Reaktionen auf Biden-RĂŒckzug
21.07.2024 - 23:05:15(Neu: Weitere Details)
BERLIN (dpa-AFX) - International haben Politiker US-PrĂ€sident Joe Biden Respekt fĂŒr seinen RĂŒckzug aus dem Rennen um eine weitere Amtszeit gezollt. Auch in Deutschland erfĂ€hrt Biden fĂŒr seine Entscheidung viel WertschĂ€tzung. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schrieb auf der Plattform X, der Entschluss von seinem "Freund" Biden verdiene Anerkennung. CDU-Chef Friedrich Merz erklĂ€rte, Biden habe mehr als fĂŒnf Jahrzehnte lang dem amerikanischen Volk gedient. "Seine heutige Entscheidung verdient gröĂten Respekt". Der Kreml will die Lage nach Bidens RĂŒckzug nach den Worten eines Sprechers "genau beobachten".
Kreml zeigt sich erst einmal zurĂŒckhaltend
Kremlsprecher Dmitri Peskow erinnerte daran, dass Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin Biden als berechenbaren Kandidaten eingestuft habe, der fĂŒr Russland vorzuziehen sei. Aber: "Die Wahl ist noch vier Monate entfernt, und das ist eine lange Zeit, in der sich viel Ă€ndern kann", sagte Peskow mit Blick auf die US-Wahl im November "Wir mĂŒssen geduldig sein und genau beobachten, was als NĂ€chstes passiert." PrioritĂ€t fĂŒr Russland habe, die Ziele des Angriffskriegs gegen die Ukraine zu erreichen.
Der Vorsitzende der Staatsduma Russlands, Wjatscheslaw Wolodin, forderte, Biden nunmehr zur Verantwortung zu ziehen. "Biden hat Probleme in der ganzen Welt und in seinem eigenen Land, den Vereinigten Staaten, geschaffen." Biden sollte nun "zur Rechenschaft gezogen werden: fĂŒr den entfesselten Krieg in der Ukraine, die Zerstörung der Wirtschaft europĂ€ischer LĂ€nder, die Sanktionspolitik gegen Russland und andere LĂ€nder." Nach dem russischen Narrativ trĂ€gt der Westen die Schuld am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Reaktionen auch von vielen deutschen Politikern
Bundeskanzler Scholz schrieb, sein "Freund @POTUS Joe Biden" habe viel erreicht: fĂŒr sein Land, fĂŒr Europa, die Welt. "Dank ihm ist die transatlantische Zusammenarbeit eng, die Nato stark, die USA ein guter und verlĂ€sslicher Partner fĂŒr uns."
Die GrĂŒnen-Vorsitzende Ricarda Lang erklĂ€rte auf X: "Joe Biden hat als PrĂ€sident seinem Land auf beeindruckende Art und Weise gedient. Und er tut es auch mit diesem Schritt. Mein gröĂter Respekt!" Der CDU-AuĂenpolitiker Norbert Röttgen schrieb auf X, Biden habe "seinen Fehler, erneut zu kandidieren, spĂ€t, aber nicht zu spĂ€t korrigiert." Auch das verdiene gröĂten Respekt. "Die Demokratische Partei hat nun die Chance, den Wahlkampf noch einmal zu drehen." Der SPD-AuĂenpolitiker Ralf Stegner erklĂ€rte bei X, es sei ein "erwarteter Paukenschlag in den USA". Am Ende sei dies alternativlos und notwendig, um den republikanischen Kandidaten Donald Trump doch noch zu besiegen.
Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Michael Link (FDP), rechnet mit einem spannenden Wahlkampf. "Bidens AnkĂŒndigung eröffnet das Rennen um die PrĂ€sidentschaft neu und bringt so eine grundlegend verĂ€nderte Dynamik in den Wahlkampf", teilte Link mit. Er wĂŒrdigte Bidens Verdienste um die transatlantischen Beziehungen. "Gerade im sicherheitspolitischen Bereich hat er nichts unversucht gelassen, die Partnerschaft weitsichtig zu intensivieren und die AbschreckungsfĂ€higkeit der Nato zu stĂ€rken, wie erst jĂŒngst durch die AnkĂŒndigung der Stationierung von Marschflugkörpern in Deutschland."
"Oft schwierige Entscheidungen getroffen"
Auch Spitzenpolitiker aus Tschechien und Polen wĂŒrdigten Bidens Verdienste. "Lieber PrĂ€sident Joe Biden, Sie haben oft schwierige Entscheidungen getroffen, dank derer Polen, Amerika und die Welt sicherer sowie Demokratie und Freiheit stĂ€rker sind", schrieb der polnische MinisterprĂ€sident Donald Tusk bei X. Er sei ĂŒberzeugt, dass sich Biden davon auch bei seiner jetzigen Entscheidung habe leiten lassen. Es sei fĂŒr den US-Demokraten "vielleicht die schwierigste im Leben."
"Das ist zweifellos die Entscheidung eines Staatsmanns, der seinem Land jahrzehntelang gedient hat", schrieb der tschechische Regierungschef Petr Fiala bei X. "Es ist ein verantwortungsvoller und persönlich sicher nicht leichter Schritt, der aber deshalb umso mehr Anerkennung verdient", fĂŒhrte der liberalkonservative Politiker aus. Er drĂŒcke den USA die Daumen, dass aus der Wahl im November ein guter PrĂ€sident hervorgehe.
Israels PrĂ€sident Izchak Herzog schrieb auf X: "Ich möchte meine aus tiefstem Herzen empfundene Dankbarkeit fĂŒr @POTUS zum Ausdruck bringen." Als erster US-PrĂ€sident habe er Israel in Kriegszeiten besucht. "Und als wahrer VerbĂŒndeter des jĂŒdischen Volkes ist er ein Symbol fĂŒr die unzerreiĂbaren Bande zwischen unseren beiden Völkern."
Top-Republikaner Johnson fordert Biden zu RĂŒcktritt auf
Der republikanische Vorsitzende des ReprĂ€sentantenhauses, Mike Johnson, fordert Biden dazu auf, unverzĂŒglich sein Amt niederzulegen. "Wenn Joe Biden nicht in der Lage ist, fĂŒr das Amt des PrĂ€sidenten zu kandidieren, dann ist er auch nicht in der Lage, das Amt des PrĂ€sidenten auszuĂŒben", schrieb Johnson auf X. "Er muss sofort von seinem Amt zurĂŒcktreten."
Zwei pinke Herzen von Ehefrau Jill
Jill Biden kommentierte den RĂŒckzug ihres Ehemannes mit einem Emoji. Die First Lady repostete ĂŒber ihren privaten Account auf der Plattform X den entsprechenden Beitrag von US-PrĂ€sident Joe Biden mit zwei pinken Herzen. Die Enkeltochter von US-PrĂ€sident Biden, Naomi Biden, erklĂ€rte, sei "einfach nur stolz" auf ihren GroĂvater. Er sei nicht nur der effektivste PrĂ€sident unserer Zeit gewesen - und werde es auch weiterhin sein, schrieb die 30-JĂ€hrige auf X. "Unsere Welt ist heute dank ihm in vielerlei Hinsicht besser." Er habe sich wahrscheinlich bereits als der effektivste und wirkungsvollste Staatsdiener in der Geschichte der USA etabliert. "An die Amerikaner, die ihm immer den RĂŒcken gestĂ€rkt haben: Bleibt weiter hoffnungsvoll." Naomi Biden ist die Tochter von Bidens Sohn Hunter Biden.
Biden "ein wahrer Patriot und groĂer Amerikaner"
Der fĂŒhrende Demokrat im US-Senat, Chuck Schumer, erklĂ€rte, Biden sei nicht nur ein groĂartiger PrĂ€sident, sondern auch ein wirklich bemerkenswerter Mensch. "Seine Entscheidung war gewiss nicht leicht, aber er hat wieder einmal sein Land, seine Partei und unsere Zukunft an die erste Stelle gesetzt", schrieb Schumer in einer Stellungnahme. Der heutige Tag zeige, dass Biden "ein wahrer Patriot und groĂer Amerikaner" sei.
Musk: Zeitpunkt von Biden-RĂŒckzug war in Washington bekannt
Tech-MilliardĂ€r Elon Musk will ĂŒber Bidens RĂŒckzug Bescheid gewusst haben. "Ich habe letzte Woche gehört, dass er sich genau zu diesem Zeitpunkt zurĂŒckziehen wĂŒrde. Das war in DC allgemein bekannt", schrieb Musk auf der Plattform X, die ihm gehört. "Die wirklichen KrĂ€fte, die an der Macht sind, entledigen sich der alten Marionette zugunsten einer, die eine bessere Chance hat, die Ăffentlichkeit zu tĂ€uschen. Sie fĂŒrchten Trump, weil er keine Marionette ist." Der MultimilliardĂ€r und hat schon mehrfach seine UnterstĂŒtzung fĂŒr den republikanischen PrĂ€sidentschaftskandidaten Donald Trump kundgetan.
Spaniens SĂĄnchez: Mutige Entscheidung
Der spanische Regierungschef Pedro SĂĄnchez wĂŒrdigte den RĂŒckzug Bidens als "mutige und wĂŒrdevolle" Entscheidung. Dank Bidens Entschlossenheit und FĂŒhrungsstĂ€rke hĂ€tten die USA die Wirtschaftskrise nach der Pandemie und den schweren Angriff auf dem Capitol Hill ĂŒberwunden und die Ukraine angesichts der russischen Aggression durch Putin vorbildlich unterstĂŒtzt, schrieb der Sozialist auf X.

