Fachausschuss-Vorsitzender, Frank

Fachausschuss-Vorsitzender Frank Jentzer: Weinbau steht vor großen Herausforderungen, die einen umfassenden Transformationsprozess unabdingbar machen

18.10.2024 - 11:58:34

Berlin - DRV-Weinempfang mit Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir

Es sind deutliche Worte, die Frank Jentzer beim Weinempfang des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV) wĂ€hlt: "Der Weinbau in Deutschland steht vor den grĂ¶ĂŸten Herausforderungen der letzten Jahrzehnte", betonte der Vorsitzende des DRV-Fachausschusses Weinwirtschaft und Vorstandsvorsitzende der Deutsches Weintor eG. Die Betriebskosten fĂŒr die Winzer sind deutlich gestiegen und spiegeln sich in den aktuellen Fassweinpreisen in keiner Weise wider. ZwangslĂ€ufig hat das Auswirkungen auf die Einkommen der weinbautreibenden Familienbetriebe, die nicht mehr kostendeckend wirtschaften können und sich daher um ihre Existenz sorgen. "Wir brauchen einen umfassenden Imagewandel unseres Produkts und wĂŒnschen uns UnterstĂŒtzung von der Politik fĂŒr unserer Kampagne 'Wine in Moderation' zum verantwortungsvollen Weingenuss. Auch die WertschĂ€tzung unseres Beitrags zum Erhalt von einzigartigen Kulturlandschaften und dem davon abhĂ€ngigen Tourismus ist ausbaufĂ€hig. Zudem mĂŒssen wir es schaffen, den Fokus der Verbraucher verstĂ€rkt auf die deutschen HerkĂŒnfte zu lenken, da wir aktuell nur 40 Prozent Marktanteil haben", so Jentzer beim DRV-Empfang im Französischen Dom im Herzen Berlins vor rund 200 GĂ€sten aus Politik, Genossenschaften und VerbĂ€nden. DRV-PrĂ€sident Franz-Josef Holzenkamp appellierte daher auch fĂŒr mehr WertschĂ€tzung fĂŒr die guten deutschen Genossenschaftsweine - und zwar im Wortsinn: "Guter Wein muss auch etwas wert sein."

Die Branche benötige vor allem auch mehr Planungssicherheit und eine verlĂ€ssliche Politik - insbesondere hinsichtlich der Produktionsbedingungen. "Wir mĂŒssen verlĂ€ssliche Pflanzenschutzmaßnahmen durchfĂŒhren können, und dĂŒrfen nicht permanent mit weiteren EinschrĂ€nkungen verunsichert und belastet werden", sagte Jentzer an den anwesenden Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir gerichtet. DarĂŒber hinaus mahnte er faire Wettbewerbsbedingungen an und kritisierte die zuletzt wieder aufgekommene Diskussion zum Mindestlohn: "FĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit der deutschen Landwirtschaft ist es sehr schĂ€dlich, wenn die Politik versucht, in die Autonomie der Tarifpartner einzugreifen."

Hier erntete der DRV-Fachausschussvorsitzende Zustimmung vom Bundesminister, der einen Eingriff in die Arbeit der Mindestlohnkommission kritisierte: "Entweder man macht eine Mindestlohnkommission, oder nicht", sagte Özdemir. Den von FrostschĂ€den im April betroffenen Winzerinnen und Winzern sagte er finanzielle UnterstĂŒtzung aus der Agrarreserve der EuropĂ€ischen Union zu. "Die Weinernte in Deutschland ist rund fĂŒnf Prozent geringer ausgefallen als im Vorjahr", berichtete Özdemir. Mancherorts hĂ€tte es aufgrund der SpĂ€tfröste massive AusfĂ€lle gegeben. "Es geht um reale ExistenzĂ€ngste", so der Minister.

Viel Lob findet Özdemir fĂŒr die Genossenschaften: "Wir wissen alle, was wir an Genossenschaften haben, sie spielen eine starke Rolle in lĂ€ndlichen RĂ€umen. Die Genossenschaften tragen ganz wesentlich dazu bei, dass wir Wohlstand bei uns im Land haben."

Dies unterstrich auch die amtierende deutsche Weinkönigin Charlotte Weihl, die darĂŒber hinaus einen positiven Blick in die Zukunft warf: "Die Weinbranche war schon immer innovativ und zukunftsorientiert und wird auch die aktuellen Herausforderungen meistern", sagte sie beim DRV-Empfang.

Über den DRV

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und genossenschaftlich orientierten Unternehmen der deutschen Agrar- und ErnĂ€hrungswirtschaft. Als wichtiges Glied der Wertschöpfungskette Lebensmittel erzielen die 1.656 Mitgliedsunternehmen in der Erzeugung, im Handel und in der Verarbeitung pflanzlicher und tierischer Produkte mit 114.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 6.000 Menschen in Ausbildung einen Umsatz von 82,6 Milliarden Euro. Landwirte, GĂ€rtner und Winzer sind die Mitglieder und damit EigentĂŒmer der Genossenschaften.

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