Bayern will im Bundesrat fĂŒr Schuldenpaket stimmen
17.03.2025 - 18:52:16Darauf hĂ€tten sich CSU und Freie WĂ€hler in einer Sitzung des Koalitionsausschusses verstĂ€ndigt, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) bei einem gemeinsamen Statement mit Freie-WĂ€hler-Fraktionschef Florian Streibl in der Staatskanzlei in MĂŒnchen. Die bayerischen KoalitionĂ€re hĂ€tten sich aber auch auf eine Protokollnotiz geeinigt, in der unter anderem festgehalten wird, dass KlimaneutralitĂ€t ab dem Jahr 2045 vom Freistaat nicht als Verfassungsauftrag angesehen wird.
Damit das Schuldenpaket am Freitag den Bundesrat passieren kann, könnte es auf die Stimmen des Freistaats entscheidend ankommen. FĂŒr eine Zustimmung brauchte es aber vorab Einigkeit von CSU und Freien WĂ€hlern - bei Uneinigkeit hĂ€tte sich Bayern laut Koalitionsvertrag im Bundesrat enthalten mĂŒssen. Allerdings stand auch ein mögliches Platzen der Bayern-Koalition im Raum.
Aiwanger: "Eh keine Chance"
Freie-WĂ€hler-Chef Hubert Aiwanger hatte letztlich eingerĂ€umt, dass man "eh keine Chance" habe, das Schuldenpaket endgĂŒltig aufzuhalten. "Auch wenn das völliger Wahnsinn ist: Die CSU kann auch ohne uns im Bundesrat zustimmen", sagte er am Wochenende bei einem Termin in Neuburg, die "Augsburger Allgemeine" berichtete darĂŒber. Aiwanger bestĂ€tigte die Zitate am Montag, vor der letztlich entscheidenden Sitzung des Koalitionsausschusses von CSU und Freien WĂ€hlern, der Deutschen Presse-Agentur.
Vergangene Woche hatte es von den Freien WÀhlern noch massive Vorbehalte gegeben. Der Chef der Freien WÀhler im Landtag, Florian Streibl, sagte: "Es geht hier letztlich auch um die Freiheit unserer Gesellschaft." Die Freien WÀhler wollten sich auch nicht der Mehrheitsmeinung aller BundeslÀnder entgegenstellen.
Mit einem Nein der bayerischen Freien WĂ€hler wĂ€ren Hunderte Milliarden fĂŒr die Bundeswehr und fĂŒr die Sanierung der maroden Infrastruktur in Gefahr gewesen. Auch die mĂŒhsam gefundene Basis einer neuen schwarz-roten Bundesregierung und damit die Wahl von CDU-Chef Friedrich Merz zum nĂ€chsten Bundeskanzler hĂ€tte am seidenen Faden gehangen. In der CSU hatte es deshalb hinter den Kulissen Gedankenspiele gegeben, eher die Bayern-Koalition mit den Freien WĂ€hlern zu riskieren.
Zweidrittelmehrheit im Bundesrat ohne Bayern-Stimmen unsicher
Denn fĂŒr das von Union, SPD und GrĂŒnen ausgehandelte Paket und die damit verbundene Lockerung der Schuldenbremse muss das Grundgesetz geĂ€ndert werden. Dazu braucht es nicht nur eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag am Dienstag, sondern anschlieĂend am Freitag auch im Bundesrat. Nötig sind dort 46 von 69 Stimmen. Die ausschlieĂlich von CDU, SPD oder GrĂŒnen gestellten Landesregierungen kommen aber nur auf 41 Stimmen, es fehlen also fĂŒnf.
Die sechs bayerischen Stimmen könnten daher am Ende ausschlaggebend sein - wenn nicht andere LÀnder mit einer Regierungsbeteiligung von FDP, Linken oder BSW zustimmen, was aber in den meisten FÀllen noch ungewisser ist.
Aiwanger warnte vor Gefahr fĂŒr die StabilitĂ€t des Landes
Die CSU hat das Paket in Berlin mit ausgehandelt, sie ist also dafĂŒr. Die Freien WĂ€hler hatten ihren Segen aber bisher verweigert. "So, wie derzeit dieses Papier der schwarz-roten kĂŒnftigen Koalition vorliegt, können wir nicht zustimmen, weil wir damit mehr Gefahr als Chance fĂŒr die StabilitĂ€t unseres Landes sehen", hatte Aiwanger noch am vergangenen Mittwoch gesagt. Zudem verwiesen die Freien WĂ€hler auf ihren Koalitionsvertrag mit der CSU - dort werden derartige SchuldenplĂ€ne kategorisch ausgeschlossen. Aiwanger hatte aber auch da schon erklĂ€rt, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen sei.

