Ausbildung, Azubis

Ausbildung und KI: 61% der Azubis nutzen Tools zum Lernen

18.06.2026 - 00:48:12 | boerse-global.de

Modulare Zusatzqualifikationen und Pilotprojekte bereiten Auszubildende auf den KI-Einsatz in der Arbeitswelt vor.

KI-Revolution in der Ausbildung: Neue Wege für Azubis
Ausbildung - Junge Auszubildende arbeiten gemeinsam an einer holographischen Projektion von KI-Algorithmen in einem modernen Klassenzimmer. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bildungseinrichtungen, Verbände und Unternehmen setzen auf modulare Zusatzqualifikationen, praxisnahe Wettbewerbe und langfristige strukturelle Veränderungen.

Modulare Qualifizierungen und gewerkschaftliches Engagement

Die IG Metall fördert KI-Zusatzqualifikationen für Auszubildende. Die Programme sind modular aufgebaut und praxisnah gestaltet. Sie lassen sich parallel zur regulären Ausbildung absolvieren. Ziel: Die Perspektive der Beschäftigten aktiv in die technologische Entwicklung einbringen.

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Der Hintergrund: Der Digitalisierungsgrad in der Wirtschaft klafft auseinander. Daten aus dem Jahr 2025 zeigen: 57 Prozent der Großunternehmen nutzen bereits KI-Anwendungen. Bei kleinen und mittleren Unternehmen sind es nur 25 Prozent.

Die Industrie- und Handelskammern erweitern ihr Angebot an Zertifikatslehrgängen. Zu den Profilen gehören KI-Manager, KI-Beauftragte oder Spezialisten für Recruiting und E-Commerce. Die Weiterbildungen fokussieren auf die strategische Einführung von KI im Betrieb und die Optimierung interner Prozesse durch Machine Learning und Natural Language Processing.

Praxisnahe Pilotprojekte und regionale Initiativen

In Bayern nahmen rund 150 Schüler an einer KI-Challenge teil. Sie trainierten ein KI-Modell zur Objekterkennung. Das Projekt wird vom KI-Produktionsnetzwerk der Universität Augsburg und der IHK Schwaben getragen. Nach erfolgreichem Abschluss soll es auf das gesamte Bundesland ausgeweitet werden.

Ähnliche Ansätze gibt es in Niedersachsen mit den Digitalen Lernallianzen. Knapp 100 Schüler bearbeiteten konkrete Aufgaben aus der Betriebspraxis. Die Ergebnisse überzeugen: Zwischen 70 und 75 Prozent der Projekte werden später in den Unternehmen umgesetzt – darunter KI-gestützte Ansätze für Behördenprozesse.

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Langfristige Strategien und schulische Infrastruktur

Die Stadt Wien plant gemeinsam mit der Wirtschaftskammer eine spezialisierte IT-HTL am Standort Wienerberg. Die Vienna Digital School soll zum Schuljahr 2029/30 ihren Betrieb aufnehmen. Jährlich rund 100 Absolventen sollen in Robotik, Data Science und IT-Sicherheit ausgebildet werden.

Bereits seit September 2025 gibt es Pilotprojekte an allgemeinbildenden Schulen. In Wien wurde ein Wahlpflichtfach für Künstliche Intelligenz und Digitalen Humanismus entwickelt – in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen.

Der Berufsschullehrerverband Baden-Württemberg mahnt strukturelle Defizite an. Es brauche gesicherte Finanzierungen für die digitale Infrastruktur. Auch die Bildungspläne und Notenverordnungen müssten angepasst werden, um KI-Kompetenzen flächendeckend zu verankern.

Status Quo der KI-Nutzung unter Auszubildenden

Eine IHK-Umfrage unter rund 6.300 Auszubildenden in Rheinland-Pfalz zeigt die aktuelle Rolle der Technologie. 61 Prozent der Befragten nutzen KI-Tools zum Lernen, etwa die Hälfte in ihrer Freizeit. Im betrieblichen Umfeld liegt die Anwendung bei nur 25 Prozent.

Die Ergebnisse unterstreichen den Wunsch nach mehr gesellschaftlicher Anerkennung für die berufliche Bildung. Drei Viertel der Azubis sind mit ihrer Betriebswahl zufrieden. Ein Drittel kritisiert jedoch die Qualität der schulischen Ausbildung.

Experten betonen: Der gezielte Einsatz von KI dient nicht nur der Kompetenzerweiterung. Er kann auch zur Entlastung bei Personalmangel beitragen und Fachkräfte unterstützen. Fachtagungen in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein widmen sich in den kommenden Wochen der Frage, wie KI als Treiber für die moderne Arbeitswelt fungieren kann.

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