Arbeitsmarkt, Gesellschaft

BĂ€ckereien und Handel wollen Aktivrente ab Januar offensiv starten

11.12.2025 - 08:42:35

Mehrere Branchen wollen die ab 1. Januar 2026 geplante Aktivrente offensiv einfĂŒhren.

Wie die "Bild" (Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Umfrage bei 15 BranchenverbĂ€nden berichtet, setzt unter anderem der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) darauf, dass BeschĂ€ftigte ĂŒber das regulĂ€re Renteneintrittsalter hinaus arbeiten und damit den FachkrĂ€ftemangel in vielen GeschĂ€ften abmildern werden. "Die Aktivrente hat das Potenzial, die Situation am Arbeitsmarkt zu entlasten", sagte HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth der "Bild". In der Branche seien derzeit rund 122.000 Stellen unbesetzt.

Die Aktivrente könne hier helfen. Da sei es zu begrĂŒĂŸen, wenn die Bundesregierung Anreize schaffe, um fĂŒr Rentner das Arbeiten im Ruhestand attraktiver zu machen, so Genth. Zugleich forderte er die Bundesregierung auf, die Aktivrente auch fĂŒr SelbststĂ€ndige zu öffnen. FĂŒr Roland Ermer, PrĂ€sident des Zentralverbands des Deutschen BĂ€ckerhandwerks, ist die Aktivrente "ein Schritt in die richtige Richtung". Er sagte der Zeitung, es "sollte belohnt werden, wenn jemand lĂ€nger im Erwerbsleben bleiben möchte - das könnte helfen, den FachkrĂ€ftemangel abzumildern". Kritisch sieht er, dass "SelbststĂ€ndige von der Aktivrente bislang nicht profitieren können. Gerade fĂŒr das Handwerk und kleine Betriebe wĂ€re eine vergleichbare Regelung wichtig, um alle ArbeitskrĂ€fte einzubeziehen und langfristig wirksame Anreize zu schaffen." Auch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) rechnet zu Jahresbeginn mit ersten Aktivrentnern. ZDB-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Felix Pakleppa sagte zugleich: "Die Aktivrente ist nur ein erster Schritt und wird den FachkrĂ€ftemangel nicht allein lösen. Viele Menschen steigen trotz spĂŒrbarer AbschlĂ€ge lieber frĂŒher aus dem Berufsleben aus." ZurĂŒckhaltender Ă€ußerte sich der Deutsche Pflegeverband. Der Vorsitzende Markus Mai sagte, die Idee sei gut, doch der Effekt werde "marginal" bleiben: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen mit 70 noch voll in der Pflege tĂ€tig sind." Es gebe in der Pflege viele Frauen, die zum Beispiel durch Erziehungszeiten, weniger gearbeitet haben und eine geringe Rentenerwartung haben. Die Aktivrente könnte fĂŒr diese Menschen eine Möglichkeit sein, die niedrige Rente aufzustocken. DIHK-PrĂ€sident Peter Adrian nannte die Aktivrente "einen richtigen und wichtigen Schritt". "Trotz schwieriger Wirtschaftslage suchen viele Unternehmen hĂ€nderingend Mitarbeiter. Gleichzeitig gehen die geburtenstarken JahrgĂ€nge in Rente", so Adrian. "Wir mĂŒssen Anreize schaffen, damit Menschen lĂ€nger arbeiten können." Entscheidend sei jedoch, dass die Regelung fĂŒr Betriebe und BeschĂ€ftigte "so einfach wie möglich" ausfalle.

@ dts-nachrichtenagentur.de

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