Bau-Turbo in Unterschleißheim: Abweichungen für 336 Wohnungen genehmigt
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 22:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kommunale Gremien in ganz Deutschland haben die Weichen für zahlreiche Bauvorhaben, Wohnquartiere und gewerbliche Erschließungen gestellt. Mit neuen Bebauungsplänen, planungsrechtlichen Erleichterungen und gezielten Investitionsentscheidungen bringen Städte und Gemeinden Projekte für Wohnraum, soziale Einrichtungen sowie erneuerbare Energien auf den Weg, wie aus mehreren Berichten vom 7. Oktober 2026 hervorgeht.
Großprojekte und Wohnungsbau im Fokus
In Aalen billigte der Gemeinderat einstimmig die Planentwürfe für die 1,82 Hektar große Gartenstadt zwischen Bahnhofstraße und Eisenstraße und beschloss die öffentliche Auslegung. Auf dem Areal sind Wohnungen, Gewerbe, Gastronomie und Dienstleistungsangebote vorgesehen.
Die Planung umfasst mehrere vier- bis sechsgeschossige Gebäude sowie ein Hochhaus mit rund 34 Metern Höhe, was etwa zehn Geschossen entspricht. Kritiker hatten zuvor auf eine Höhe von bis zu 33,9 Metern hingewiesen.
Bestehende Bauten am Kocher sollen erhalten, teils umgenutzt oder aufgestockt werden, während das Kocherufer spätestens bis zum 31. Dezember 2032 öffentlich zugänglich werden soll. Im Rat standen zudem Begrünung, Radwege, Feuerwehrzufahrten und Zugänge im Mittelpunkt der Debatte.
Um Verzögerungen im Wohnungsbau zu vermeiden, nutzte der Bauausschuss im bayerischen Unterschleißheim den sogenannten Bau-Turbo. Das Gremium genehmigte Abweichungen von Bebauungsplänen für zwei Vorhaben mit zusammen rund 336 Wohnungen.
Am Grasbrunner Weg plant Fortoon 156 Wohnungen, darunter 75 Senioren- und 81 reguläre Einheiten, wobei 75 Prozent Barrierefreiheit statt der im Bebauungsplan 162 vorgeschriebenen 100 Prozent bewilligt wurden. An der Feldkirchner Straße beabsichtigt Instone den Bau von rund 180 Wohnungen in zehn Häusern und drei Tiefgaragen.
Hier wurden Abweichungen in elf Punkten zugelassen; unter anderem dürfen zwei Gebäude statt 9 bis 12 Metern bis zu 14,50 beziehungsweise 15 Meter hoch werden. Laut Stadtverwaltung steigen dadurch weder Bauvolumen noch Flächenversiegelung.
In Berlin startete derweil der Hochbau für zwei Gebäude: Im Segelflieger Quartier in Johannisthal begann das Immobilienunternehmen Bauwert mit den Wohnhäusern Arthur und Thekla, die zusammen 182 Mietwohnungen umfassen. Auf dem 21 Hektar großen Gesamtareal plant Bauwert bis 2030 insgesamt 1.800 Wohnungen.
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Soziale Infrastruktur und Fördergelder
Auch Vorhaben für das Gemeinwohl verzeichneten Fortschritte. Der Gemeinderat Bahlingen beschloss den Bebauungsplan Riegeler Straße Ost und schuf damit Baurecht für ein neues Gemeindehaus der Liebenzeller Gemeinschaft. Das entsprechende Planverfahren war bereits im Jahr 2014 eingeleitet worden.
In Friesenheim stellte das Ratsgremium den Bebauungsplan für das Mühlenareal beziehungsweise Oberle-Areal auf, was die Realisierung eines geplanten Demenzzentrums voranbringt; strittig blieb im Rat vor allem eine Brücke.
Die Stadt Waren an der Müritz erhielt als erste Kommune im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte einen Förderbescheid über mehr als 1,5 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes. Mit den Mitteln soll die Infrastruktur für den dritten Bauabschnitt des Wohngebiets Papenberg finanziert werden.
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Dort sind 46 Grundstücke mit Größen zwischen 700 und 1.400 Quadratmetern für Einfamilienhäuser und mehrgeschossigen Wohnungsbau vorgesehen. Der Verkauf soll Ende 2026 starten. Im vorangegangenen zweiten Abschnitt mit 56 Bauplätzen hatte die Stadt 47 Grundstücke zu Quadratmeterpreisen von 135 bis 200 Euro veräußert, Einnahmen von 10,68 Millionen Euro erzielt und zwei Erbbaurechte vergeben.
Hürden und Gewerbeentwicklung
Nicht jedes Projekt fand jedoch Zustimmung. In Besigheim verweigerte der Gemeinderat den bisherigen Umfang eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans auf dem Areal einer ehemaligen Methodistenkirche. Neun Ratsmitglieder stimmten für einen Antrag, eines von zwei geplanten Mehrfamilienhäusern zu verkleinern, sodass lediglich 19 statt 23 Wohnungen in zwei statt drei Vollgeschossen entstehen dürfen.
Der Projektentwickler Layher hatte nach rund zwei Jahren Planungszeit und Investitionen von rund 120.000 Euro das Vertrauensverhältnis zur Stadt als beschädigt bezeichnet und angekündigt, künftige Investitionen zu überdenken. Zuvor hatten Anwohner Bedenken bezüglich des Verkehrs und der Dimensionen geäußert.
In Bayreuth empfahl der Stadtentwicklungsausschuss dem Stadtrat, das Verfahren für eine Teiländerung des Bebauungsplans im Gewerbegebiet Carl-Kolb-Straße am Oschenberg einzuleiten, um den Erweiterungsbedarf ortsansässiger Betriebe zu decken. In Ostereistedt billigte der Gemeinderat zudem den Bebauungsplan für die Errichtung eines Solarparks.
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