Bahn startet am 3. November Kommission für mehr Pünktlichkeit
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 12:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWSKommission soll Fahrplan stabilisieren
- DB InfraGO beruft Enak Ferlemann in das Gremium „Robuster Fahrplan“.
- Die Arbeit beginnt am 3. November in Berlin.
- 2025 fuhren mehr als zehn Prozent der Züge auf überlasteten Strecken.
Deutsche Bahn sucht Lösungen für pünktlicheren Betrieb
Eine von DB InfraGO einberufene Expertenkommission soll untersuchen, wie die Deutsche Bahn trotz eines überalterten und überlasteten Schienennetzes schnell wieder pünktlicher werden kann. Das Gremium startet am 3. November in Berlin und soll Vorschläge für mehr Verlässlichkeit im neuen Jahr vorlegen.
Weniger Züge als möglicher Baustein
Zu den möglichen Ansätzen könnte auch ein geringeres Zugangebot gehören. Der frühere Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann, nannte als Beispiel im Fernverkehr eine Verbindung zwischen Berlin und Hamburg, auf der nur noch einmal pro Stunde statt alle 30 Minuten ein Zug fahren könnte.
Ferlemann sitzt im Aufsichtsrat von DB InfraGO und soll der Kommission angehören. Die für die Infrastruktur zuständige Bahntochter beruft das Gremium nach Informationen für den Verkehrsausschuss des Bundestags ein.
Überlastete Knoten verschärfen Verspätungen
Als Hauptgründe für die hohe Unpünktlichkeit gelten die schlechte Infrastruktur und die Überlastung vor allem an Verkehrsknoten. Im Jahr 2025 fuhren mehr als zehn Prozent der Züge auf Strecken, die zu mehr als 115 Prozent ausgelastet waren.
Die Stau-Verspätungen auf deutschen Schienen nahmen den Angaben zufolge in den vergangenen zehn Jahren um 150 Prozent zu. Unterstützt wird die Kommission von dem auf Fahrpläne spezialisierten Schweizer Unternehmen SMA und Partner.
Bauarbeiten erreichen Rekordniveau
Die Bahn saniert und baut derzeit so umfangreich wie nie, um das Netz langfristig zu erneuern. Kurzfristig bekommen die Fahrgäste davon jedoch vor allem Baustellen und Einschränkungen zu spüren.
Im laufenden Jahr war in den meisten Monaten nahezu jeder zweite Fernzug unpünktlich. Im vergangenen Jahr erreichten lediglich 60 Prozent der Fernzüge ihr Ziel ohne größere Verzögerung.
Die Experten sollen bei mehreren Terminen mit unterschiedlichen Blickwinkeln über Lösungen für die Jahre intensiver Bautätigkeit beraten. Ihre Ergebnisse sollen anschließend gemeinsam mit Politik, Ländern und Branche bewertet werden.
Die Kommission startet in einer Phase, in der die Deutsche Bahn gleichzeitig hohe Bauaktivität und einen weiterhin störanfälligen Betrieb bewältigen muss. Sanierungen sollen die Infrastruktur langfristig verbessern, führen kurzfristig aber zu Sperrungen, Umleitungen und zusätzlichen Engpässen. Dadurch treffen geplante Einschränkungen auf ein Netz, das schon an vielen Knoten stark ausgelastet ist.
Der Vorschlag, auf einzelnen Verbindungen vorübergehend weniger Züge einzusetzen, zielt auf einen stabileren Fahrplan. Für Fahrgäste könnte das weniger kurzfristige Verspätungen bedeuten, zugleich aber ein kleineres Angebot und vollere Züge. Besonders auf stark nachgefragten Fernverkehrsachsen wäre eine solche Abwägung politisch und wirtschaftlich relevant.
Entscheidung mit Folgen für Fahrgäste
Die angekündigten Vorschläge sollen im neuen Jahr vorliegen und anschließend mit Politik, Ländern und Verkehrsbranche bewertet werden. Entscheidend wird sein, ob die Kommission vor allem betriebliche Maßnahmen empfiehlt oder auch Eingriffe in den Fahrplan. Für Reisende bleiben bis dahin die konkrete Qualität des Angebots, die Dauer der Bauphasen und die Verlässlichkeit von Anschlüssen die wichtigsten Folgen.
