Aufstiegs-BAföG-Reform: Gebühren steigen auf 18.000 Euro ab 2027
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 12:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Doch eine Studie zeigt: Auch die „Dunkle Triade“ der Persönlichkeit spielt eine Rolle.
Die Kaminkarriere bleibt das Maß der Dinge
In deutschen Vorstandsetagen regiert die interne Beförderung. Laut einer Auswertung des Handelsblatt Research Institute (HRI) von Ende 2025 wurden fast zwei Drittel der DAX-40-Vorstände aus dem eigenen Unternehmen heraus befördert. Personalberater sehen drei entscheidende Faktoren für den Erfolg: interne Vernetzung, sichtbare Leistung und die richtige Förderung.
Kritik kommt dennoch auf. Führung werde oft als Verwaltung verstanden, nicht als inspirierende Leitung. Branchenexperten warnen zudem vor zu starker Fixierung auf interne Kandidaten. Fehlbesetzungen könnten Organisationen ausbremsen. Sie fordern mehr Offenheit für externe Bewerber, um frische Impulse zu setzen.
Machiavellismus als Karrierebooster
Parallel zu strukturellen Faktoren zeigt eine Studie der Universität Trier vom 16. Juli: Psychologische Merkmale beeinflussen den Aufstieg messbar. Die Autoren Uwe Jirjahn und Mehrzad Baktash untersuchten den Effekt der „Dunklen Triade“ – Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie.
Das Ergebnis: Machiavellistische Züge erhöhen die Wahrscheinlichkeit für einen Management-Aufstieg um 31 Prozent. Der Machiavellismus-Score liegt bei Führungskräften 14,5 Prozent höher als bei Beschäftigten ohne Führungsrolle. Für Narzissmus und Psychopathie fanden die Forscher dagegen keinen vergleichbaren Effekt.
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Große Lücken bei Frauen und Ostdeutschen
Trotz Fortschritten bleiben Repräsentationslücken bestehen. Ein Bericht der Bundesregierung vom 16. Juli zeigt: Ostdeutsche stellen 20 Prozent der Bevölkerung, besetzen aber nur 8,8 Prozent der Abteilungsleiterstellen in Bundesministerien. In obersten Bundesbehörden stieg der Anteil in vier Jahren immerhin von 14 auf 15,5 Prozent.
Auch bei Frauen tut sich etwas – langsam. Eine Studie der Zeppelin-Universität Friedrichshafen vom April 2026 beziffert den Frauenanteil in kommunalen Chefetagen auf 23,4 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Bei DAX-40-Unternehmen lag der Anteil laut Allbright-Stiftung im September 2025 bei 25,7 Prozent.
Eine Langzeitanalyse von LMU und Universität zu Köln zeigt: Bei den 600 größten europäischen Börsenunternehmen stieg der Frauenanteil im Topmanagement zwischen 2014 und 2023 um 9,2 Prozentpunkte.
Politik reformiert Aufstiegswege
Das Bundeskabinett beschloss am 15. Juli eine Reform des Aufstiegs-BAföG, die am 1. August 2027 in Kraft treten soll. Die maximalen Lehrgangs- und Prüfungsgebühren steigen von 15.000 auf 18.000 Euro. Der Darlehenserlass nach bestandener Prüfung erhöht sich auf 60 Prozent.
Ein weiteres Vorhaben: die „Job-to-Job-Erprobung“. Beschäftigte sollen bis zu vier Wochen bei einem neuen Arbeitgeber schnuppern können, ohne das bestehende Arbeitsverhältnis zu kündigen. Das Ziel: mehr berufliche Mobilität und erleichterte Wechsel in Führungspositionen.
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KI verändert die Anforderungen
Technologische Entwicklungen verschieben die Erwartungen an Führungskräfte. In technologieorientierten Unternehmen gewinnen Eigenschaften wie Neugier und Wirkungsorientierung an Bedeutung. KI kann die Leistungsfähigkeit massiv steigern – und lässt Grenzen zwischen klassischen Rollen wie Design, Ingenieurwesen und Produktmanagement verschwimmen.
Wer in diesem Umfeld aufsteigen will, braucht vor allem eins: hohe Anpassungsfähigkeit an neue Arbeitsweisen.
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