DRV-ErnteschÀtzung, GetreideanbauflÀche

Erste DRV-ErnteschÀtzung 2024 I So wenig GetreideanbauflÀche wie noch nie

14.03.2024 - 11:53:03

Berlin - Die GetreideanbauflĂ€che in Deutschland wird nach EinschĂ€tzung des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) in diesem Jahr erstmalig auf unter sechs Millionen Hektar fallen. "Wir rechnen mit einer GetreideanbauflĂ€che von 5,9 Millionen Hektar. Das ist ein neuer Tiefststand", betont Guido Seedler, Getreidemarktexperte des Verbands. Der erneute FlĂ€chenrĂŒckgang hat verschiedene GrĂŒnde. So werden weiterhin AckerflĂ€chen fĂŒr Baumaßnahmen oder die Errichtung von Fotovoltaikanlagen in Anspruch genommen. Außerdem mĂŒssen Landwirte nach den Vorgaben der EuropĂ€ischen Agrarpolitik in diesem Jahr zum ersten Mal mindestens vier Prozent ihrer FlĂ€chen aus ökologischen GrĂŒnden stilllegen. Als Konsequenz erwartet der DRV fĂŒr das Jahr 2024 eine rĂŒcklĂ€ufige Getreideernte.

Zunahme der FlÀchenkonkurrenz erwartet

Der DRV rechnet damit, dass sich die FlĂ€chenkonkurrenz in den kommenden Jahren weiter zuspitzt und sich die AnbauflĂ€che noch deutlich stĂ€rker verringert. Nach einer Studie des ThĂŒnen-Instituts können bis zum Jahr 2030 insgesamt bis zu 600.000 Hektar landwirtschaftliche NutzflĂ€che durch Bebauung oder die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen (z.B. MoorbodenwiedervernĂ€ssung) verlorengehen. Seedler: "Bezogen auf die gesamte landwirtschaftliche NutzflĂ€che in Deutschland sind das zirka drei Prozent." Daher mĂŒssen nach DRV-Ansicht möglichst viele FlĂ€chen fĂŒr die Landwirtschaft gesichert und die ProduktivitĂ€t dort nachhaltig gesteigert werden. "Nur so kann Deutschland seinen Beitrag zur BekĂ€mpfung des weltweiten Hungers leisten. Hier stehen wir vor großen Herausforderungen. Die weltweite Nachfrage nach Nahrungsmitteln soll bis 2050 um rund 50 Prozent steigen", erklĂ€rt der Getreideexperte.

GetreidebestÀnde haben unter NiederschlÀgen gelitten

"WĂ€hrend FrostschĂ€den nur begrenzt auftraten, hat die Landwirtschaft in vielen Regionen seit Monaten mit einer hohen WassersĂ€ttigung der Böden und Überschwemmungen zu kĂ€mpfen" richtet Seedler den Blick auf die aktuelle Situation. Zum Teil habe im Herbst wegen der NĂ€sse kein Getreide ausgesĂ€t werden können. Besonders betroffen sind Niedersachsen und Teile Schleswig-Holsteins. Dort sind die BestĂ€nde oftmals geschwĂ€cht aus dem Winter gekommen, teilweise mĂŒssen FlĂ€chen neu angesĂ€t werden, da die Pflanzen unter Wasser verfaulen. Dank des frĂŒhlingshaften Wetters hat sich die die Lage mittlerweile entspannt. FrĂŒhjahrsdĂŒngung und Aussaatarbeiten haben ĂŒberall in Deutschland begonnen. Allerding sind schwere Böden insbesondere in Norddeutschland weiterhin kaum befahrbar.

DRV-Prognose: Getreide 41 Millionen Tonnen, Raps 3,9 Millionen Tonnen

Bei durchschnittlichen ErtrÀgen geht der Verband derzeit rechnerisch von einer Getreideernte in Höhe von 41 Millionen Tonnen aus. Das wÀre ein Minus von gut 3,5 Prozent zum Vorjahr. Beim Raps rechnet der DRV aktuell mit einem Ergebnis von 3,9 Millionen Tonnen und damit unter Vorjahresniveau.

Details zur SchÀtzung: Siehe Tabellen

Hier gelangen Sie zum Video-Interview zur dritten DRV-ErnteschÀtzung mit Guido Seedler.

Weitere Informationen: Guido Seedler, DRV-Warenwirtschaft,

Tel. 030 856214-410, E-Mail: [email protected]

Über den DRV

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