Industrie Studie: BetriebsrĂ€te verhindern LohnkĂŒrzungen durch Automatisierung
04.11.2025 - 10:05:01
BeschĂ€ftigte in der Produktion profitieren von BetriebsrĂ€ten, wenn Unternehmen Industrieroboter einfĂŒhren.
Das zeigt eine neue Studie vom Ifo-Institut in Kooperation mit der UniversitĂ€t Konstanz und dem Institut fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
"BetriebsrĂ€te sorgen sowohl fĂŒr eine höhere WeiterbeschĂ€ftigung als auch fĂŒr höhere Löhne bei den weiterbeschĂ€ftigten Produktionsmitarbeitern", sagte Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard Ifo-Zentrums fĂŒr Soziale Marktwirtschaft in FĂŒrth.
Der positive Effekt von BetriebsrĂ€ten ist dabei nicht auf ungewöhnlich hohe Lohn- oder EinkommenszuwĂ€chse in Betrieben mit BetriebsrĂ€ten zurĂŒckzufĂŒhren, sondern darauf, dass BetriebsrĂ€te Routinearbeiter in der Produktion vor sinkenden Löhnen durch Automatisierung schĂŒtzen. Gleichzeitig begrenzen sie jedoch das Lohn- und Einkommenswachstum fĂŒr Nicht-Produktionsarbeiter.
"BetriebsrĂ€te tragen dazu bei, dass die Lohnungleichheit innerhalb eines Betriebs in Zeiten der Automatisierung nicht zunimmt, allerdings teilweise auch auf Kosten der anderen Arbeitnehmer im Unternehmen", sagte Wolfgang Dauth, Forschungsbereichsleiter am IAB NĂŒrnberg und Professor an der UniversitĂ€t Bamberg.
Die Studie zeigt auĂerdem, dass Unternehmen mit Betriebsrat produktiver sind als Unternehmen ohne Betriebsrat.
"Werke mit BetriebsrĂ€ten sind in unserer Stichprobe bereits vor der EinfĂŒhrung von Robotern um etwa zehn Prozent produktiver, obwohl dieser anfĂ€ngliche Unterschied statistisch nicht signifikant ist", sagte Schlenker. "Nach der Automatisierung vergröĂert sich der ProduktivitĂ€tsunterschied jedoch auf fast 30 Prozent, was sowohl statistisch als auch wirtschaftlich signifikant ist."
Grundlage der Studie sind Daten des IAB-Betriebspanels, einer jĂ€hrlichen Erhebung, die rund 15.000 Betriebe in Deutschland umfasst. Sie enthĂ€lt unter anderem Informationen zu betrieblicher Mitbestimmung und dem Einsatz von Robotern. Die Autoren verknĂŒpfen diese Umfragedaten mit administrativen Individualdaten.