Corona-Topf der EU: Zur Halbzeit erst Drittel der Gelder ausgezahlt
21.02.2024 - 17:43:10 | dpa.deVon 800 Milliarden Euro gingen bis Ende 2023 lediglich knapp 225 Milliarden Euro an die Mitgliedsstaaten, wie die fĂŒr die Verwaltung der Gelder zustĂ€ndige EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Um Geld zu erhalten, mĂŒssen die LĂ€nder PlĂ€ne fĂŒr Investitionen und Reformen umsetzen.
Deutschland hat zuletzt Ende Dezember vier Milliarden Euro bekommen, davor eine Vorfinanzierung in Höhe von 2,25 Milliarden Euro. Das Geld soll etwa fĂŒr den Ausbau der ElektromobilitĂ€t und Wasserstoffprojekte genutzt werden. Insgesamt wird Deutschland nach Berechnungen der EU-Kommission 28 Milliarden Euro abrufen können.
Programm lÀuft bis Ende 2026
Der beispiellose kreditfinanzierte Fördermitteltopf mit dem Namen Aufbau- und ResilienzfazilitĂ€t (ARF) wurde 2021 geschaffen, um die wirtschaftlichen SchĂ€den durch die Corona-Pandemie zu bewĂ€ltigen. Er lĂ€uft bis Ende 2026. FĂŒr das Programm wurden in der EU erstmals im groĂen Stil gemeinsam Schulden gemacht. Einen Teil des Geldes bekommen die LĂ€nder als ZuschĂŒsse, die nicht zurĂŒckgezahlt werden mĂŒssen, den Rest als Darlehen. Ende 2058 sollen die Schulden spĂ€testens beglichen sein. Die gröĂten Summen gehen an besonders hart getroffene LĂ€nder wie Italien und Spanien.
Um die Hilfen zu erhalten, mĂŒssen Mitgliedsstaaten einen Plan mit konkreten Investitions- und Reformvorhaben vorlegen. Die Gelder sind leistungsabhĂ€ngig und sollen erst dann gezahlt werden, wenn zugesagte Etappenziele und Zielwerte bei der Umsetzung von geplanten Reformen und Investitionen erreicht wurden.
Laut Kommission besteht noch Verbesserungsbedarf
EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen sagte, mit einer "einzigartigen Kombination von Reformen und Investitionen" trage das Programm dazu bei, nationale Herausforderungen anzugehen und die Umsetzung der gemeinsamen PrioritĂ€ten fĂŒr eine grĂŒne, inklusive, digitale, resiliente und wettbewerbsfĂ€hige EU zu beschleunigen. Gleichzeitig bestehe noch Verbesserungsbedarf, hieĂ es von der Kommission. Angemessene VerwaltungskapazitĂ€ten in den Mitgliedstaaten und eine enge Einbeziehung der regionalen und lokalen Behörden und Sozialpartner seien fĂŒr eine zĂŒgige Umsetzung zentral.
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