Bad Nauheim: Fast 1.700 neue Wohnungen bis 2040 sind nicht finanzierbar
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 09:36 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Bad Nauheim steht der Wohnungsbau vor gravierenden wirtschaftlichen Hürden. Wie aus einem Bericht von fnp.de vom 11. Oktober 2026 hervorgeht, ist der bis zum Jahr 2040 erforderliche Neubau von Wohnungen in der hessischen Kurstadt finanziell nicht darstellbar.
Basis dieser Einschätzung ist eine Wohnraumbedarfsanalyse des Wetteraukreises. Dieser Analyse zufolge werden in Bad Nauheim bis 2040 fast 1.700 neue Wohnungen benötigt, da die Bevölkerung im selben Zeitraum von 33.210 auf 35.450 Einwohner anwachsen soll.
Hohe Baukosten blockieren rentable Neubauprojekte
Der Hauptgrund für den Stillstand liegt in der Kluft zwischen den Erstellungskosten und den erzielbaren Mieten. Die Baukosten bewegen sich derzeit in einer Spanne von 4.000 bis 5.000 Euro pro Quadratmeter. Um solche Investitionen mit einer Rendite zu bewirtschaften, wären nach vorliegenden Berechnungen Mietpreise von 18 bis 20 Euro pro Quadratmeter erforderlich.
Diesen Anforderungen steht das tatsächliche Preisniveau am lokalen Markt gegenüber. Im Jahr 2024 befanden sich rund 800 zu vermietende Wohnungen am Markt. Dabei lag die durchschnittliche Miete im Neubausegment bei knapp 15 Euro pro Quadratmeter, während bei Neuvermietungen im Bestand ein Wert von 12,75 Euro pro Quadratmeter erzielt wurde. Ein neuer Marktmietenbericht für 2025 wurde bereits in Auftrag gegeben.
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Hohe Belastung für Haushalte und lange Wartelisten
Die Diskrepanz zwischen Wohnungsbedarf und Neubautätigkeit verschärft die Situation für die Bewohner zunehmend. Die Stadt Bad Nauheim wurde offiziell als angespannter Wohnungsmarkt eingestuft, was auch an das hessische Wirtschaftsministerium gemeldet wurde. Die Belastung für Wohnungssuchende ist bereits hoch: Nach den vorliegenden Zahlen zahlen 67 Prozent der Einpersonenhaushalte in Bad Nauheim mehr als ein Drittel ihres Einkommens für die Miete.
Gleichzeitig verzeichnet die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wobau einen anhaltenden Zulauf. Rund 900 Menschen stehen dort auf der Warteliste. Die Wobau bietet Wohnraum zu Konditionen an, die 20 bis 30 Prozent unter den sonstigen Angebotsmieten am Markt liegen.
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Angesichts der Kostenexplosion im Bausektor bleibt der Spielraum für kommunale und private Akteure jedoch stark eingeschränkt, den prognostizierten Bedarf von fast 1.700 Wohnungen fristgerecht zu decken.

