ROUNDUP, Habeck

Habeck will Klimaschutz und CO2-Speicherung fördern

23.08.2024 - 16:20:54

BERLIN - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will die Umstellung auf klimafreundlichere Produktionsweisen sowie unterirdische Kohlendioxid-Speicherung mit rund 3,3 Milliarden Euro bis 2030 fördern.

(neu: Greenpeace)

BERLIN (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will die Umstellung auf klimafreundlichere Produktionsweisen sowie unterirdische Kohlendioxid-Speicherung mit rund 3,3 Milliarden Euro bis 2030 fördern. "Wir wollen gerade auch die vielen mittelstĂ€ndischen Produktionsbetriebe bei der Umstellung auf CO2-arme Verfahren unterstĂŒtzen", erklĂ€rte der GrĂŒnen-Politiker in Berlin bei der Vorstellung der neuen Förderrichtlinie "Bundesförderung Industrie und Klimaschutz". Sie löst eine VorgĂ€ngerregelung ab, die zum Jahresende 2023 ausgelaufen war. Förderbescheide wurden laut Habeck aber noch bis in den Juli erteilt.

Erste Bewerbungen voraussichtlich ab Herbst

Die Förderung ist als ErgĂ€nzung zu den sogenannten KlimaschutzvertrĂ€gen gedacht, bei denen der Staat fĂŒr eine Übergangszeit die Mehrkosten fĂŒr klimafreundlichere Produktionsweisen in energiehungrigen Branchen ĂŒbernimmt. Unternehmen können sich nur auf eins der beiden Förderinstrument bewerben.

Der erste Aufruf fĂŒr die neue Förderung soll voraussichtlich im September starten, Unternehmen hĂ€tten dann drei Monate lang Zeit, um Projekte einzureichen. Infrage kommen Projekte ab einer GrĂ¶ĂŸe von 500.000 Euro fĂŒr kleine und mittlere Unternehmen und einer Million Euro fĂŒr große Unternehmen. Ab einem Projektvolumen von 15 Millionen Euro ist eine finanzielle Beteiligung der BundeslĂ€nder von 30 Prozent vorgesehen. Das Geld kommt aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Mit dem jĂŒngst im Kabinett verabschiedeten Wirtschaftsplan fĂŒr den Fonds sei die Finanzierung gesichert, betonte Habeck.

Gedacht ist die neue Förderung fĂŒr Unternehmen beispielsweise der energieintensiven Grundstoffindustrie, der Stahl- und Gießereibranche, der Glas-, Keramik-, Papier- oder Zementindustrie. Eine Umstellung auf Strom könne dort sinnvoll sein, wo heute fossile Brennstoffe in Prozessen genutzt werden, die hohe Temperaturen erfordern, erklĂ€rte das Ministerium. Die maximale Förderung betrĂ€gt pro Unternehmen fĂŒr die Umstellung von Prozessen bis zu 200 Millionen Euro. Voraussetzung ist, dass durch Neuerungen mindestens 40 Prozent an CO2 eingespart werden und dass das Vorhaben in Deutschland umgesetzt wird. Man verlange keine höhere CO2-Einsparung, um Unternehmen den graduellen Umstieg zu ermöglichen, sagte Habeck.

Streitpunkt Kohlendioxid-Abscheidung

Auch die von UmweltverbÀnden kritisierte Abscheidung und unterirdische Speicherung von klimaschÀdlichem Kohlendioxid (CO2) soll gefördert werden. "Dort haben wir uns konzentriert auf die unvermeidbaren Emissionen", sagte Habeck. FörderfÀhig sind Vorhaben in den Bereichen Kalk, Zement, thermische Abfallbehandlung, Grundstoffchemie, Glas und Keramik. Investitionsvorhaben sind hier mit bis zu 30 Millionen Euro förderfÀhig, industrielle Forschungsprojekte mit bis zu 35 Millionen Euro.

Karsten Smid von Greenpeace nannte die Förderung von CCS absurd. "CCS ist eine teure Illusion, die Milliarden verschlingt, ohne das Klimaproblem wirklich zu lösen. Die CO2-Verpressung ist unzureichend erprobt, lÀngst nicht einsatzfÀhig und die ökologischen Gefahren bisher nicht abschÀtzbar."

@ dpa.de