ROUNDUPNun, Bafög

Anhebung von 812 auf 855 Euro geplant

05.06.2024 - 15:15:36

Bafög-EmpfÀnger können sich nun doch auf mehr Geld freuen.

Nach viel Kritik ĂŒberarbeitet die Ampel-Koalition ihre aktuelle Bafög-Reform und erhöht dabei auch die Bafög-SĂ€tze. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin eine sogenannte Formulierungshilfe fĂŒr die Fraktionen im Bundestag mit entsprechenden Änderungen. Demnach ist eine Erhöhung der SĂ€tze um rund fĂŒnf Prozent geplant.

Nullrunde abgewendet

Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Oliver Kaczmarek, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch: "Die von der SPD-Fraktion forcierte Einigung in der Koalition ist ein wichtiges Signal an alle, die sich auf das Bafög verlassen können mĂŒssen: Sie bleiben mit gestiegenen Kosten nicht allein. Die Nullrunde ist abgewendet."

Der Vorsitzende des Bundestagsbildungsausschusses, Kai Gehring (GrĂŒne), sagte: "Mit der dritten Bafög-Reform dieser Wahlperiode gibt es ein Plus von drei Mal fĂŒnf Prozent - bei BedarfssĂ€tzen, Wohnkostenpauschale und FreibetrĂ€gen."

Grundbedarfssatz und Wohnkostenpauschale steigen

Das Bafög war zuletzt zum Wintersemester 2022/23 um 5,75 Prozent erhöht worden. Der Grundbedarfssatz fĂŒr Studentinnen und Studenten liegt seitdem bei 452 Euro plus einer Wohnkostenpauschale fĂŒr diejenigen, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, in Höhe von 360 Euro.

Der Grundbedarf soll nun den PlĂ€nen zufolge auf 475, die Wohnpauschale auf 380 Euro angehoben werden. Zusammengerechnet wĂŒrde der Höchstsatz also von 812 auf 855 Euro steigen. Auch das Bafög fĂŒr SchĂŒler soll angehoben werden. Die eigentlichen SĂ€tze werden immer individuell nach Einkommen der Eltern und anderen Faktoren berechnet.

Möglich sind zudem weitere ZuschlĂ€ge fĂŒr die Kranken- und Pflegeversicherung, wenn Studierende nicht mehr bei den Eltern versichert sind. Auch diese sollen angehoben werden.

Bafög-RĂŒckzahlung bleibt, wie sie ist

Nicht umgesetzt wird der ursprĂŒngliche Plan, die Mindestraten bei der Bafög-RĂŒckzahlung von 130 auf 150 Euro im Monat zu erhöhen. Es bleibt also dabei, dass maximal 10 010 Euro Schulden getilgt werden mĂŒssen, denn nach 77 abgezahlten Raten wird in der Regel der Rest erlassen.

Die Ampel hatte ihre Bafög-Reform Anfang MĂ€rz im Bundeskabinett auf den Weg gebracht. Im Kern sieht sie eine sogenannte Studienstarthilfe von 1000 Euro fĂŒr StudienanfĂ€nger aus Ă€rmeren Familien vor, etwa zur Anschaffung eines Laptops, fĂŒr LehrbĂŒcher oder zur Finanzierung des Umzugs zum Studienort. Zudem sollen die FreibetrĂ€ge beim eigenen Einkommen und dem Eltern-Einkommen, die bei der Bafög-Anrechnung gelten, erhöht werden, um den Kreis der Bafög-EmpfĂ€nger zu vergrĂ¶ĂŸern.

Studierendenwerk: Nachbesserungen noch zu schwach

SozialverbĂ€nde, Gewerkschaften und das Deutsche Studierendenwerk (DSW) hatten mit Blick auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten lange gefordert, zusĂ€tzlich auch die Bafög-SĂ€tze anzuheben. Schließlich sei auch das BĂŒrgergeld erhöht worden, hieß es unter anderem zur BegrĂŒndung. Der DSW-Vorstandsvorsitzende Matthias Anbuhl sprach angesichts der Änderungen nun von einem wichtigen politischen Signal. FĂŒnf Prozent höhere SĂ€tze seien besser als eine Nullrunde. Die Nachbesserungen seien insgesamt aber noch zu schwach.

@ dpa.de