So bezahlt Deutschland: Karte ĂŒberholt Bargeld, SouverĂ€nitĂ€t gewinnt an Bedeutung
23.10.2025 - 11:15:39Karte erstmals beliebter als Bargeld
2006 lieĂ die Initiative erstmals eine umfassende Allensbach-Studie zum Bezahlverhalten durchfĂŒhren - seitdem erfolgt die Erhebung jĂ€hrlich. In diesem Jahr hat dabei die Kartenzahlung zum ersten Mal die Barzahlung ĂŒberholt. 47 Prozent der Befragten gaben an, bei ihrem letzten Einkauf mit Karte bezahlt zu haben (2024: 44 Prozent). Zahlungen mit Scheinen oder MĂŒnzen folgten dicht dahinter mit 41 Prozent (2024: 48 Prozent). Unter den Personen, die verschiedene Bezahlkarten besitzen, nutzt ĂŒber die HĂ€lfte (52 Prozent) am liebsten ihre girocard, wĂ€hrend 15 Prozent die Kreditkarte bevorzugen. Auch ein Blick in die Zukunft zeigt: Im Jahr 2030 prognostizieren 77 Prozent der Befragten, dass die Debitkarte der deutschen Banken und Sparkassen weiterhin das meistgenutzte Zahlungsmittel bleibt.
Mobile Payment setzt sich weiter durch - besonders beliebt bei jungen Menschen
Der Trend zum digitalen Bezahlen manifestiert sich im kontinuierlichen Wachstum von Mobile Payment: Jede:r Vierte (25 Prozent) gab an, schon einmal mit seinem Smartphone oder seiner Smartwatch bezahlt zu haben - damit hat sich die Anwendung dieses Zahlungsverfahrens in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt (2022: 12 Prozent). Besonders bei Personen unter 30 Jahren ist Mobile Payment beliebt: 42 Prozent bezahlen am liebsten mit ihrem mobilen EndgerÀt. Damit liegt Bezahlen mit Smartphone oder -watch bei dieser Altersgruppe fast gleichauf mit der klassischen Kartenzahlung (45 Prozent).
Steigende Aufmerksamkeit fĂŒr deutsche und europĂ€ische Bezahlsysteme
Die Umfrage verdeutlicht, dass die aktuelle politische und wirtschaftliche Weltlage das Zahlungsverhalten maĂgeblich beeinflusst. Demnach wĂ€chst das Bewusstsein fĂŒr unabhĂ€ngige Bezahlmethoden: 60 Prozent der Befragten halten es fĂŒr wichtig, auch in Zukunft mit der girocard oder wero ĂŒber deutsche beziehungsweise europĂ€ische Alternativen zu amerikanischen Anbietern wie VISA, Mastercard oder PayPal zu verfĂŒgen. Das sind 15 Prozent mehr als noch vor drei Jahren (2022: 45 Prozent). Dass Deutschland dadurch SouverĂ€nitĂ€t gegenĂŒber den USA gewinnt, sehen 69 Prozent der Befragten als klaren Vorteil. Ingo Limburg, Vorsitzender der IDZ, betont die Relevanz eines eigenen Zahlungssystems: "Unsere digitalen Zahlungslösungen stehen fĂŒr Selbstbestimmung und Sicherheit. In unsicheren Zeiten ist es fĂŒr Verbraucher:innen entscheidend, sich auf unabhĂ€ngige Systeme zu verlassen, die höchsten Datenschutzstandards gerecht werden." Die strengeren Datenschutzbestimmungen und der umfassendere Verbraucherschutz sprechen fĂŒr die HĂ€lfte (50 Prozent) der Befragten klar fĂŒr ein europĂ€isches Bezahlsystem. Bemerkenswert ist ferner, dass rund sieben von zehn Befragten (71 Prozent) nicht wussten, dass europĂ€ische Datenschutzvorgaben fĂŒr globale Paymentanbieter keine GĂŒltigkeit besitzen.
Politische Lage verÀndert Konsumverhalten
Die derzeitigen internationalen Entwicklungen wirken sich auf die Stimmung in Deutschland aus: Rund jede:r Dritte fĂŒhlt sich durch die Lage bedrĂŒckt (34 Prozent), und 29 Prozent haben ZukunftsĂ€ngste. Diese Befindlichkeiten spiegeln sich auch im Konsumverhalten wider: 70 Prozent achten beim Einkaufen stĂ€rker auf den Preis. Jede:r Zweite (49 Prozent) kann sich aufgrund gestiegener Preise weniger leisten. Um die deutsche und die europĂ€ische Wirtschaft zu stĂ€rken, greifen mehr Menschen gezielt zu Produkten "made in Germany" und "made in EU" - vor allem bei Lebensmitteln (62 Prozent). Jede:r FĂŒnfte (20 Prozent) versucht als Reaktion auf die derzeitige Politik, US-amerikanische Produkte bewusst zu meiden. UnabhĂ€ngigkeit entwickelt sich zum wichtigen Konsumkriterium - wie nicht zuletzt Initiativen wie "Go European" unterstreichen. Doch diese Entscheidung stoppt nicht beim Einkaufen, auch an der Kasse haben Verbraucher:innen die Wahl. In Deutschland fungiert die girocard als eigenstĂ€ndiges Zahlungssystem, das den geltenden Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen entspricht.
Fazit: Wunsch nach unabhÀngigem, digitalem Bezahlen
Die Allensbach-Studie 2025 belegt: Deutschland bezahlt zunehmend digital - ob mit Karte, Smartphone oder Smartwatch. Die girocard bleibt das bevorzugte Zahlungsmittel, wĂ€hrend Mobile Payment vor allem bei jungen Menschen weiter an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig wĂ€chst das Bewusstsein fĂŒr Datenschutz und digitale UnabhĂ€ngigkeit. In Zeiten globaler Unsicherheiten setzen Verbraucher:innen auf sichere, transparente und souverĂ€ne Lösungen - und stĂ€rken damit die Rolle europĂ€ischer Zahlungssysteme im Alltag. Die girocard erweist sich dabei als weit mehr als ein Bezahlmittel: Als QualitĂ€tsprodukt "made in Germany" stellt sie ein wirtschaftlich bedeutendes Infrastrukturangebot dar, das allen Beteiligten im System einen Mehrwert bietet. Gleichzeitig unterstreicht Ingo Limburg die SchlĂŒsselrolle der girocard fĂŒr die Entwicklung europĂ€ischer Zahlungslösungen: "Ein souverĂ€ner und widerstandsfĂ€higer europĂ€ischer Zahlungsverkehr kann nur aus einer Kombination von bestehenden und neuen Bezahlsystemen erwachsen."
Mehr Ergebnisse der Studie finden Sie im Exposé.
Zur Studie
Die Untersuchung des Instituts fĂŒr Demoskopie Allensbach im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. stĂŒtzt sich auf insgesamt 1.025 Interviews mit einem reprĂ€sentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahren. Die Interviews wurden zwischen dem 4. Juli und 16. Juli 2025 mĂŒndlich-persönlich durchgefĂŒhrt.
Zur Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V.
Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit Sitz in Berlin versteht sich als Netzwerk fĂŒr Unternehmen und Institutionen, die die bargeldlosen Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft akzeptieren oder die notwendige Infrastruktur bereitstellen. Dazu gehört unter anderem auch die girocard als meist genutzte Debitkarte Deutschlands. Als Verein bĂŒndelt die Initiative Interessen von rund 80 Mitgliedern und vertritt sie gegenĂŒber Politik und Medien. Seit knapp 20 Jahren beschĂ€ftigt sich die Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V. mit dem Bezahlen in Deutschland.
Zu den Bezahlverfahren
Die girocard, als meist genutzte Debitkarte Deutschlands, steckt nahezu in jedem deutschen Geldbeutel. Die Marke "girocard" steht fĂŒr den ĂŒbergeordneten Rahmen der deutschen Kreditwirtschaft: das girocard-Verfahren als Debitkarten-Zahlverfahren und das "Deutsches Geldautomaten-System". Der Name und das Logo girocard wurden 2007 von der Deutschen Kreditwirtschaft eingefĂŒhrt.
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