Autoindustrie: Ifo-Stimmung sackt auf einen der schlechtesten Werte seit Jahren ab
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 11:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie ist im September deutlich abgesackt: Der entsprechende Ifo-Indikator fiel um 13 Punkte auf minus 35.
GeschÀftslage deutlich schlechter bewertet
Damit erreichte die Branchenstimmung einen der schlechtesten Werte seit Jahren. Besonders stark verschlechterte sich die Bewertung der aktuellen GeschÀftslage. Sie fiel von minus 6,1 auf minus 31,3 Punkte.
Die GeschĂ€ftserwartungen lagen mit minus 38,6 Punkten noch niedriger. GegenĂŒber August verschlechterte sich dieser Wert allerdings nur um 1,5 Punkte, weil er bereits zuvor sehr schwach gewesen war.
Exporthoffnungen drehen ins Negative
Deutlich nach unten ging es auch bei den Exporterwartungen. Im August hatten sie mit 17,4 Punkten noch klar im positiven Bereich gelegen. Im September rutschten sie auf minus 15,1 Punkte.
Weitere Kennzahlen geben nach
Auch die BeschĂ€ftigungserwartungen, die Ertragslage und der Auftragsbestand verschlechterten sich. âDie Automobilindustrie steckt weiterhin in der Kriseâ, sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
Struktureller Druck auf die Branche
Der Einbruch des Ifo-Indikators trifft eine Industrie, die zugleich mit schwacher Nachfrage, hohen Kosten und einem tiefgreifenden Technologiewechsel umgehen muss. FĂŒr deutsche Hersteller ist besonders bedeutsam, dass neben der aktuellen GeschĂ€ftslage auch Exporterwartungen, Auftragsbestand und BeschĂ€ftigungsperspektiven nachgeben.
Die Exportentwicklung ist ein zentraler Faktor, weil die deutsche Automobilwirtschaft stark in internationale Lieferketten und AbsatzmĂ€rkte eingebunden ist. Eine Verschlechterung der Erwartungen kann Investitionen bremsen und den Druck auf Werke, Zulieferer und BeschĂ€ftigte erhöhen. Der RĂŒckgang folgt zudem auf eine Phase, in der die Exporterwartungen noch deutlich positiv gewesen waren.
Bedeutung fĂŒr Verbraucher und BeschĂ€ftigte
FĂŒr Verbraucher bedeutet die schwache Branchenstimmung zunĂ€chst keine unmittelbare Ănderung bei Preisen oder Modellangeboten. Sie kann jedoch mittelbar Folgen haben, wenn Unternehmen Produktion, Investitionen oder Personalplanung anpassen. FĂŒr BeschĂ€ftigte und Regionen mit hoher Autoindustrie-AbhĂ€ngigkeit sind die gesunkenen BeschĂ€ftigungserwartungen deshalb besonders relevant.
Die weitere Entwicklung hÀngt davon ab, ob sich Auslandsnachfrage und Auftragslage stabilisieren und wie schnell die Unternehmen ihre Angebote an neue Antriebe und verÀnderte Wettbewerbsbedingungen anpassen. Der aktuelle Ifo-Wert markiert damit vor allem eine breite Verschlechterung der GeschÀftserwartungen, nicht allein ein Problem einzelner Hersteller.
