Baupreise steigen im August um 5,5 Prozent – Dacharbeiten besonders teuer
Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 08:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Preise für den Neubau herkömmlicher Wohngebäude in Deutschland lagen im August 5,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Stärkster Anstieg seit drei Jahren
Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stiegen die Baupreise innerhalb des beobachteten Dreimonatszeitraums um 1,0 Prozent. Eine höhere jährliche Preissteigerung hatte es zuletzt vor drei Jahren gegeben.
Besonders deutlich verteuerten sich Dacharbeiten: Ihre Preise lagen 7,6 Prozent über dem Wert vom August 2025. Zimmer- und Holzbauarbeiten wurden 7,2 Prozent teurer.
Auch Innenausbau und Instandhaltung betroffen
Die Preise für Mauerarbeiten stiegen binnen Jahresfrist um 4,2 Prozent, Betonarbeiten verteuerten sich um 4,3 Prozent. Beim Innenausbau wirkten sich vor allem höhere Kosten für Elektro- und Heizanlagen aus.
Instandhaltungsarbeiten an Wohngebäuden kosteten 6,0 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Damit lag die Entwicklung deutlich über dem Anstieg der Verbraucherpreise, der 2,9 Prozent betrug.
Straßenbau und Büros ebenfalls teurer
Auch außerhalb des Wohnungsbaus zogen die Preise an. Im Straßenbau lagen sie 6,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, bei Bürogebäuden betrug der Anstieg 5,7 Prozent.
Hohe Kosten bremsen den Wohnungsbau
Die Baupreise steigen deutlich schneller als die allgemeinen Verbraucherpreise. Für private Bauherren verteuern sich dadurch nicht nur die Errichtungskosten, sondern auch Finanzierungs- und Instandhaltungsentscheidungen. Besonders stark betroffene Gewerke wie Dach, Holzbau, Elektro- und Heizungstechnik können die Kalkulation eines Projekts erheblich verändern.
Die Entwicklung trifft zugleich die angespannte Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt. Höhere Baukosten erschweren es, neue Wohnungen zu wirtschaftlich tragfähigen Preisen zu errichten. Bei Neubauprojekten können dadurch Baubeginne verschoben, Flächen verkleinert oder Vorhaben auf günstigere Ausstattungsstandards angepasst werden. Für Mieter und Käufer kann ein geringeres Angebot den Preisdruck erhöhen.
Auch öffentliche Projekte werden teurer
Der Anstieg im Straßenbau zeigt, dass die Kostenbelastung über den Wohnungssektor hinausreicht. Kommunen und andere öffentliche Auftraggeber müssen bei Straßen, Brücken und Leitungsarbeiten mit höheren Ausgaben rechnen. Das kann Budgets stärker beanspruchen und die Umsetzung geplanter Vorhaben verzögern, wenn zusätzliche Mittel erforderlich werden.
Die Zahlen beschreiben Preisveränderungen innerhalb eines Jahres, nicht automatisch eine gleich starke Zunahme jedes einzelnen Bauprojekts. Entscheidend bleibt, wie sich Materialpreise, Löhne, Energie- und Finanzierungskosten sowie die Nachfrage in den kommenden Monaten entwickeln.
