Bargeldloses Bezahlen, Zahlungsgewohnheiten

Bargeldloses Bezahlen: Mehrheit in Deutschland fordert mehr Kartenzahlung im Alltag

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt: In Deutschland wünscht sich eine klare Mehrheit mehr bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten, vor allem in Restaurants, Supermärkten und im Einzelhandel. Selbst Volksfeste und Märkte geraten dadurch unter Anpassungsdruck.

  • An immer mehr Orten würden immer mehr Menschen einer YouGov-Umfrage zufolge lieber mit Karte zahlen. (Symbolbild) - Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa
    An immer mehr Orten würden immer mehr Menschen einer YouGov-Umfrage zufolge lieber mit Karte zahlen. (Symbolbild) - Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa
  • Auch auf Wochenmärkten wünschen sich 28 Prozent der Befragten argeldlose Zahlungsmöglichkeiten. (Symbolbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa
    Auch auf Wochenmärkten wünschen sich 28 Prozent der Befragten argeldlose Zahlungsmöglichkeiten. (Symbolbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa
An immer mehr Orten würden immer mehr Menschen einer YouGov-Umfrage zufolge lieber mit Karte zahlen. (Symbolbild) - Bild: Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa Auch auf Wochenmärkten wünschen sich 28 Prozent der Befragten argeldlose Zahlungsmöglichkeiten. (Symbolbild) - Bild: Christoph Schmidt/dpa

In Deutschland wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung mehr Möglichkeiten, im Alltag bargeldlos zu bezahlen.

Mehrheit will Karte im Restaurant und Supermarkt

Bei einer aktuellen YouGov-Umfrage gaben 72 Prozent der Befragten an, dass in Restaurants die Möglichkeit zur bargeldlosen Zahlung bestehen sollte. Im Supermarkt wünschen sich 71 Prozent bargeldloses Bezahlen, im übrigen Einzelhandel 66 Prozent. Mehrfachnennungen waren bei der Befragung möglich.

Über 60 Prozent der Teilnehmer nannten zudem Parkhäuser, Flughäfen und Bahnhöfe als Orte, an denen sie bargeldlos zahlen können möchten. Damit rücken neben Gastronomie und Handel auch zentrale Infrastrukturpunkte stärker in den Fokus moderner Bezahlformen.

Volksfeste und Märkte bleiben Bargeld-Hochburgen

Deutlich zurückhaltender äußerten sich die Teilnehmer bei Volksfesten sowie Wochen- und Flohmärkten. Dort sprachen sich weniger als 35 Prozent für bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten aus. Diese Bereiche bleiben damit vorerst Domänen des Bargelds.

Acht Prozent der Befragten gaben an, an keinem der aufgeführten Orte bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten zu brauchen. Ein Teil der Bevölkerung hält also weiterhin konsequent am Bezahlen mit Bargeld fest.

Zustimmung steigt gegenüber 2025 deutlich

YouGov hatte eine vergleichbare Umfrage bereits Anfang 2025 durchgeführt. Seitdem sind die Zustimmungswerte für bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten in allen abgefragten Kategorien um mehrere Prozentpunkte gestiegen. Damals wünschten sich 67 Prozent bargeldloses Bezahlen im Restaurant und 66 Prozent im Supermarkt.

Bei der diesjährigen Befragung beteiligten sich mehr als 3600 Personen und damit rund drei Mal so viele wie bei der Umfrage im Jahr 2025. Die höhere Teilnahme unterstreicht, dass das Thema Bezahlen für viele Menschen an Bedeutung gewonnen hat.

Trend zur Kartenzahlung setzt sich fort

Die aktuellen Ergebnisse der YouGov-Umfrage bestätigen den seit Jahren beobachtbaren Trend zu mehr Kartenzahlung und digitalen Bezahlverfahren in Deutschland. Restaurants, Supermärkte und der stationäre Einzelhandel gehören zu den Bereichen, in denen sich Alltag und Zahlungsgewohnheiten besonders stark verändern. Wenn hier inzwischen klare Mehrheiten bargeldlose Optionen erwarten, deutet dies darauf hin, dass Kartenterminals und digitale Kassenlösungen zunehmend als Standard gelten.

Gleichzeitig zeigt die relativ geringere Zustimmung für Volksfeste, Wochen- und Flohmärkte, dass Bargeld in bestimmten Situationen weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Dort arbeiten viele Betreiber mit einfachen mobilen Kassen oder ganz ohne elektronische Infrastruktur; die Umfrage verdeutlicht, dass ein Teil der Bevölkerung diese Bargeldkultur weiterhin akzeptiert oder sogar bevorzugt. Die Angabe von acht Prozent der Befragten, gar keine bargeldlosen Zahlungsmöglichkeiten zu benötigen, unterstreicht zudem, dass es auch in einer zunehmend digitalen Wirtschaft eine spürbare Minderheit mit starkem Fokus auf Bargeld gibt.

Folgen für Handel, Gastronomie und Infrastruktur

Für Unternehmen im Handel und in der Gastronomie bedeutet der Anstieg der Zustimmungswerte einen deutlichen Handlungsdruck, Kartenzahlung und andere bargeldlose Verfahren flächendeckend anzubieten. Gerade in Restaurants und Supermärkten könnten fehlende bargeldlose Optionen zunehmend zu Wettbewerbseinbußen führen, weil Kundinnen und Kunden ihr Konsumverhalten an die vorhandenen Bezahlmöglichkeiten anpassen. Auch Betreiber von Parkhäusern, Flughäfen und Bahnhöfen müssen sich darauf einstellen, dass das Publikum dort einheitlich verfügbare, schnelle und möglichst kontaktlose Zahlungsmethoden erwartet.

Die gegenüber 2025 deutlich höhere Beteiligung an der aktuellen Umfrage spricht dafür, dass das Thema Bezahlen für viele Menschen an Bedeutung gewonnen hat. Hintergrund sind unter anderem die stärkere Verbreitung von Debit- und Kreditkarten, Banking-Apps und mobilen Wallets auf Smartphones sowie Erfahrungen aus den vergangenen Jahren, in denen kontaktloses Bezahlen im Alltag stark zugenommen hat. Für Leserinnen und Leser zeigt die Entwicklung, dass die Frage „Kann man hier mit Karte zahlen?“ zunehmend zur praktischen Standort- und Angebotsentscheidung wird – sei es beim Restaurantbesuch, beim Einkauf oder auf Reisen.

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