Automatisierung, Fertigung

Automatisierung in der Fertigung: Bis zu 50% weniger Rüstzeit

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 18:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue KI-, Kamera- und Robotiklösungen machen Produktionsabläufe transparenter, senken körperliche Belastungen und verbessern Qualität sowie Arbeitsschutz.

KI und Robotik verändern die industrielle Fertigung
Eine moderne, weitläufige Industriehalle mit automatisierten Fertigungslinien und metallischen Werkstücken bei Dämmerlicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und hochgradig automatisierten Verfahren markiert eine Zäsur in der industriellen Fertigung. Aktuelle Fachbeiträge von Anfang September verdeutlichen, dass moderne Kamerasysteme und Roboterlösungen nicht nur die Transparenz komplexer Abläufe erhöhen, sondern gezielt manuelle Belastungen für die Belegschaft reduzieren. Durch die Verknüpfung von Echtzeitdaten mit intelligenter Hardware entstehen neue Möglichkeiten zur Prozessoptimierung und Fehlervermeidung.

Echtzeitlokalisierung und Identifikation von Engpässen

Ein zentraler Aspekt der aktuellen Entwicklungen ist die Sichtbarkeit von Personen-, Material- und Prozessflüssen. Imago Technologies kooperiert hierzu mit Forschern des Fraunhofer-Instituts, um den offenen Ortungsstandard Omlox als Grundlage für eine KI-basierte Echtzeitlokalisierung zu nutzen.

Ziel dieser Technologie ist es, Abläufe in Produktion und Logistik objektiv bewertbar zu machen. Laut Dr.-Ing. Holger Flatt vom Fraunhofer IOSB-INA liegt das Hauptaugenmerk dabei auf den Übergängen zwischen den einzelnen Arbeitsschritten, da Engpässe häufig nicht an den Maschinen selbst, sondern in den Zwischenräumen der Prozesse entstehen.

Ergänzend dazu stellt German Edge Cloud eine Erweiterung seines Oncite-DPS-Systems vor. Mit den „Industrial AI Agents“ namens Pareto, Daedalus und Sentinel werden Funktionen wie Ursachenanalysen, Wissensmanagement und die Überwachung von Qualitäts- sowie Energiekennzahlen integriert. Diese Systeme lassen sich in bestehende MES- und ERP-Umgebungen einbinden und operieren auf einer in Deutschland ansässigen Cloud-Region.

Reduzierung körperlicher Belastungen durch Roboterassistenz

In der Materialbearbeitung führt die Automatisierung zu einer spürbaren Entlastung der Beschäftigten. Die Claus Queck GmbH setzt hierfür den KI-Schleifroboter EasyGrinder von Teqram ein, um das manuelle Verputzen von Brenn- und Plasmateilen zu ersetzen. Dies führe neben einer Entlastung der Belegschaft zu einer reproduzierbaren Oberflächenqualität nach dem P3-Vorbereitungsgrad.

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Auch Greif-Velox automatisiert mit dem System VeloDrum SafeClosure das Öffnen und Verschließen von Feingewinde-Spundverschlüssen bei Stahl- und Kunststofffässern in sechs überwachten Schritten.

Im Bereich der Blechbearbeitung präsentiert Trumpf die Roboterzelle TruLaser Weld 3000. Durch KI-Unterstützung sollen sich die Programmier- und Rüstzeiten um bis zu 50 % reduzieren lassen.

Schmalz ergänzt dieses Feld durch neue Vakuumtechnik, darunter eine elektrische Pumpe für mobile Roboter, die ohne Druckluft auskommt, und den Saugheber Gripster max, der für Werkstücke mit einem Gewicht von bis zu 120 kg konzipiert ist. Der dazugehörige Digital Engineering Service könne zudem die Konstruktionszeit um bis zu 80 % senken.

Intelligente Qualitätssicherung und Arbeitsschutz

Die Integration von KI in die Qualitätskontrolle wird durch Lösungen wie das Inline Vision & Weld System von Kramski, Kistler und Nidec SYS vorangetrieben. Das System kombiniert die Fehlerteilbehandlung mit einer automatisierten Teilekennzeichnung für Branchen wie die Medizintechnik und Elektromobilität.

Ähnliche Ansätze verfolgt AVT mit dem Modul AutoEdit AI für Druckinspektionssysteme. Die Software klassifiziert Fehler eigenständig in drei Kategorien und protokolliert sämtliche Korrekturen.

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Im Bereich der Anlageneffizienz setzt Ishida Europe auf die Überwachungsplattform Sentinel 5.0. Diese wandelt Produktionsdaten in Erkenntnisse um, um Produktverluste durch Überfüllung zu minimieren. Der zuständige Produktmanager Dean Ball wies darauf hin, dass insbesondere hohe Liniengeschwindigkeiten zu Abweichungen vom Zielgewicht führen können, was die Rentabilität beeinträchtige.

Auch der direkte Arbeitsschutz profitiert von digitaler Vernetzung. AST Arbeitssicherheit hat einen vernetzten Schutzhelm in das Portfolio aufgenommen, der über Sensoren für Echtzeit-Warnungen und einen NFC-Chip verfügt.

Parallel dazu digitalisiert die Graubner Industrie-Beratung die Arbeitsmittelprüfung über eine Cloud-Lösung namens PrüfExpress, die eine zentrale Verwaltung und mobile Durchführung der Prüfungen mittels QR-Codes ermöglicht. Für den Bereich der Gebäudesicherheit stellt Hekatron neue Brandmeldesysteme mit KI-basierten Projektierungshilfen und Wissens-Assistenten vor.

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