Bahn-Boni, Vorstand

Bahn-Boni: Vorstand kassiert drei Millionen trotz 59% Pünktlichkeit

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Bahn-Vorstand erhielt für 2025 Prämien von rund drei Millionen Euro, obwohl die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr nur 59 Prozent beträgt. Der Konzern wehrt sich juristisch gegen die ZDF-Berichterstattung.

Bahn-Boni im Fokus: ZDF-Doku kritisiert Vorstandsvergütung bei 59 Prozent Pünktlichkeit
Ein ICE-Hochgeschwindigkeitszug bei der Einfahrt in einen Bahnhof vor dem Hintergrund einer Debatte um Vorstandsboni. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Millionen-Boni für die Bahn-Spitze sorgen für Aufsehen. Eine ZDF-Doku nimmt die Vergütungspraxis ins Visier – während die Züge unpünktlich bleiben.

Millionen-Boni trotz mieser Pünktlichkeit

Das ZDF berichtete Anfang August in „Das Deutsche-Bahn-Desaster“ über die Gehaltsstrukturen des Staatskonzerns. Demnach kassierte der Vorstand für 2025 Boni von knapp drei Millionen Euro. Die Kritik daran liegt nahe: Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr lag im ersten Halbjahr 2026 bei mageren 59 Prozent.

Das Vergütungssystem lässt bereits ab einer Pünktlichkeitsrate von 65 Prozent variable Gehaltsbestandteile fließen. Die vollen Boni gibt es erst, wenn die Kundenzufriedenheit einen Wert von 2,6 erreicht. Bahn-Vorständin Evelyn Palla verteidigt die Zahlungen: Sie seien vertraglich festgeschriebener variabler Lohn.

Ein Fass ohne Boden?

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Doch die Kritik geht tiefer. Branchenbeobachter und ehemalige Führungskräfte sehen strukturelle Probleme. Rund 107 Milliarden Euro hat der Bund in den Konzern gepumpt – die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. Ein ehemaliges Vorstandsmitglied nennt das Unternehmen ein „Fass ohne Boden“, ein früherer Gewerkschaftschef spricht von einem „riesengroßen schwarzen Loch“.

Das Missverhältnis ist offensichtlich: Massive staatliche Zuschüsse, kaum spürbare Verbesserungen bei Infrastruktur und Service. Die Fahrgäste bekommen die Misere täglich zu spüren.

Bahn zieht vor Gericht

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Die Berichterstattung hat ein Nachspiel: Die Bahn geht juristisch gegen die Doku vor. Zusätzlich fordert der Konzern die Entfernung eines weiteren ZDF-Beitrags aus der Mediathek – dort geht es um Sicherheitsaspekte und den Zustand des Schienennetzes.

Der Sender räumte punktuelle Fehler ein, etwa bei der Anzahl digitaler Stellwerke und beim Pünktlichkeitsvergleich zwischen Gesamt- und Fernverkehr. Eine komplette Löschung lehnt das ZDF aber ab. Der Streit zeigt: Die Spannungen zwischen Staatskonzern und kritischer Berichterstattung wachsen.

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