Deutsche Bahn, Homeoffice

Deutsche Bahn verlangt künftig drei Präsenztage pro Woche

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 08:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Beschäftigte in geeigneten Bürojobs sollen künftig deutlich häufiger vor Ort arbeiten. Der Konzern verbindet die Vorgabe mit seiner laufenden Neuausrichtung und will sie bis Ende 2027 umsetzen.

Deutsche Bahn verschärft Homeoffice-Regeln für Mitarbeiter
Logo der Deutschen Bahn (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Deutsche Bahn verschärft die Homeoffice-Regeln für ihre Mitarbeiter in Bürojobs. Künftig sollen sie mindestens drei Tage pro Woche in Präsenz arbeiten.

Neue Vorgabe bis Ende 2027

Die Regelung soll bis Ende 2027 im gesamten Konzern umgesetzt sein. Bisher mussten Bahnmitarbeiter, die mobil arbeiten können, mindestens einen Tag pro Woche im Büro sein.

Die neue Vorgabe geht aus einem Schreiben des Konzernvorstands an Führungskräfte hervor, aus dem der Tagesspiegel berichtet. An der Spitze des Vorstands steht die Vorsitzende Evelyn Palla.

Bahn begründet Schritt mit Konzernumbau

Der Vorstand begründet die verschärfte Präsenzregelung mit der umfassenden Neuausrichtung der Deutschen Bahn. Neue Strukturen entstünden, Teams fänden sich neu zusammen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten veränderten sich.

Gerade in dieser Phase sei es wichtig, dass sich die Beschäftigten regelmäßig persönlich begegneten, gemeinsam arbeiteten und im direkten Austausch Lösungen entwickelten, heißt es in dem Schreiben. Präsenz stärke Zusammenarbeit und Zusammenhalt und sei damit „ein wichtiger Baustein für den Neustart“ des Konzerns.

Mehrheit der Beschäftigten nicht im Homeoffice

Palla und ihre Vorstandskollegen weisen zugleich darauf hin, dass der Großteil der Bahnbeschäftigten ohnehin nicht im Homeoffice arbeiten kann. Diese Mitarbeiter sind im Eisenbahnbetrieb tätig, etwa in Zügen, Bussen, Werkstätten, Bahnhöfen oder Leitstellen.

Auch vor diesem Hintergrund bezeichnet der Vorstand regelmäßige persönliche Zusammenarbeit dort, wo mobiles Arbeiten möglich ist, als ein wichtiges Zeichen des Zusammenhalts im Konzern.

Die Deutsche Bahn begründet die Ausweitung der Präsenzpflicht mit dem laufenden Konzernumbau. Bis Ende 2027 sollen die neuen Vorgaben schrittweise im gesamten Konzern umgesetzt werden. Für Beschäftigte in Bürojobs bedeutet dies eine deutliche Veränderung gegenüber der bisherigen Regelung, die mindestens einen Präsenztag pro Woche vorsah.

Der Schritt steht zugleich in einem größeren Trend vieler Unternehmen, mobile Arbeit stärker zu begrenzen. Als Gründe werden häufig der direkte Austausch, die Zusammenarbeit neu zusammengesetzter Teams und eine stärkere Bindung an den Arbeitgeber genannt. Auch bei der Bahn betrifft die Regelung nur Beschäftigte, deren Aufgaben mobiles Arbeiten grundsätzlich zulassen. Der überwiegende Teil der Belegschaft arbeitet bereits an Orten, an denen Homeoffice nicht möglich ist.

Folgen für Beschäftigte und Konzernumbau

Für die betroffenen Mitarbeiter steigt der verbindliche Büroanteil von mindestens einem auf mindestens drei Tage pro Woche. Das kann den Arbeitsalltag, Pendelwege und die Organisation von Betreuung oder Pflege verändern. Zugleich soll die stärkere Präsenz die Zusammenarbeit während der Neuausrichtung erleichtern, in der sich Zuständigkeiten, Strukturen und Teams verändern.

Die Umsetzung bis Ende 2027 lässt Raum für eine stufenweise Einführung innerhalb des Konzerns. Entscheidend wird sein, wie die Vorgabe auf unterschiedliche Tätigkeiten und Standorte angewandt wird und ob einzelne Bereiche besondere Regelungen erhalten. Die Debatte über Produktivität, Unternehmenskultur und die Attraktivität von Büroarbeitsplätzen dürfte damit auch bei der Bahn weiter an Bedeutung gewinnen.

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