BĂ€cker-Ausbildung, Tarifvertrag

BĂ€cker-Ausbildung: Tarifvertrag bringt bis zu 1.280 Euro im 3. Jahr

05.06.2026 - 07:31:54 | boerse-global.de

Das BĂ€ckerhandwerk erhĂ€lt höhere Azubi-VergĂŒtungen und eine Bonpflicht-Befreiung unter 30 Euro. Kommunale Steuern belasten Betriebe weiterhin.

BĂ€ckerhandwerk: Neue Azubi-Tarife und Bonpflicht-Entlastung
BĂ€cker-Ausbildung - Ein junger BĂ€ckerlehrling in Uniform formt Teig auf einem Holztisch, Sonnenlicht fĂ€llt durch ein Fenster. 05.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Neue Tarife fĂŒr Auszubildende sind verbindlich, die Bundesregierung plant Entlastungen bei der Bonpflicht – und der FachkrĂ€ftemangel bleibt eine Herausforderung.

Mehr Geld fĂŒr Azubis

Die Ausbildung im BĂ€ckerhandwerk wird besser vergĂŒtet. Der Tarifvertrag ĂŒber AusbildungsvergĂŒtungen ist allgemeinverbindlich – die festgesetzten SĂ€tze gelten rĂŒckwirkend fĂŒr 2025. In Sachsen liegt die MindestvergĂŒtung im ersten Lehrjahr bei 1.020 Euro, im zweiten bei 1.090 Euro und im dritten bei 1.230 Euro. Eine zweite Stufe sieht Steigerungen auf bis zu 1.280 Euro im dritten Ausbildungsjahr vor.

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Die Regelung gilt auch fĂŒr Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Dort sind neben BĂ€ckereien explizit auch Konditoreien eingeschlossen. Das Regelwerk sieht zudem ZuschlĂ€ge fĂŒr Mehr-, Nacht- sowie Sonn- und Feiertagsarbeit vor. Ein MobilitĂ€tszuschuss soll die Erreichbarkeit der AusbildungsstĂ€tten unterstĂŒtzen.

Bonpflicht: Bagatellgrenze kommt

Finanzminister Lars Klingbeil plant eine Entlastung fĂŒr BĂ€ckereien und andere Kleinstbetriebe. Die Bonpflicht soll bei BetrĂ€gen bis 30 Euro entfallen. Ziel ist neben der wirtschaftlichen Entlastung auch der Umweltschutz – weniger Thermopapier soll verbraucht werden.

FĂŒr grĂ¶ĂŸere Betriebe mit einem Jahresumsatz von mehr als 100.000 Euro gilt: Ab Januar 2027 mĂŒssen sie manipulationssichere elektronische Kassen einsetzen. Die einmaligen Umstellungskosten werden auf knapp 100 Millionen Euro geschĂ€tzt. Das Finanzministerium rechnet mit einer dauerhaften jĂ€hrlichen Entlastung der Wirtschaft von rund 89 Millionen Euro. VerstĂ¶ĂŸe gegen die KassenfĂŒhrungsvorschriften können kĂŒnftig mit Bußgeldern von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Kommunale Steuern belasten Betriebe

Trotz der Erleichterungen auf Bundesebene gibt es Kritik von Seiten des Zentralverbands des Deutschen BĂ€ckerhandwerks. Besonders kommunale Verpackungssteuern werden als Belastung wahrgenommen. Eine Erhebung in Freiburg zeigt die Folgen: Über 66 Prozent der befragten Betriebe meldeten UmsatzrĂŒckgĂ€nge bei HeißgetrĂ€nken zum Mitnehmen. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen berichten von erheblich gestiegenem Verwaltungsaufwand und hĂ€ufigen Konflikten mit der Kundschaft.

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Die Gewinnung von FachkrÀften bleibt eine Herausforderung. Zwar verzeichnen Regionen wie Niedersachsen oder Hessen zuletzt steigende Zahlen bei neu abgeschlossenen AusbildungsvertrÀgen. Doch Experten betonen: Die AttraktivitÀt der Berufe muss durch betriebliche Gesundheitsförderung steigen. Investitionen in diesem Bereich werden von Krankenkassen gefördert. Studien zeigen eine durchschnittliche Rendite von 2,70 Euro pro investiertem Euro.

Handwerk im KI-Zeitalter

Die Bevölkerung bewertet die Rolle des Handwerks im digitalen Wandel zunehmend positiv. Laut einer YouGov-Umfrage vom Mai 2026 betrachten 64 Prozent der Befragten handwerkliche Berufe als sichereren Arbeitsplatz im Vergleich zu BĂŒrojobs. Diese stehen stĂ€rker unter dem Druck durch KĂŒnstliche Intelligenz.

Das Institut fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) prognostiziert zwar den Wegfall zahlreicher Stellen durch KI innerhalb der nĂ€chsten 15 Jahre. Gleichzeitig erwartet es jedoch die Entstehung neuer Aufgabenfelder im gleichen Umfang.

Einen Ausblick auf technologische Trends bietet die Fachmesse SĂŒdback im Oktober 2026 in Stuttgart. Rund 550 Aussteller werden erwartet. Die Veranstaltung dient als Plattform fĂŒr den Austausch ĂŒber die Zukunft des backenden Handwerks – unter dem Leitthema: AuthentizitĂ€t im Produktionsprozess.

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