Bahn-Boni: Bilger koppelt Manager-GehĂ€lter an PĂŒnktlichkeitsziele
Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 00:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hat am 9. August 2026 angekĂŒndigt, die Bonuszahlungen fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte der Deutschen Bahn kĂŒnftig strikt an das Erreichen messbarer Leistungsziele zu binden. Mit diesem Schritt reagiert das Ministerium auf die anhaltenden operativen Probleme im Schienenverkehr und die zuletzt deutlich gesunkenen PĂŒnktlichkeitswerte.
Fokus auf messbare operative Zielvorgaben
Die Neuregelung sieht vor, dass die variablen VergĂŒtungsanteile der Bahn-Manager an konkrete Kennzahlen gekoppelt werden. Im Mittelpunkt steht dabei die PĂŒnktlichkeit im Fernverkehr. Bilger betonte, dass eine Kopplung der GehĂ€lter an nachvollziehbare Ziele notwendig sei, um die LeistungsfĂ€higkeit des Staatskonzerns zu steigern.
Die aktuelle Lage im Fernverkehr unterstreicht den Handlungsbedarf. Im Juli 2026 lag die PĂŒnktlichkeitsquote lediglich bei 52,6 Prozent. Ăber das gesamte erste Halbjahr 2026 hinweg erreichten die ZĂŒge eine Quote von 60 Prozent. Besonders kritisch stellte sich die Situation auf der Kernstrecke zwischen Hamburg und Berlin dar: In der Zeit von Mitte Juni bis Mitte Juli waren dort lediglich 25,8 Prozent der ZĂŒge pĂŒnktlich.
Langfristige PĂŒnktlichkeitsziele und Infrastruktursanierung
Die Bahn will bis 2029 nur 70 Prozent PĂŒnktlichkeit erreichen â aktuell sind es gerade mal 52,6 Prozent. Wer regelmĂ€Ăig mit der Bahn fĂ€hrt, kennt das Problem. Doch viele FahrgĂ€ste wissen nicht, dass sie bei VerspĂ€tungen EntschĂ€digung fordern können. Unser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Ihre AnsprĂŒche durchsetzen. Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern
Das Verkehrsministerium hat als Zielmarke fĂŒr den Fernverkehr eine PĂŒnktlichkeitsquote von 70 Prozent bis zum Jahr 2029 ausgegeben. Ein Ziel von 100 Prozent bezeichnete der Minister hingegen als unrealistisch. Um diese Verbesserungen zu erreichen, sind massive Investitionen in die Infrastruktur geplant. Allein die Sanierung der Strecke HamburgâBerlin ist mit Kosten von 2,7 Mrd. Euro veranschlagt.
Die Herausforderungen fĂŒr das Unternehmen, das sich zu 100 Prozent im Besitz des Bundes befindet, bleiben jedoch auch finanziell groĂ. Laut Medienberichten benötigt die Deutsche Bahn bis zum Jahr 2030 zusĂ€tzlich etwa 23 Mrd. Euro, um die gesetzten PĂŒnktlichkeitsziele realisieren zu können. Zuletzt erreichte das Unternehmen bei der PĂŒnktlichkeit nur etwa die HĂ€lfte der fĂŒr das Ende des Jahrzehnts angestrebten Werte.
Wirtschaftliche Bilanz und Reaktionen aus der Branche
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Trotz der operativen Schwierigkeiten konnte die Deutsche Bahn im ersten Halbjahr 2026 wirtschaftliche Erfolge vermelden. Der Konzern verzeichnete in diesem Zeitraum einen Gewinn von 147 Mio. Euro. Zudem nutzten im ersten Halbjahr insgesamt 960 Mio. FahrgÀste die Angebote der Bahn.
Die PlĂ€ne des Ministers zur Reform der Manager-Boni stieĂen auf Zustimmung bei Fahrgastvertretern. Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, begrĂŒĂte das Vorhaben, die VergĂŒtung der FĂŒhrungsebene stĂ€rker an die tatsĂ€chliche QualitĂ€t der Verkehrsleistung zu binden. Die Reform gilt als zentraler Baustein, um die Anreize innerhalb des Konzerns neu zu justieren und die ZuverlĂ€ssigkeit im deutschen Schienennetz nachhaltig zu erhöhen.
