Bestandsanlagen, DIN

Bestandsanlagen: DIN 1988-600 bringt keine allgemeine Austauschpflicht

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Euralarm empfiehlt strenge Entsorgungswege; die DIN 1988-600 begrenzt Trennstationen auf bestimmte Anlagen und verlangt keinen pauschalen Austausch.

Brandschutz: Neue Regeln fĂŒr Löschschaum und WasseranschlĂŒsse
Industrielle Rohrleitungen und Ventile einer modernen Wasseranlage in einem technischen Betriebsraum. Illustration mit AI erstellt.

FĂŒr Betreiber von Brandschutzanlagen und Sicherheitsverantwortliche gelten verschĂ€rfte MaßstĂ€be beim Umweltschutz und der Anlagentechnik. Der Branchenverband Euralarm hat mit dem Leitfaden zur Entsorgung von Löschschaummedien eine umfassende Richtlinie fĂŒr europĂ€ische LĂ€nder und das Vereinigte Königreich herausgegeben.

Zeitgleich stehen Unternehmen vor den praktischen Anforderungen der seit Anfang des Jahres geltenden Neufassung der Norm DIN 1988-600, die spezifische Anschlussarten an LöschwasserĂŒbergabestellen regelt.

Strenge Entsorgungswege fĂŒr fluorierte und fluorfreie SchĂ€ume

Die von Euralarm vorgelegte Richtlinie behandelt rechtliche Vorgaben sowie die Handhabung, Lagerung, den Transport und die fachgerechte Entsorgung von Feuerlöschschaummitteln. Der Verband stellt darin klar, dass grundsÀtzlich alle LöschschÀume bis zum Nachweis des Gegenteils als potenziell gefÀhrlich einzustufen sind.

Entsprechend mĂŒssen die Medien vollstĂ€ndig eingekapselt und ausschließlich ĂŒber behördlich zugelassene Wege fĂŒr gefĂ€hrliche AbfĂ€lle entsorgt werden. Eine unkontrollierte Einleitung in die Umwelt oder in das Abwassernetz ist zwingend zu vermeiden.

Besondere Sorgfalt verlangen fluorierte Substanzen. FĂŒr PFAS-haltige SchĂ€ume empfiehlt und fordert die Richtlinie in vielen FĂ€llen eine Hochtemperaturverbrennung in speziell dafĂŒr genehmigten Anlagen, um eine vollstĂ€ndige Zersetzung der langlebigen Chemikalien sicherzustellen.

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Zudem rĂ€t der Verband Betreibern dazu, auf fluorfreie Alternativen umzustellen und geschlossene RĂŒckgewinnungssysteme einzusetzen, um Austritte bei PrĂŒfungen oder EinsĂ€tzen zu verhindern.

DIN 1988-600 regelt AnschlĂŒsse an das Trinkwassernetz neu

Neben dem Umgang mit Löschmitteln greifen im anlagentechnischen Brandschutz verÀnderte technische Regeln. Die seit Januar 2026 geltende Neufassung der DIN 1988-600 löst die vorherige Version aus dem Juli 2021 ab.

Eine zentrale Neuerung betrifft die Aufnahme der Trennstation nach DIN 14467 in die Tabelle der zulĂ€ssigen Anschlussarten an LöschwasserĂŒbergabestellen. Zudem verweist das Regelwerk ausdrĂŒcklich auf die DIN 14467 sowie das Arbeitsblatt DVGW W 551-5, um den hygienischen Schutz des Trinkwassers vor RĂŒckflĂŒssen aus Löschanlagen abzusichern.

Einsatzgrenzen und Bestandsschutz fĂŒr Löschanlagen

Der Einbau einer solchen Trennstation ist nach den Vorgaben der Norm jedoch nicht fĂŒr jede Anlage zulĂ€ssig. Das Anwendungsspektrum beschrĂ€nkt sich auf bestimmte Sprinkleranlagen, offene DĂŒsenanlagen sowie Wandhydrantenanlagen.

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AusdrĂŒcklich ausgeschlossen ist der Einsatz unter anderem dann, wenn der Löschanlage chemische Zusatzmittel beigemischt werden, weitere Einspeisungen vorhanden sind oder eine zusĂ€tzliche Druckhaltung beziehungsweise Druckerhöhung erfolgt.

FĂŒr EigentĂŒmer bestehender Installationen bringt das Regelwerk Klarheit hinsichtlich bestehender Systeme: Aus der Neufassung der DIN 1988-600 leitet sich keine allgemeine Austauschpflicht fĂŒr bereits in Betrieb befindliche Bestandsanlagen ab. Anpassungen sind primĂ€r bei Neuplanungen sowie wesentlichen Änderungen an der Trinkwasser- und Löschwasserinfrastruktur zu berĂŒcksichtigen.

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