Betriebsrente, Arbeitgeber

Betriebsrente: Arbeitgeber fordern Steuerfreiheit ab Beitrag

Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vor dem Sozialpartnerdialog fordern Wirtschaft und Gewerkschaften unterschiedliche Reformen der betrieblichen Altersvorsorge. Die Positionen reichen von Steuerfreiheit bis zur Pflicht.

Betriebsrente im Fokus: Arbeitgeber und Gewerkschaften fordern Reformen
Ein sauberer Schreibtisch in einem modernen Büro mit einem Notizbuch und Füller vor einem verschwommenen Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Vorfeld des anstehenden Sozialpartnerdialogs zur Reform der betrieblichen Altersvorsorge hat der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Oliver Zander, weitreichende Änderungen am bestehenden System angemahnt.

Am 23. August forderte er eine umfassende Steuer- und Beitragsfreiheit für Betriebsrenten. Dieser Vorstoß bezieht sich explizit sowohl auf die phase der Beitragszahlung als auch auf die spätere Auszahlungsphase im Rentenalter.

Wirtschaft mahnt Entlastungen und Haftungsregeln an

Flankiert werden die Forderungen der Industrie durch Positionen aus dem Mittelstand. Christoph Ahlhaus, Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), sprach sich am 23. August ebenfalls für eine grundlegende Modernisierung der betrieblichen Vorsorgestrukturen aus.

Nach Ansicht des Verbandes seien bessere Angebote sowie eine vereinfachte Mitnahme der Betriebsrente bei einem Arbeitsplatzwechsel notwendig, um die Attatktivität des Modells zu steigern.

Ein wesentlicher Kritikpunkt der mittelständischen Wirtschaft betrifft die rechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen. Ahlhaus verlangte in diesem Zusammenhang die Abschaffung der aktuellen Arbeitgeberhaftung sowie der bestehenden Garantieverpflichtungen.

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Das Ziel müsse es sein, die Regeln für die betriebliche Altersvorsorge insgesamt transparenter, unbürokratischer und flexibler zu gestalten, um den administrativen Aufwand für Betriebe zu reduzieren.

Gewerkschaften fordern Verpflichtungen für Arbeitgeber

Auf der Seite der Arbeitnehmervertreter werden hingegen Forderungen nach einer stärkeren gesetzlichen Regulierung laut. Verdi-Chef Frank Werneke sprach sich am 23. August für die Einführung einer gesetzlichen Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge aus. Um das Ziel einer Gesamtrente in Höhe von 70 Prozent des Nettolohns zu erreichen, seien zudem verpflichtende Beiträge durch die Arbeitgeber unerlässlich.

Unterstützung für diesen Kurs kam von der GEW-Vorsitzenden Maike Finnern. Sie forderte die Arbeitgeberseite dazu auf, ihre bisherige Blockadehaltung in der Debatte um die betriebliche Altersvorsorge aufzugeben. Damit positionieren sich die Gewerkschaften klar gegen die von Wirtschaftsverbänden geforderte Freiwilligkeit und Entlastung bei der Haftung.

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Zeitplan für den Sozialpartnerdialog steht fest

Die gegensätzlichen Positionen der Sozialpartner bilden die Grundlage für die kommenden Verhandlungen auf politischer Ebene. Der offizielle Zeitplan sieht vor, dass die beteiligten Verbände und Organisationen ihre detaillierten Stellungnahmen bis zum 17. September einreichen können.

Nach dieser Vorbereitungsphase ist für den 8. Oktober die Auftaktveranstaltung des Sozialpartnerdialogs in Berlin geplant. Dieses Treffen gilt als entscheidender Schritt, um die unterschiedlichen Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern abzugleichen und mögliche gesetzliche Neuregelungen vorzubereiten.

Im Fokus steht dabei die Frage, wie die betriebliche Vorsorge als zweite Säule des Rentensystems gestärkt werden kann, ohne die finanzielle Stabilität der Unternehmen oder die Rentensicherheit der Beschäftigten zu gefährden.

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