Bielefelder, Shortcut

Bielefelder Shortcut: Firmengründung ab Juli in einem Tag

18.06.2026 - 09:49:07 | boerse-global.de

Bielefeld startet Pilotprojekt zur Firmengründung in 24 Stunden. Das Modell soll Bürokratie abbauen und erhält breite politische Unterstützung.

Bielefeld führt 24-Stunden-Firmengründung ab Juli 2026 ein
Bielefelder - Ein stilisiertes Zifferblatt mit schnell bewegten Zeigern, überlagert von digitalen Symbolen für Unternehmensgründung, vor der Stadt Bielefeld. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das neue Verfahren namens „Bielefelder Shortcut“ soll den gesamten Gründungsprozess – vom Notartermin bis zur Steuernummer – in 24 Stunden abwickeln. Damit reagiert die Stadt auf die oft kritisierte Dauer von Gründungen in Deutschland, die üblicherweise vier bis acht Wochen dauert.

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Gebündelte Prozesse für schnelleren Marktstart

Das Modell umfasst alle notwendigen Schritte: Notartermin, Bereitstellung einer operativen Gesellschaft (UG oder GmbH), Geschäftskontoeröffnung, Zuteilung der Steuernummer und Aufbau einer Holdingstruktur. Digitalisierte und gebündelte Prozesse sollen bürokratische Hemmnisse abbauen.

Vorgestellt wurde das Projekt auf der Start-up-Messe „Hinterland of Things“ von Projektleiterin Hanna Drabon (Wirtschaftsförderung Bielefeld) und Dominik Gross, CEO der Founders Foundation. Getragen wird das Modell von fünf Partnern: der Wirtschaftsförderung WEGE mbH, der Founders Foundation, der Volksbank Ostwestfalen, dem Teuto Seed Club sowie der Agentur The Trailblazers.

Die Volksbank stellt die operative Gesellschaft und ein kostenloses Geschäftskonto. Zusätzlich gewährt die WEGE mbH Gründern einen Mietkostenzuschuss von bis zu 64.000 Euro über vier Jahre.

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Politische Unterstützung und überregionale Forderungen

Das Pilotprojekt stößt auf breite Zustimmung. NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur betonte ihre Unterstützung und formulierte das Ziel, eine 24-Stunden-Gründung bis Ende 2026 flächendeckend zu ermöglichen. Auch Bielefelds Oberbürgermeisterin Christiana Bauer begrüßte die Initiative als wichtigen Schritt zur Entlastung von Gründern.

Die Entwicklung fällt in eine Zeit verstärkten politischen Drucks aus der Wirtschaft. Mehr als 100 namhafte Gründer und Manager – darunter Vertreter von Zalando, Flix, Ecosia und Home24 – haben sich in einem Appell an die Bundesregierung gewandt. Unter dem Titel „Für eine neue Gründerzeit, jetzt“ fordert der Startup-Verband eine grundlegende wirtschaftspolitische Wende.

Forderungskatalog für den Koalitionsausschuss

Der Brandbrief richtet sich unter anderem an die Bundesregierung und fordert konkrete Reformen für den Wirtschaftsstandort. Zentraler Punkt des Zehn-Punkte-Plans: die flächendeckende Einführung der 24-Stunden-Gründung nach Bielefelder Vorbild.

Zusätzlich verlangen die Unterzeichner – darunter Verbandschefin Verena Pausder und Ex-Manager René Obermann – den Abbau von Bürokratie, einen flexibleren Kündigungsschutz und verstärkte Investitionen in künstliche Intelligenz. Der Appell ist zeitlich auf den Koalitionsausschuss am 1. Juli 2026 ausgerichtet. Die Unterzeichner warnen vor einem weiteren Verlust an wirtschaftlicher Substanz und verweisen auf den Wegfall von monatlich rund 10.000 Arbeitsplätzen in der Industrie – ein Verlust, den es durch neue Dynamik im Startup-Sektor auszugleichen gelte.

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