Auto-Pass, Fahrzeugdokumentation

Auto-Pass ab November: EU schreibt digitale Fahrzeugdokumentation vor

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ab Ende 2026 müssen Neuwagen einen digitalen Umweltpass mit Batterie-Mindestwerten vorweisen. Die EU-Verordnung soll Transparenz schaffen.

EU führt digitalen Umweltpass für Neuwagen ein: Pflicht ab November 2026
Ein modernes Elektroauto in einer hellen, minimalistischen Prüfhalle als Symbol für den digitalen Umweltpass. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Union setzt einen neuen Standard für die Transparenz im Automobilsektor und führt zum Ende des laufenden Jahres eine digitale Dokumentationspflicht für Neufahrzeuge ein.

Ab dem 29.11.2026 wird der sogenannte Environmental Vehicle Passport (EVP) für alle neuen Fahrzeugtypen verpflichtend. Dieses digitale Dokument soll umfassende Daten über die ökologischen Merkmale und den technischen Zustand von Kraftfahrzeugen bündeln und für Verbraucher sowie Behörden zugänglich machen.

Verknüpfung mit der Euro-7-Norm und zeitlicher Stufenplan

Die Einführung des digitalen Umweltpasses steht in direktem Zusammenhang mit der Umsetzung der Euro-7-Abgasnorm. Laut Berichten von Fachmedien gelten die neuen Bestimmungen zunächst für neu homologierte Fahrzeugtypen, die ab dem 29.11.2026 auf den Markt kommen.

In einem zweiten Schritt wird die Pflicht zur Bereitstellung des EVP ausgeweitet: Ab dem 29.11.2027 müssen sämtliche Neuwagen über diesen digitalen Pass verfügen, unabhängig davon, wann die Typgenehmigung für das jeweilige Modell erteilt wurde.

Wichtig für Besitzer älterer Fahrzeuge ist der Ausschluss einer Rückwirkung. Die EU-Regelung sieht vor, dass für Bestandsfahrzeuge, die bereits vor den genannten Stichtagen zugelassen wurden, kein nachträglicher Pass ausgestellt werden muss. Der Fokus der Maßnahme liegt somit auf der künftigen Fahrzeugflotte und der Etablierung eines standardisierten Informationssystems für den Neuwagenmarkt.

Detaillierte Datenerfassung und Anforderungen an die Batteriekapazität

Der Environmental Vehicle Passport soll weit über die bisherigen Verbrauchsangaben hinausgehen. Zu den verpflichtenden Inhalten gehören neben dem Kraftstoff- beziehungsweise Stromverbrauch auch die CO2-Emissionen und die reale elektrische Reichweite bei Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Ein wesentlicher Bestandteil des EVP ist zudem die Dokumentation des Batteriezustands (State of Health).

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In diesem Zusammenhang legt die Europäische Union erstmals verbindliche Mindestwerte für die Haltbarkeit von Antriebsbatterien fest, die im Zeitverlauf überprüft werden können.

Die Verordnung sieht vor, dass die Batterie eines Elektrofahrzeugs nach einer Betriebsdauer von fünf Jahren oder einer Laufleistung von 100.000 Kilometern noch über mindestens 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität verfügen muss. Für einen längeren Zeitraum von acht Jahren oder eine Fahrleistung von 160.000 Kilometern wird ein Mindestwert von 72 Prozent Kapazität vorgeschrieben.

Bedeutung für den Markt und die Fahrzeughersteller

Die Einführung des EVP stellt Automobilhersteller vor die Aufgabe, die entsprechenden Datenerfassungssysteme direkt in die Fahrzeugelektronik zu integrieren. Da der Pass digital geführt wird, ermöglicht er eine fälschungssichere Dokumentation der Fahrzeugdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Branchenexperten weisen darauf hin, dass insbesondere die transparente Darstellung der Batteriealterung einen erheblichen Einfluss auf die Wertstabilität von gebrauchten Elektrofahrzeugen haben könnte.

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Während bisherige Angaben zum Batteriezustand oft auf herstellereigenen Diagnosesystemen basierten, schafft der EVP durch die Euro-7-Rahmung eine gesetzlich definierte Vergleichsgrundlage. Dies soll das Vertrauen der Konsumenten in die Elektromobilität stärken und gleichzeitig sicherstellen, dass die von den Herstellern beworbenen Umweltleistungen auch im realen Fahrbetrieb über Jahre hinweg nachvollziehbar bleiben.

Die genaue technische Umsetzung der digitalen Schnittstellen für den Abruf des Passes wird in den kommenden Monaten eine zentrale Rolle in der Produktionsvorbereitung der Automobilindustrie einnehmen.

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