BeschrÀnkungen, Glyphosat

BeschrĂ€nkungen fĂŒr Glyphosat gelten weiter

14.06.2024 - 13:29:37

Auf europĂ€ischen Äckern darf das umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat weiter eingesetzt werden - doch in Deutschland gelten dafĂŒr engere Vorgaben. Die sind nun dauerhaft besiegelt.

FĂŒr den Unkrautvernichter Glyphosat gelten nach der erneuten EU-Zulassung in Deutschland weiterhin AnwendungsbeschrĂ€nkungen. Das legt eine Verordnung von Bundesagrarminister Cem Özdemir (GrĂŒne) fest, der der Bundesrat mit einigen Änderungen zustimmte. Untersagt ist demnach der Einsatz in Haus- und KleingĂ€rten und in Wasserschutzgebieten. In der Landwirtschaft bleiben die Vorsaat- und Nacherntebehandlung auf Äckern und ein flĂ€chiger Einsatz auf Wiesen verboten. Die Verordnung löst eine befristete Eilverordnung dauerhaft ab.

Keine Mehrheit in der LĂ€nderkammer fand eine Empfehlung des Agrarausschusses, Wasserschutzgebiete aus dem Anwendungsverbot herauszunehmen. Das Ministerium erklĂ€rte, mit der Fortschreibung der bestehenden Bestimmungen könnten sich Landwirtinnen und Landwirte auf bewĂ€hrte Regeln zum Einsatz des Totalherbizids verlassen. Gleichzeitig werde sichergestellt, dass Glyphosat nicht dort eingesetzt werde, wo die Natur besonders sensibel sei oder die natĂŒrlichen Ressourcen besonderen Schutz benötigten wie etwa in Wasserschutzgebieten.

Die Eilverordnung hatte ein eigentlich zum 1. Januar 2024 greifendes nationales Glyphosat-Verbot aufgehoben, das mit der erneuerten EU-Zulassung rechtlich keinen Bestand mehr hatte. Auch sonst auslaufende BeschrĂ€nkungen wurden damit ĂŒbergangsweise fortgeschrieben. Die EU-Kommission hatte die Zulassung um zehn Jahre bis 2033 verlĂ€ngert. Die Behörde traf die Entscheidung, nachdem es unter den EU-Staaten keine Mehrheit dafĂŒr oder dagegen gab. Deutschland enthielt sich.

Streit gibt es unter anderem darĂŒber, ob Glyphosat krebserregend sein könnte. Zudem stehen Gefahren fĂŒr die Umwelt im Raum. Eine aufwendige Untersuchung der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (Efsa) hatte jĂŒngst keine inakzeptablen Gefahren gesehen, aber auf DatenlĂŒcken in mehreren Bereichen hingewiesen.

@ dpa.de