Statistiker: Energie und Nahrungsmittel dÀmpfen Inflation
11.07.2024 - 10:49:06Stabile Preise fĂŒr Energie und Nahrungsmittel haben auch im Juni die Inflation in Deutschland gedĂ€mpft. Das Statistische Bundesamt bestĂ€tigt vorlĂ€ufige Daten, nach denen die Verbraucherpreise im Juni 2,2 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen haben - nach 2,4 Prozent im Mai.Â
Ăberdurchschnittliche Preiserhöhungen beobachte man hingegen weiterhin bei Dienstleistungen, erklĂ€rt Destatis-PrĂ€sidentin Ruth Brand. Ohne Energie und Nahrungsmittel betrĂ€gt die sogenannte Kerninflation aktuell 2,9 Prozent und liegt damit erstmals seit Februar 2022 wieder unterhalb der 3-Prozent-Marke. GegenĂŒber dem Vormonat Mai seien die Preise im Juni insgesamt um 0,1 Prozent gestiegen.
Dass die Preise fĂŒr Dienstleistungen 3,9 Prozent höher sind als vor einem Jahr, liegt unter anderem an den Versicherungen (+12,3 Prozent), der Gastronomie (+6,8 Prozent) oder den AutowerkstĂ€tten (+6,2 Prozent). Die Netto-Kaltmieten zogen um 2,2 Prozent an.Â
Sinkt die Inflation in Deutschland wie auch im Euroraum insgesamt, gibt das der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) im Jahresverlauf Spielraum fĂŒr weitere Leitzinssenkungen. Sie senkte im Juni erstmals seit der Inflationswelle im WĂ€hrungsraum die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Rund um den Wert von zwei Prozent Preissteigerung sieht die EZB die angestrebte PreisstabilitĂ€t gewahrt.
Trend zu stabilen Preisen dĂŒrfte sich im Sommer fortsetzenÂ
Nach EinschĂ€tzung von Ăkonomen dĂŒrfte sich der Trend zu stabilen Preisen im Sommer fortsetzen: Sie erwarten schon bald Raten unter zwei Prozent. WĂ€hrend sich vor allem Dienstleistungen im Juni krĂ€ftig verteuerten, wurde Energie binnen Jahresfrist um 2,1 Prozent gĂŒnstiger. Bei den Nahrungsmitteln gab es nach krĂ€ftigen PreisaufschlĂ€gen nur noch moderate ZuwĂ€chse (plus 1,1 Prozent).Â
Langfristig betrachtet sind die nun dÀmpfenden Gruppen aber deutlich teurer geworden als der gesamte Warenkorb, der modellhaft zur Darstellung der Preisentwicklung zusammengestellt wird. Demnach ist Energie aktuell mehr als 47 Prozent teurer als im Jahr 2020. Nahrungsmittel haben sich seitdem um 33 Prozent verteuert, wÀhrend der gesamte Verbraucherpreisindex nur um 19,4 Prozent zulegte.
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