Baerbock, EU-Aufnahme

Baerbock: EU-Aufnahme der BalkanlÀnder im eigenen Interesse

04.12.2023 - 22:27:52

Außenministerin Annalena Baerbock sieht eine Aufnahme der sogenannten WestbalkanlĂ€nder in die EU angesichts des seit bald zwei Jahre andauernden russischen Kriegs in der Ukraine als wichtigen Beitrag zur Sicherheit Europas.

"Die LĂ€nder des westlichen Balkans gehören voll und ganz in unsere EuropĂ€ische Union. Das ist keine WorthĂŒlse, sondern in unserem ganz eigenen Sicherheitsinteresse", erklĂ€rte die GrĂŒnen-Politikerin am Montag vor ihrer Abreise zu einem eintĂ€gigen Besuch in Slowenien. Sie ergĂ€nzte: "Die EU kann sich angesichts Russlands Imperialismus mitten in Europa keine Grauzonen leisten."

Zu den LĂ€ndern des sogenannten Westbalkans gehören Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Montenegro und Serbien. Alle sechs LĂ€nder streben den Beitritt zur EU an, befinden sich dabei aber in unterschiedlichen Phasen. Mit Serbien, Nordmazedonien, Montenegro und Albanien verhandelt die EU schon ĂŒber einen Beitritt. Bosnien-Herzegowina gilt als Beitrittskandidat, Kosovo als potenzieller Beitrittskandidat.

In einer Welt, in der sich Krisen und Konflikte in Europas unmittelbarer Nachbarschaft ĂŒberlagerten, sei eine EU nötig, "die auch morgen und ĂŒbermorgen schnell und entschieden handelt und fĂŒr uns alle in Europa Sicherheitsanker bleibt", forderte Baerbock. DafĂŒr brauche es Reformen in den LĂ€ndern, die Teil der europĂ€ischen Familie werden wollten. "Zugleich muss die EU Wort halten und die nĂ€chsten Schritte im Erweiterungsprozess gehen, wenn die Bedingungen erfĂŒllt sind", ergĂ€nzte die Bundesaußenministerin.

Bei den GesprĂ€chen Baerbocks dĂŒrfte es auch um die EindĂ€mmung der illegalen Migration gehen. Zudem soll nach Angaben eines Sprechers des AuswĂ€rtigen Amts in Berlin auch die Lage im Nahen Osten eine Rolle spielen. Slowenien wird von Januar an fĂŒr zwei Jahre nicht stĂ€ndiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen sein.

@ dpa.de