Bund verfehlt eigene Ziele zum Ladeinfrastruktur-Aufbau
26.06.2023 - 06:12:19Im ersten Quartal wollte er bei allen Liegenschaften identifizieren, ob sie FlĂ€chen fĂŒr öffentliche LadesĂ€ulen ausweisen können, doch bis heute habe sich nichts getan, berichtet das "Handelsblatt". "Wesentliche MaĂnahmen des Masterplans II wurden noch nicht umgesetzt", sagte ein Sprecher des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft der Zeitung.
Dazu gehöre vor allem eine Ăbersicht ĂŒber geeignete FlĂ€chen. Er forderte: "Der Bund sollte seine FlĂ€chen endlich fĂŒr Ladeinfrastruktur zugĂ€nglich machen." Der Kritik schloss sich der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund an: "Wichtig erscheint aus kommunaler Sicht mehr denn je, dass auch der Bund endlich eigene FlĂ€chen fĂŒr potenzielle Betreiber bereitstellt", sagte ein Sprecher. "Mit dem sogenannten FlĂ€chentool liegen die Voraussetzungen vor." Das FlĂ€chentool ist eine Datenbank, die die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur im Auftrag des Bundes aufgebaut hat und verwaltet. LĂ€nder, Kommunen und Private bieten dort bereits FlĂ€chen fĂŒr Investoren an, nicht aber der Bund. Auf Nachfrage verwies das Verkehrsministerium an die Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben (BImA), die die Liegenschaften des Bundes verwaltet. Diese sei mit dem Verteidigungsministerium zustĂ€ndig, FlĂ€chen zu identifizieren und anzubieten. GrundsĂ€tzlich gelte: "Geeignet fĂŒr den Aufbau von Ladeinfrastruktur sind alle ParkplĂ€tze an Bundesbehörden." Doch auch die BImA hat bislang offenbar weder FlĂ€chen identifiziert noch ausgewiesen: Die Anstalt sollte bis Ende 2022 den Aufbau von Ladeinfrastruktur auf FlĂ€chen von Behörden im öffentlichen wie im nicht öffentlichen Raum ausschreiben. Bislang aber gibt es nur Ausschreibungen fĂŒr den nicht öffentlichen Bereich, also vor allem fĂŒr die eigenen Mitarbeiter. Es seien bisher 1.000 LadesĂ€ulen errichtet worden. Zu FlĂ€chen, auf denen jeder E-Auto-Fahrer parken und laden kann, sagte ein Sprecher der BImA nichts. Und zur Frage, wie viele FlĂ€chen an Bundeswehrstandorten zur VerfĂŒgung stehen, hieĂ es lediglich: "Aufgrund der sehr frĂŒhen Planungsphase" könne die BImA "noch keine Angaben zu Liegenschaften der Bundeswehr machen". Beim Ministerium hieĂ es: "Weitere FlĂ€chen werden geprĂŒft."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


