Condor will mit erneuerter Flotte Verlustzone verlassen
25.04.2025 - 12:09:44Die Fluggesellschaft Condor will mit neuem GeschĂ€ftsmodell und einer runderneuerten Flotte die Verlustzone verlassen. Im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr 2023/24 (30. September) hat die Airline unter dem Strich aber noch einen Verlust von 62 Millionen Euro eingeflogen und damit den Vorjahreswert nahezu halbiert, wie das Management berichtet.Â
Nach internen operativen Kennzahlen habe man bereits einen Gewinn erzielt, erklÀren Condor-Chef Peter Gerber und Finanzvorstand Björn Walther. Condor bilanziert derzeit noch nach deutschem Handelsrecht HGB, das mit der internationalen Rechnungslegung IFRS nur schwer vergleichbar ist. Die GesamtertrÀge stiegen im Vergleich zum vorhergehenden GeschÀftsjahr um gut 15 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Bei einer Platzauslastung von 91,6 Prozent stieg die Zahl der Passagiere um knapp 8 Prozent auf gut 8,5 Millionen.
Bald reine Airbus-Flotte
Im laufenden GeschĂ€ftsjahr sei man erstmals mit einer vollstĂ€ndig von Boeing auf neue Airbus-Jets umgestellten Langstreckenflotte unterwegs und profitiere vom gröĂeren Sitzangebot wie vom verlĂ€sslicheren und sparsameren Betrieb der Flugzeuge. Im ersten Quartal des neuen GeschĂ€ftsjahrs (Oktober bis Dezember 2024) sei der operative Gewinn von 52 auf 113 Millionen Euro gewachsen. Eine Prognose fĂŒr das laufende Jahr gibt Gerber aber nicht ab. Nach dem Sommer 2025 soll auch der letzte Boeing-Jet auf der Kurzstrecke zugunsten von Airbus A320neo ausscheiden.Â
Der einstige Ferienflieger Condor stand in jĂŒngerer Zeit bereits zweimal kurz vor dem Aus: Sowohl nach der Pleite des einstigen Mutterkonzerns Thomas Cook als auch in der Corona-Krise wurde das Unternehmen vom deutschen Staat gerettet. Mit an Bord ist seit 2021 der britische Finanzinvestor Attestor, der insbesondere die Flottenumstellung finanziert. Die Hilfskredite der Förderbank KfW sollen planmĂ€Ăig bis September 2026 zurĂŒckgezahlt werden.Â
Mehr GeschÀftskunden
Auch unter Druck des groĂen Konkurrenten Lufthansa baut Condor derzeit ein europĂ€isches Kurzstreckennetz auch auĂerhalb der klassischen Urlaubsziele auf. Mit diesen FlĂŒgen sollen Umsteiger zum Drehkreuz Frankfurt gebracht sowie zusĂ€tzlich GeschĂ€ftskunden angesprochen werden. Eine kleine Sonderkonjunktur gebe es nach dem Tod des Papstes derzeit auf der Verbindung nach Rom, berichtet Gerber. Aber auch Wien und ZĂŒrich entwickelten sich gut. Das GeschĂ€ft nach Nordamerika schwanke aktuell stark, sei aber «in keiner Weise katastrophal».


