ROUNDUP, Baerbock

Baerbock spricht mit palÀstinensischem MinisterprÀsidenten

25.06.2024 - 09:04:22

Außenministerin Annalena Baerbock berĂ€t mit dem palĂ€stinensischen MinisterprĂ€sidenten Mohammed Mustafa ĂŒber die kĂŒnftige Rolle der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde (PA).

Die PA könnte aus Sicht der GrĂŒnen-Politikerin in einer Nachkriegsordnung im Gazastreifen eine wichtige Rolle spielen. Bei dem GesprĂ€ch in Ramallah im Westjordanland geht es auch um die ReformbemĂŒhungen der Autonomiebehörde.

Vor dem Treffen mit Mustafa ließ sich Baerbock vom Leiter des deutschen VertretungsbĂŒros in Ramallah, Oliver Owcza, von einem Aussichtspunkt aus die Lage im Westjordanland und im Grenzgebiet zu Israel zeigen. Kritiker werfen vor allem den rechtsextremistischen Teilen der israelischen Regierung vor, die PA durch Einschnitte bei den israelischen Zahlungen an die Autonomiebehörde strangulieren zu wollen. Dadurch könnten etwa GehĂ€lter von PA-Bediensteten teils nicht mehr gezahlt werden.

Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich hatte kĂŒrzlich zudem angekĂŒndigt, er wolle der PalĂ€stinensischen Autonomiebehörde Mittel in Höhe von 32,5 Millionen Dollar (rund 30,3 Millionen Euro) vorenthalten und diese stattdessen an israelische Terroropfer auszahlen.

Auf der Herzlija-Sicherheitskonferenz bei Tel Aviv hatte Baerbock am Vorabend erklĂ€rt, wenn man wolle, dass die PA irgendwann die Rolle der legitimen Regierungsbehörde in Gaza ĂŒbernehme, mĂŒsse diese in der Lage sein, das zu gewĂ€hrleisten - auch mit Polizei- und SicherheitskrĂ€ften. Sie warnte: "In der gegenwĂ€rtigen Situation ist es gefĂ€hrlich und kontraproduktiv, etablierte PA-Strukturen zu zerstören und zu destabilisieren." Genau das bewirke aber die illegale Ausweitung israelischer Siedlungsprojekte im Westjordanland.

Baerbock will in Jerusalem auch mit ihrem Amtskollegen Israel Katz zusammenkommen. Vor dem Hintergrund wachsender Sorgen vor einer Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon fliegt Baerbock am Nachmittag in den Libanon weiter.

@ dpa.de