EuropÀische Union, Christian Lindner

EU-Schuldenregeln: Frankreich mahnt LĂ€nder-Autonomie an

16.06.2023 - 12:46:46

Beim EU-Finanzministertreffen geht es in der Debatte ĂŒber kĂŒnftige Schuldenregeln an die Details. WĂ€hrend unter anderem Deutschland auf einheitliche Regeln fĂŒr alle pocht, ist Frankreich anderer Meinung.

  • «Wir können derzeit keine zusĂ€tzlichen BeitrĂ€ge zum Haushalt der EuropĂ€ischen Union zeichnen», sagt Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). - Foto: Michael Matthey/dpa

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  • Antwortet mit einem klaren «Nein» zu den von Deutschland geforderten einheitlichen Schuldenregeln: Bruno Le Maire, Finanzminister von Frankreich. - Foto: Caisa Rasmussen/TT News Agency/AP/dpa

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  • Antwortet mit einem klaren «Nein» zu den von Deutschland geforderten einheitlichen Schuldenregeln: der französische Finanzminister Bruno Le Maire. - Foto: Caisa Rasmussen/TT News Agency/AP/dpa

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«Wir können derzeit keine zusÀtzlichen BeitrÀge zum Haushalt der EuropÀischen Union zeichnen», sagt Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). - Foto: Michael Matthey/dpaAntwortet mit einem klaren «Nein» zu den von Deutschland geforderten einheitlichen Schuldenregeln: Bruno Le Maire, Finanzminister von Frankreich. - Foto: Caisa Rasmussen/TT News Agency/AP/dpaAntwortet mit einem klaren «Nein» zu den von Deutschland geforderten einheitlichen Schuldenregeln: der französische Finanzminister Bruno Le Maire. - Foto: Caisa Rasmussen/TT News Agency/AP/dpa

In der Debatte um eine Reform der EU-Schuldenregeln stemmt sich Frankreich weiter gegen die unter anderem von Deutschland geforderten einheitlichen Regeln fĂŒr alle LĂ€nder. «Unsere Antwort lautet ganz klar "Nein", und zwar aus GrĂŒnden, die auf unsere Erfahrungen in der Vergangenheit zurĂŒckzufĂŒhren sind», sagte Finanzminister Bruno Le Maire bei einem Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg am Freitag.

«Wenn man es versucht hat, hat es nicht funktioniert und zu katastrophalen Auswirkungen fĂŒr die EuropĂ€ische Union gefĂŒhrt, die auch mit politischen Fragen zu tun haben, nĂ€mlich der Achtung der SouverĂ€nitĂ€t der Staaten», sagte Le Maire. «Ich erinnere daran, dass die EuropĂ€ische Union nach wie vor auf der SouverĂ€nitĂ€t der Nationen und Staaten aufgebaut ist.»

Bundesfinanzminister Christian Lindner hingegen bekrĂ€ftigte seine Forderung nach einheitlichen Vorschriften: «Wir brauchen gemeinsame Regeln, die fĂŒr alle gleich sind», sagte er in Luxemburg. Die Fiskalregeln dĂŒrften nicht «prinzipiell weicher werden, sondern realistischer und verlĂ€sslicher». Weitere zehn - vornehmlich osteuropĂ€ische - LĂ€nder hatten sich am Donnerstag in einem Gastbeitrag in der «Welt» an Deutschlands Seite gestellt und sich ebenfalls fĂŒr «klare und verstĂ€ndliche Regeln, die fĂŒr alle Mitgliedstaaten gleichermaßen gelten», ausgesprochen.

Regeln bis 2024 ausgesetzt

Derzeit wird in der EU ĂŒber eine Reform der Schuldenregeln verhandelt. Die Regeln schreiben den Staaten Obergrenzen vor. Im Kern sehen sie vor, Schulden bei maximal 60 Prozent der Wirtschaftsleistung zu begrenzen und Haushaltsdefizite unter 3 Prozent zu halten. Wegen der Corona-Krise sowie der Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine wurden die bislang geltenden Regeln bis 2024 ausgesetzt. Bislang mĂŒssen Staaten normalerweise fĂŒnf Prozent der Schulden, die ĂŒber der 60-Prozent-Marke liegen, im Jahr zurĂŒckzahlen. FĂŒr hoch verschuldete LĂ€nder wie Italien oder Griechenland wĂ€re das fĂŒr das Wachstum verheerend. Auch vor der Pandemie wurde das Regelwerk missachtet - auch von Deutschland.

In Mitte April prĂ€sentierten ReformvorschlĂ€gen fĂŒr den sogenannten StabilitĂ€ts- und Wachstumspakt hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, hoch verschuldeten LĂ€ndern mehr FlexibilitĂ€t beim Abbau von Schulden und Defiziten einzurĂ€umen. Statt einheitlicher Vorgaben fĂŒr alle LĂ€nder setzt die Behörde auf individuelle Wege fĂŒr jedes Land, um Schulden und Defizite langfristig zu senken.

Aus deutscher Sicht sind die VorschlĂ€ge nicht ausreichend, Finanzminister Lindner fordert strenge Mindestvorgaben. So sollen etwa LĂ€nder mit hohen Schuldenquoten diese um mindestens einen Prozentpunkt jĂ€hrlich senken mĂŒssen.

@ dpa.de