Befristungen, Regierung

Befristungen: Regierung plant Verdopplung bis 2030

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon steigert Einstiegsgehälter auf 16,66 Euro. Verdi kritisiert fehlende Tarifbindung. Neue Standorte geplant.

Amazon erhöht Logistik-Löhne: Neue Gehälter ab September 2026
Ein Manager blickt besorgt in einem geschäftigen Logistiklager, während Arbeiter im Hintergrund Pakete bewegen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ab September 2026 steigt der Einstiegslohn auf 16,66 Euro pro Stunde – ein Plus von 4,1 Prozent. Für Beschäftigte mit mindestens zwei Jahren Betriebszugehörigkeit gibt es 18,87 Euro, ein Zuwachs von 3,1 Prozent.

Im Durchschnitt liegt die Vergütung im Netzwerk bei mindestens 18 Euro pro Stunde. Inklusive Jahresbonus von rund 2.400 Euro kommen die über 40.000 Mitarbeiter auf ein Jahresgehalt von etwa 41.600 Euro.

Trotz der Anhebung bleibt die Gewerkschaft Verdi kritisch. Sie fordert rechtsverbindliche Tarifverträge und bemängelt die einseitige Festlegung der Löhne durch den Arbeitgeber.

Parallel expandiert Amazon weiter. Neue Logistikzentren in Zweibrücken und Könnern sind in Planung. Für Zweibrücken ist die Eröffnung noch 2026 vorgesehen, für Könnern in den Jahren 2027 oder 2028.

Regierung plant Verdopplung der Befristungsdauer

Auf politischer Ebene sorgt ein Teil der Anfang Juli beschlossenen Reformagenda für Aufschwung und Beschäftigung für heftige Diskussionen. Die Pläne sehen vor, die Höchstdauer für sachgrundlose Befristungen bei Neueinstellungen bis Ende 2030 von 24 auf 48 Monate zu verdoppeln. Auch die Anzahl möglicher Verlängerungen steigt von drei auf sechs.

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Opposition und Teile der Regierungskoalition laufen Sturm. Vertreter der Grünen und der Linken sprechen von „politisch organisierter Zukunftsangst" und warnen vor prekären Arbeitsverhältnissen. Ricarda Lang (Grüne) und Luigi Pantisano (Linke) bezeichnen das Vorhaben als „Gesetz für Wegwerfjobs".

Die Koalition sieht die Maßnahme dagegen als Instrument, um in wirtschaftlich unsicheren Zeiten Neueinstellungen zu erleichtern und den Aufschwung zu fördern.

Airbus schränkt Homeoffice ein

Auch der Luftfahrtkonzern Airbus plant einschneidende Änderungen. Ab September 2026 soll mobiles Arbeiten von bisher zwei Tagen auf einen Tag pro Woche reduziert werden. Die Präsenzpflicht am Standort steigt damit auf vier Tage.

Der Betriebsrat warnt vor den Folgen. Die Arbeitnehmervertreter befürchten Chaos durch fehlende Bürokapazitäten und Parkplätze. Zudem sinke die Attraktivität des Unternehmens für Nachwuchskräfte. Der Betriebsrat prüft derzeit rechtliche Schritte gegen die Neuregelung.

Minijobs vor dem Aus?

Zusätzliche Unsicherheit herrscht bei geringfügigen Beschäftigungen. Eine Rentenkommission schlägt vor, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs abzuschaffen. Künftig sollen auch Aushilfen – mit Ausnahme von Schülern – Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

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Experten zufolge könnte das für betroffene Arbeitnehmer eine Minderung des Nettoverdienstes um bis zu 130 Euro bedeuten. Arbeitgeberverbände warnen vor mehr Bürokratie und einer Verschärfung des Personalmangels.

Krankenstand leicht gesunken

Aktuelle Auswertungen der Krankenkasse DAK zeigen für das erste Halbjahr 2026 eine leichte Entspannung beim Krankenstand. Er sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 5,4 auf 5,3 Prozent. Die durchschnittliche Anzahl der Fehltage ging von 9,9 auf 9,6 zurück.

Während die Ausfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen um 21 Prozent sanken, verzeichneten psychische Erkrankungen einen Anstieg um 9 Prozent. DAK-Chef Storm spricht sich für die geplanten Maßnahmen zur Teilkrankschreibung und verstärkte Prävention aus.

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