Bereits am Vortag hatte der Kurs fast sechs Prozent eingebĂŒĂt.Â
FĂŒr die Kehrtwende werden ĂŒber die kommenden Jahre auch Auszahlungen von Finanzmitteln in Höhe von 6,5 Milliarden Euro bei Stellantis fĂ€llig - dieses Jahr will das Management daher keine Dividende an die AktionĂ€re ausschĂŒtten. Zudem will sich das Unternehmen frisches Geld in Höhe von bis zu 5 Milliarden Euro ĂŒber die Ausgabe neuer Anleihen besorgen, um die Bilanz zu stĂ€rken.
Probleme in den USA
Die Neuordnung der Strategie kommt fĂŒr den Vielmarkenkonzern (unter anderem Fiat, Chrysler, Peugeot, Jeep, Alfa Romeo, Opel) mit seinem starken US-Standbein nicht unerwartet - die groĂen US-Rivalen Ford und General Motors hatten ihrerseits bereits Milliarden wegen des von der US-Regierung geĂ€nderten Elektroautokurses abgeschrieben.Â
Stellantis trifft es allerdings in einer kritischen Phase: Der Konzern war in den USA in einen Strudel aus schwachen VerkĂ€ufen und sinkenden Preisen geraten und musste teuer gegensteuern, Ex-Chef Carlos Tavares verlor darĂŒber seinen Job. In Nordamerika hat das Unternehmen in aller Regel den Löwenanteil seines Gewinns erzielt.
Der neue Chef Antonio Filosa sieht laut Mitteilung erste Anzeichen der Besserung: Im zweiten Halbjahr 2025 seien die VerkÀufe im Jahresvergleich um 11 Prozent auf 2,8 Millionen Fahrzeuge gestiegen.


