Berliner Lehrer: Zwei Millionen Stunden unbezahlte Mehrarbeit jÀhrlich
06.06.2026 - 06:49:26 | boerse-global.de
Aktuelle Studien und Urteile zeigen: Arbeitnehmer arbeiten hÀufiger unbezahlt, krank oder ohne ausreichende Erholung.
Berliner Lehrer klagen gegen unbezahlte Ăberstunden
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bereitet Klagen gegen den Berliner Senat vor. Ziel: ein rechtssicheres Verfahren zur Arbeitszeiterfassung fĂŒr LehrkrĂ€fte. Hintergrund ist eine Studie der UniversitĂ€t Göttingen vom Juni 2025.
Das EuGH-Urteil verpflichtet Unternehmen zur lĂŒckenlosen Dokumentation der Arbeitszeit, doch bei der Umsetzung lauern oft teure BuĂgeld-Fallen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die gesetzlichen Vorgaben zur Zeiterfassung und Ăberstundenregelung rechtssicher in Ihren Betrieb integrieren. Jetzt kostenlose Checkliste zur Arbeitszeiterfassung sichern
Das Ergebnis: Berliner Lehrer leisten jĂ€hrlich mehr als zwei Millionen Stunden unbezahlte Mehrarbeit. Rund 64 Prozent arbeiten ĂŒber ihr Soll hinaus, 30 Prozent ĂŒberschreiten regelmĂ€Ăig die 48-Stunden-Grenze. Nur 31 Prozent der Arbeitszeit entfĂ€llt tatsĂ€chlich auf Unterricht. Rechnerisch fehlen mehr als 1.300 zusĂ€tzliche Vollzeitstellen zur Entlastung. Ein Personalrat in Tempelhof-Schöneberg hat bereits die Einigungsstelle angerufen.
Krank zur Arbeit: Milliardenschaden durch PrÀsentismus
Auch die Schweiz liefert alarmierende Zahlen. Laut Schweizerischem Gewerkschaftsbund (SGB) liegen krankheitsbedingte Abwesenheiten 80 Millionen Stunden ĂŒber dem Vorkrisen-Niveau. Die Invalidisierungswahrscheinlichkeit stieg seit 2020 um zehn Prozent.
Besonders teuer: PrĂ€sentismus â Arbeiten trotz Krankheit. Die Kosten dafĂŒr werden auf 33,7 Milliarden Franken geschĂ€tzt. Zum Vergleich: Absentismus (Fernbleiben) schlĂ€gt mit 18,6 Milliarden Franken zu Buche. Kritik gibt es auch an den Unternehmen: Nur 46 Prozent fĂŒhren Risikobeurteilungen durch, der EU-Schnitt liegt bei 77 Prozent.
Hitze macht krank â und teuer
Das Potsdam-Institut fĂŒr Klimafolgenforschung (PIK) hat Daten von 9,7 Millionen Versicherten ausgewertet. Ergebnis: An Tagen mit ĂŒber 30 Grad Celsius steigen die Krankmeldungen um 3,5 Prozent. Bei mehrtĂ€gigen Hitzewellen verstĂ€rkt sich der Effekt deutlich.
Der wirtschaftliche Schaden einer dreitĂ€gigen Hitzeperiode? Rund 32 Millionen Euro. Besonders betroffen: Logistik, Bau und Landwirtschaft. Die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat deshalb aktualisierte LeitfĂ€den veröffentlicht â mit flexiblen Arbeitszeiten und Hydratationskonzepten.
Urlaub: Zwei-Wochen-Grenze ist rechtswidrig
Das Landesarbeitsgericht ThĂŒringen hat im MĂ€rz 2026 klargestellt: Betriebliche Regelungen, die zusammenhĂ€ngenden Urlaub auf maximal zwei Wochen begrenzen, sind unzulĂ€ssig. Urlaub muss grundsĂ€tzlich am StĂŒck gewĂ€hrt werden â es sei denn, zwingende betriebliche GrĂŒnde sprechen dagegen.
Viele Unternehmen riskieren rechtliche Auseinandersetzungen, weil sie unzulĂ€ssige Klauseln in ihren VertrĂ€gen nutzen â etwa bei Urlaubsregelungen oder Ausschlussfristen. Nutzen Sie diese 19 rechtssicheren Muster-Formulierungen, um Ihre ArbeitsvertrĂ€ge sofort an die aktuelle Rechtsprechung und das Nachweisgesetz anzupassen. Kostenloses E-Book mit Muster-Klauseln herunterladen
Ein weiterer Fall aus Oberösterreich: Die Arbeiterkammer erwirkte eine Nachzahlung fĂŒr eine Lieferdienst-Angestellte. Nach einer fristwidrigen KĂŒndigung hatte der Arbeitgeber Minusstunden mit ihrem Urlaubsanspruch verrechnet. Die Richter stellten klar: Minusstunden bei geringer Auftragslage sind Unternehmerrisiko â und dĂŒrfen nicht einseitig durch Urlaubsabzug ausgeglichen werden.
WM 2026: Gastro-BeschÀftigte fordern faire PlÀne
Vor der FuĂball-Weltmeisterschaft im Juni 2026 werden die Stimmen lauter. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-GaststĂ€tten (NGG) im Ruhrgebiet fordert frĂŒhzeitige und faire DienstplĂ€ne fĂŒr die rund 8.260 BeschĂ€ftigten im Kreis Recklinghausen.
In den Mitte Juni beginnenden Tarifverhandlungen geht es nicht nur um Lohnsteigerungen. Auch die Einhaltung von Ruhezeiten steht auf der Agenda. Fachleute betonen: WĂ€hrend solcher Ereignisse braucht es klare Regeln fĂŒr Fernsehkonsum oder Liveticker â der reibungslose Betriebsablauf hat aber stets Vorrang.
