Bauumsatz, Milliarden

Bauumsatz im August: 10,9 Milliarden Euro und 548.000 Beschäftigte

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 22:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehrere Großprojekte trieben die Bestellungen, während höhere Materialpreise und eine geringe Hochbauauslastung die Branche belasten.
Eine Baustelle für Tiefbauarbeiten mit schwerem Gerät auf einer weitläufigen, aufgeschütteten Erdebene bei Dämmerungslicht. Illustration mit AI erstellt.

Das deutsche Bauhauptgewerbe hat im August 2026 einen deutlichen Zuwachs bei den Bestellungen verbucht. Wie das Statistische Bundesamt laut einem Bericht vom 23. Oktober 2026 mitteilte, lag der reale, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingang um 17,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats August 2025. Im Vergleich zum Vormonat Juli 2026 stiegen die Aufträge real sowie saison- und kalenderbereinigt um 23,0 Prozent. Dies markiert den stärksten saisonbereinigten Monatsanstieg seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991, was die Statistiker auf mehrere Großaufträge zurückführen. Nominal und unbereinigt ergab sich zum Vorjahresmonat ein Plus von 23,8 Prozent.

Tiefbau treibt das Wachstum

Der Zuwachs im Vormonatsvergleich speiste sich vor allem aus dem Tiefbau, der um 31,6 Prozent zulegte, während der Hochbau um 12,4 Prozent stieg. Im längerfristigen Dreimonatsvergleich von Juni bis August 2026 erhöhte sich das Ordervolumen gegenüber den drei Monaten zuvor um 7,6 Prozent.

Auch hier zeigte sich eine deutliche Spreizung zwischen den Sparten: Während der Tiefbau um 13,8 Prozent anzog, verzeichnete der Hochbau lediglich ein leichtes Plus von 0,6 Prozent.

Neben den Bestellungen entwickelten sich auch die Erlöse positiv. Nach Angaben von Destatis stieg der Umsatz im August 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat real um 4,9 Prozent und nominal um 10,1 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten in Betrieben mit 20 und mehr tätigen Personen kletterte um 1,5 Prozent auf rund 548.000.

Verbände verweisen auf Einmaleffekte und Kosten

Aus der Bauwirtschaft kommen trotz des jüngsten Zuwachses verhaltene Töne. Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Tim-Oliver Müller, erklärte laut Medienberichten, man sehe nun endlich Licht am Horizont.

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Der Sprung um 23,0 Prozent zum Vormonat ist der stärkste seit Beginn der Zeitreihe 1991 — getragen von wenigen Großaufträgen, während der Hochbau im Vorjahresvergleich um 1,7 Prozent nachgab. Wer daraus eine belastbare Auftragsplanung machen will, braucht die Trennung von Einmaleffekt und Trend. Der kostenlose Report ordnet Tiefbau, Hochbau und Wohnungsbau ein und liefert eine Checkliste für Auftragspipeline und Liquidität. Kostenlosen Baukonjunktur-Report anfordern

Zugleich gab er zu bedenken, dass Großprojekte erst mit zeitlicher Verzögerung im Umsatz ankämen. Für den gesamten Zeitraum von Januar bis August 2026 bezifferte Müller das reale Auftragsplus auf 3,2 Prozent, während der Umsatz real um 0,9 Prozent zugelegt habe.

Auch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) betont die ungleiche Verteilung der neuen Aufträge. Demnach sei das Gesamtplus vor allem auf den Tiefbau mit einem Anstieg von 43 Prozent zurückzuführen, getrieben von wenigen Großaufträgen insbesondere in Bayern. Der Wirtschaftstiefbau legte um 64 Prozent beziehungsweise 1,37 Milliarden Euro zu.

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Bitumen 20,8 Prozent, Asphaltmischgut 7,8 Prozent, Betonstahl 7,0 Prozent teurer als im Vorjahr — bei einer Geräteauslastung im Hochbau von nur 45 Prozent wird jede Kalkulation schnell zur Margenfrage. Der kostenlose Report zeigt, wie Sie Materialpreise in der Angebotskalkulation sauber abbilden und welche Kostenpositionen Sie jetzt prüfen sollten. Kostenlosen Baukonjunktur-Report sichern

Im Wohnungsbau gab es nominal zwar ein Plus von 27,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, in Bayern sogar von 62,1 Prozent. Laut ZDB geht dies jedoch im Wesentlichen auf einen Großauftrag der Bundeswehr für rund 300 Unterkunftsgebäude zurück. Ohne dieses Vorhaben hätte der Zuwachs im Wohnungsbau bundesweit lediglich 1,6 Prozent betragen. Zudem liege die Geräteauslastung im Hochbau aktuell bei nur 45 Prozent.

Belastend wirken weiterhin die Materialkosten. Nach Erhebungen des ZDB zogen die Erzeugerpreise im September 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat erneut an: Betonstahl verteuerte sich um 7,0 Prozent, Asphaltmischgut um 7,8 Prozent und Bitumen um 20,8 Prozent. Aus den Branchenverbänden heißt es zudem, dass finanzielle Mittel aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität bislang kaum in der Breite bei den Unternehmen ankommen.

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