Baerbock fordert mehr Schutz vor Gewalt israelischer Siedler
08.01.2024 - 11:29:00"Es ist die Verantwortung der israelischen Regierung, bei Angriffen auf Menschen, die hier legitim wohnen und illegal angegriffen werden, den Rechtsstaat umzusetzen und durchzusetzen", sagte die GrĂŒnen-Politikerin am Montag beim Besuch einer palĂ€stinensischen Gemeinde im Westjordanland. Sie fĂŒgte hinzu, es sei die Verantwortung der israelischen Armee, die PalĂ€stinenserinnen und PalĂ€stinenser vor gewaltsamen Siedlern zu schĂŒtzen."
Die AuĂenministerin hatte sich zuvor die Situation der Menschen in einer palĂ€stinensischen Ortschaft schildern lassen, die von mehreren israelischen Siedlungen umgeben ist. Ein betroffener Landwirt schilderte unter anderem, dass er seine GemĂŒse- und Obstfelder nicht mehr bestellen könne, weil die Siedler StraĂen gesperrt und ihn und seine Familie gewaltsam angegriffen hĂ€tten. Die Israelis hĂ€tten ihn auch aus seinem Haus vertrieben, das in einem Tal zwischen der palĂ€stinensischen Ortschaft und der Siedlung liegt. WĂ€hrend des Besuches wurden Baerbock und ihre Delegation von einer offensichtlich von israelischen Siedlern gestarteten Drohne beobachtet.
Das, was um die Ortschaft im Westjordanland passiere, sei "illegal, unter israelischem Recht und illegal unter internationalem Recht", sagte Baerbock. Der Anstieg an Gewalt im Westjordanland seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober "zeigt auch: StabilitĂ€t in Gaza und im Westjordanland sind eng miteinander verknĂŒpft", sagte sie.
Die BundesauĂenministerin unterstrich ihre Forderung nach einer Zweistaatenlösung zwischen Israel und den PalĂ€stinensern. Sie betonte: "Der Siedlungsbau ist illegal. Er untergrĂ€bt den dauerhaften Frieden und gefĂ€hrdet die Zweistaatenlösung und gefĂ€hrdet damit auch die Sicherheit Israels." Mit Zweistaatenlösung ist gemeint, dass Israel und ein unabhĂ€ngiger, demokratischer PalĂ€stinenserstaat friedlich nebeneinander leben.
SpĂ€ter war in Ramallah ein Treffen mit dem palĂ€stinensischen AuĂenminister Riad al-Maliki geplant. Am Abend stand die Weiterreise nach Ăgypten auf dem Programm. Dort ist am Dienstag unter anderem ein Treffen mit AuĂenminister Samih Schukri vorgesehen. Am Mittwoch will Baerbock den Libanon besuchen, bevor sie von dort auf die Philippinen sowie nach Malaysia und Singapur fliegt.

