Söder dringt in China auf faire Wettbewerbsbedingungen
26.03.2024 - 12:37:48Er habe deutlich gemacht, dass man fĂŒr einen Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen Fairness brauche, sagte Söder anschlieĂend vor Journalisten in Peking. Denn: "Wir spĂŒren schon in den letzten Jahren, dass es fĂŒr unsere Unternehmen ein etwas hĂ€rterer Markt ist."
Konkret forderte Söder demnach einen Abbau von BeschrĂ€nkungen des grenzĂŒberschreitenden Datenverkehrs, Planungssicherheit und verlĂ€ssliche Investitionsbedingungen sowie einen Abbau von InvestitionsbeschrĂ€nkungen. Zudem verlangte er nach eigenen Worten mehr Transparenz bei Genehmigungs- und Lizenzierungsverfahren. Es dĂŒrfe keine einseitige Bevorzugung chinesischer Staatsunternehmen geben durch Subventionen, Steuererleichterungen oder Ă€hnliches mehr, betonte der MinisterprĂ€sident. Und schlieĂlich sei zentral, dass der Schutz geistigen Eigentums in China gewĂ€hrleistet sein mĂŒsse. Sonst bekĂ€men die Wirtschaftsbeziehungen eine Unwucht, die am Ende Debatten ĂŒber die EinfĂŒhrung von EU-Schutzzöllen befeuern könnten, warnte Söder.
Söder wurde bei seinem GesprĂ€ch von Vertretern mehrerer bayerischer Unternehmen begleitet, die in China aktiv sind. Diese hĂ€tten bei dem Treffen auch eine Reihe weiterer Probleme platzieren können, die Wentao aufgenommen habe, berichtete Söder. Beispielsweise habe dieser zugesagt, sich darum zu kĂŒmmern, wenn wirtschaftlich relevante Entscheidungen in einzelnen Regionen anders ausfielen als national vereinbart worden sei.
Die auslĂ€ndischen Direktinvestitionen in China fielen 2023 mit 33 Milliarden Dollar auf den niedrigsten Stand seit 30 Jahren, wie das Pekinger Devisenamt Mitte Februar mitteilte. Viele Fachleute werteten dies das als Indiz sowohl der geopolitischen Spannungen als auch des wachsenden Misstrauens in die chinesische Wirtschaftspolitik. Doch deutsche Unternehmen haben 2023 laut einer Analyse des IW Köln 11,9 Milliarden Euro und damit offensichtlich mehr Geld in China angelegt als je zuvor. Allerdings fordern Deutschland und die EuropĂ€ische Union schon lĂ€nger von Peking, die Marktbedingungen fĂŒr auslĂ€ndische Unternehmen in China zu verbessern und von unfairen Praktiken abzulassen.
Die GeschĂ€ftsklimaumfrage der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) zeigte im Januar, dass Firmen aus der Bundesrepublik weiter am chinesischen Markt festhalten wollen. Zwar sagten 54 Prozent der mehr als 500 befragten Unternehmen, dass China als Investitionsstandort weniger attraktiv werde, dennoch wollte ein ebenso hoher Anteil weiter in der Volksrepublik investieren. Ein ĂŒberwiegender Teil begrĂŒndete dies damit, um in China wettbewerbsfĂ€hig zu bleiben. Manche Firmen stecken zum Beispiel mehr Geld in Forschung und Entwicklung in China. Autobauer etwa versuchten in den letzten Jahren, ihre Modelle fĂŒr die WĂŒnsche der chinesischen Kundschaft anzupassen.

