Moldaus PrÀsidentin beklagt beispiellose Wahlmanipulation
21.10.2024 - 06:14:07Kriminelle Gruppen hĂ€tten gemeinsam mit einer auslĂ€ndischen Macht versucht, die Lage in Moldau zu destabilisieren. Die nach einem EU-Beitritt strebende FĂŒhrung des Landes sieht Russland als gröĂte Bedrohung fĂŒr die StabilitĂ€t der Republik.
Es gebe Beweise, dass 300.000 Stimmen gekauft worden seien, sagte Sandu bei einem Auftritt in der Nacht in der Hauptstadt Chisinau. Dutzende Millionen Euro seien ausgegeben worden, um LĂŒgen und Propaganda zu verbreiten.
"Beispielloser Angriff auf die Freiheit"
"Wir haben es mit einem beispiellosen Angriff auf die Freiheit und die Demokratie in unserem Land zu tun", wurde Sandu von örtlichen Medien zitiert. Sie wolle das Endergebnis abwarten und dann Entscheidungen treffen. Details nannte die 52-JÀhrige nicht. Allerdings hatten moldauische SicherheitskrÀfte schon vor dem Urnengang WÀhlerbestechung und prorussische Desinformation in dem Land mit rund 2,5 Millionen Einwohnern aufgedeckt, das zwischen der von Russland angegriffenen Ukraine und dem EU-Mitgliedstaat RumÀnien liegt.
Sandu bewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Nach AuszĂ€hlung von mehr als 90 Prozent der Wahlzettel verfehlte sie mit rund 39 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit und mĂŒsste damit in eine Stichwahl in zwei Wochen gehen. Ihr Gegner wird aller Voraussicht nach der frĂŒhere Generalstaatsanwalt Alexandru Stoianoglo sein, der bei rund 28 Prozent der Stimmen lag und fĂŒr die traditionell starke Sozialistische Partei des prorussischen Ex-PrĂ€sidenten Igor Dodon antritt. Insgesamt waren elf Kandidaten angetreten.
Parallel zur PrÀsidentenwahl lief ein Referendum in dem Land, das offizieller EU-Beitrittskandidat ist. Ziel Sandus ist es, den EU-Kurs des Landes unwiderruflich als strategisches Ziel in der Verfassung festschreiben zu lassen. Nach AuszÀhlung von mehr als 92 Prozent der Stimmen schien es, als wenn sich die Mehrheit gegen die VerfassungsÀnderung ausgesprochen hat. Erwartet worden war das Gegenteil.

