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Union will Antrag zu ZurĂŒckweisungen in Bundestag einbringen

12.09.2024 - 08:34:14

BERLIN - Nach dem gescheiterten Migrationsgipfel von Regierung und CDU/CSU will die Unionsfraktion am Donnerstag einen eigenen Antrag zu ZurĂŒckweisungen an der Grenze in den Bundestag einbringen.

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BERLIN (dpa-AFX) - Nach dem gescheiterten Migrationsgipfel von Regierung und CDU/CSU will die Unionsfraktion am Donnerstag einen eigenen Antrag zu ZurĂŒckweisungen an der Grenze in den Bundestag einbringen. Dieser trĂ€gt den Titel "FĂŒr eine echte Wende in der Asyl- und Migrationspolitik - ZurĂŒckweisungen an den deutschen Grenzen vornehmen". Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung ĂŒber den Antrag berichtet.

Die Unionsfraktion bezieht sich darin unter anderem auf Artikel 72 des Vertrags ĂŒber die Arbeitsweise der EuropĂ€ischen Union: Angesichts der aktuellen gravierenden Migrations- und Sicherheitslage habe Deutschland eine Ausnahmesituation im Sinne dieses Artikels erreicht, heißt es etwa. "Umfassende ZurĂŒckweisungen an den deutschen Binnengrenzen sind demnach rechtlich zulĂ€ssig, sie sind praktisch möglich und mit Blick auf die gegenwĂ€rtige Lage jetzt geboten." Bislang habe die Bundesregierung keinen Vorschlag vorgelegt, der dem auch nur annĂ€hernd entspreche.

Die Ampel-Regierung hatte zuvor GesprĂ€che mit Union und LĂ€ndern ĂŒber ein mögliches gemeinsames Vorgehen in der Migrationspolitik gefĂŒhrt. CDU-Chef Friedrich Merz hatte diese nach der zweiten Runde fĂŒr gescheitert erklĂ€rt. Der Erste Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, sagte am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz", dass ZurĂŒckweisungen ein entscheidender Punkt seien, der in einem Gesamtpaket enthalten sein mĂŒsse.

Die Unionsfraktion vertritt die Auffassung, dass auch Menschen, die Asyl beantragen wollen, direkt an der Grenze zurĂŒckgewiesen werden könnten - denn fĂŒr ihr Verfahren sei nach den Dublin-Regeln ohnehin der EU-Staat zustĂ€ndig, ĂŒber den sie zuerst eingereist seien. Derzeit werden nur AuslĂ€nder zurĂŒckgewiesen, gegen die schon eine Einreisesperre verhĂ€ngt wurde oder die kein Asylgesuch vorbringen.

Auch Politiker der Koalitionspartei FDP befĂŒrworten ZurĂŒckweisungen. FDP-GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai sagte zu "Bild": Wir stehen bei Migration der Union nahe. Wir sind auch nach wie vor bereit, ihre VorschlĂ€ge gemeinsam umzusetzen." CDU-Politiker Frei bedauerte, dass die Koalition zunĂ€chst nicht ĂŒber den Antrag im Bundestag abstimmen wolle, sondern ihn in die AusschĂŒsse verschiebe. "Wir hĂ€tten gerne auch darĂŒber abgestimmt. Damit hĂ€tte die FDP die Gelegenheit bekommen, den Worten Taten folgen zu lassen", sagte Frei im Deutschlandfunk.

@ dpa.de