Bayer-Prognose: Pharmageschäft hebt EBITDA-Erwartung auf bis zu 10,3 Milliarden Euro
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 heraufgesetzt. Wie das Unternehmen in einem Bericht vom 3. November 2026 mitteilte, sorgt vor allem das robuste Wachstum im Pharmageschäft für Rückenwind. Das bereinigte Konzern-EBITDA vor Sondereinflüssen wird auf währungsbereinigter Basis nun bei 9,8 bis 10,3 Milliarden Euro erwartet, nachdem zuvor eine Spanne von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro angesetzt worden war.
Unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten stellt das Management 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro in Aussicht, was einer Anhebung um jeweils 200 Millionen Euro an beiden Rändern der Spanne entspricht.
Pharma-Margen steigen deutlich an
Haupttreiber der optimistischeren Einschätzung ist die Sparte Pharmaceuticals. Für diesen Bereich hob Bayer die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen für das Gesamtjahr von zuvor 23 bis 25 Prozent auf nun 25 bis 27 Prozent an.
Im dritten Quartal 2026 verzeichnete der Pharmabereich einen Umsatz von 4,680 Milliarden Euro, was einem währungs- und portfoliobereinigten Zuwachs von 6,4 Prozent entspricht. Das bereinigte Sparten-EBITDA stieg um 23,6 Prozent auf 1,292 Milliarden Euro, womit die Marge im Quartal 27,6 Prozent erreichte.
Getragen wurde dieser Zuwachs maßgeblich von neueren Präparaten: Das Krebsmedikament Nubeqa erzielte im dritten Quartal nach einer Label-Erweiterung ein währungsbereinigtes Plus von 58,3 Prozent auf 998 Millionen Euro. Kerendia wuchs währungsbereinigt um 64,9 Prozent auf 374 Millionen Euro und steuert auf sein erstes Blockbuster-Jahr zu.
Der Umsatz von Beyonttra stieg auf das Fünffache und erreichte 60 Millionen Euro. Diese Zuwächse kompensierten Einbußen bei älteren Medikamenten wie Xarelto, dessen Erlöse währungsbereinigt um 30,7 Prozent sanken, sowie Eylea, das ein Minus von währungsbereinigt 23,5 Prozent verzeichnete.
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Zudem erhielt der Wirkstoff Asundexian in China die Zulassung zur Sekundärprävention von Schlaganfällen, während ein Antrag in den USA vorbereitet wird.
Der Vorstandsvorsitzende Bill Anderson erklärte, im Pharma-Wachstumspfad sei ein Wendepunkt erreicht worden. Finanzvorständin Judith Hartmann sprach im Zusammenhang mit dem dritten Quartal von einem neuen Wachstumszyklus.
Crop Science und Wertminderungen dämpfen Konzernergebnis
Weniger dynamisch entwickelte sich das Agrargeschäft Crop Science. Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 3,884 Milliarden Euro, was währungsbereinigt einem Rückgang von 2,4 Prozent entspricht. Das bereinigte EBITDA der Sparte brach um 41,3 Prozent auf 101 Millionen Euro ein und verfehlte die Analystenschätzungen von 164 Millionen Euro deutlich, belastet durch höhere Vertriebskosten sowie eine schwächere Nachfrage in den Regionen EMEA und Asien-Pazifik.
Im Bereich Consumer Health blieb der Quartalsumsatz währungsbereinigt mit 1,445 Milliarden Euro und einem Plus von 0,1 Prozent nahezu stabil, während das bereinigte EBITDA um 4,4 Prozent auf 347 Millionen Euro nachgab. Für beide Märkte passte der Konzern seine weltweiten Marktwachstumserwartungen für 2026 nach unten an.
Konzernweit belief sich der Umsatz im dritten Quartal auf 10,053 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA lag bei 1,615 Milliarden Euro. Wertminderungen von 307 Millionen Euro auf Xofigo sowie 215 Millionen Euro auf Claritin führten zu einem operativen Ergebnis (EBIT) von minus 110 Millionen Euro. Unter dem Strich stand im Quartal ein Konzernergebnis von minus 672 Millionen Euro nach minus 963 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
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Besserer Cashflow und sinkende Nettoverschuldung
Trotz der Belastungen verbessert sich die Finanzlage schneller als geplant. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Bayer nun mit einem Free Cashflow von minus 1,5 bis minus 0,5 Milliarden Euro nach zuvor prognostizierten minus 2,5 bis minus 1,5 Milliarden Euro.
Bereinigt um Vergleichszahlungen wird der freie Mittelzufluss bei 3,0 bis 4,0 Milliarden Euro gesehen. In den ersten neun Monaten fielen Zahlungen für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 3,7 Milliarden Euro an.
Die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende 2026 soll nun auf 28,0 bis 29,0 Milliarden Euro sinken, was einer Reduzierung um eine Milliarde Euro gegenüber der früheren Prognose entspricht.
Zum 30. September 2026 lag die Verschuldung bei 31,083 Milliarden Euro, begünstigt unter anderem durch eine Zahlung von 3,0 Milliarden Euro durch Apollo. Anderson erteilte Forderungen nach einer Zerschlagung des Konzerns erneut eine Absage und verwies darauf, dass eine operative Abspaltung die erzielten Fortschritte über Jahre blockieren würde.
