Nordkorea, Binance

Binance-Raub: Nordkorea weist Vorwurf von 6 Milliarden zurück

Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 06:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Pjöngjang weist die Verantwortung für den bislang größten Angriff auf eine Kryptobörse zurück. Die US-Bundespolizei hatte eine von Nordkorea unterstützte Hackergruppe für den Milliardenverlust verantwortlich gemacht.

Nordkoreas Reaktion auf den Binance-Fall

  • Kim Yo Jong bezeichnete die US-Anschuldigung als „absurd“ und als schwerwiegende politische Provokation.
  • Das FBI machte in der vergangenen Woche eine von Nordkorea unterstützte Hackergruppe für den Angriff verantwortlich.
  • Die mutmaßliche Beute von mehr als sechs Milliarden Dollar übersteigt den nordkoreanischen Außenhandel des Vorjahres.
  • Kim Yo Jong, Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, hat Anschuldigungen nach dem größten Raub bei einer Kryptobörse zurückgewiesen. (Archivbild) - Bild: Jorge Silva/Pool Reuters via AP/dpa
  • Kryptowährung - Bild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa
Kim Yo Jong, Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, hat Anschuldigungen nach dem größten Raub bei einer Kryptobörse zurückgewiesen. (Archivbild) - Bild: Jorge Silva/Pool Reuters via AP/dpa Kryptowährung - Bild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Nordkorea weist Verantwortung für Binance-Raub zurück

Nordkorea hat den Vorwurf der USA zurückgewiesen, für den Diebstahl von Kryptowährungen im Wert von mehr als sechs Milliarden Dollar bei Binance verantwortlich zu sein. Kim Yo Jong bezeichnete die Anschuldigung als „absurd“ und als „schwerwiegende politische Provokation“.

Schadenssumme übertrifft Nordkoreas Außenhandel

Beim Binance-Raub handelt es sich gemessen an der Schadenssumme um den bisher größten Hackerangriff auf eine Kryptobörse. Die mutmaßlich gestohlene Summe von mehr als sechs Milliarden Dollar entspricht rund 5,4 Milliarden Euro.

Zum Vergleich: Die südkoreanische Zentralbank schätzt, dass Nordkoreas gesamter Außenhandel im vergangenen Jahr etwa 3,1 Milliarden US-Dollar betrug. Die mutmaßliche Beute wäre damit ungefähr doppelt so hoch wie das jährliche Außenhandelsvolumen des Landes.

Kim Yo Jong spricht von politischer Provokation

Kim warf Washington vor, Nordkorea regelmäßig ohne Belege mit internationaler Cyberkriminalität in Verbindung zu bringen. Die wiederholten Anschuldigungen zielten darauf ab, das internationale Ansehen Nordkoreas zu beschädigen und dessen Souveränität zu verletzen.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA Pjöngjang für einen Hackerangriff auf die Kryptobörse Bybit verantwortlich gemacht. Damals waren rund 1,5 Milliarden Dollar in Digitalwährungen erbeutet worden.

FBI beschuldigt nordkoreanische Hacker

Das FBI hatte Nordkorea in der vergangenen Woche für den Diebstahl bei Binance verantwortlich gemacht. Eine von Nordkorea unterstützte Hackergruppe sei an dem Angriff beteiligt gewesen, erklärte die US-Bundespolizei.

Nordkoreanische Hacker werden von internationalen Sicherheitsforschern seit Jahren mit zahlreichen Angriffen auf Kryptoplattformen in Verbindung gebracht. Die erbeuteten Gelder sollen unter anderem zur Finanzierung der nordkoreanischen Waffenprogramme dienen.

Der Fall reiht sich in eine wachsende Serie spektakulärer Angriffe auf Kryptobörsen ein. Die Schadenssumme von mehr als sechs Milliarden US-Dollar übertrifft nach der dpa-Meldung den geschätzten gesamten nordkoreanischen Außenhandel des Vorjahres deutlich und macht den Vorgang auch jenseits der Kryptobranche politisch relevant.

Nordkoreanische Hackergruppen werden seit Jahren mit Angriffen auf digitale Vermögenswerte in Verbindung gebracht. Internationale Sicherheitsbehörden und Forscher führen solche Operationen unter anderem auf die systematische Beschaffung von Devisen zurück, während Pjöngjang die Vorwürfe regelmäßig als politisch motiviert zurückweist.

Finanzielle Risiken für Kryptobörsen

Für Nutzer und Plattformen rückt damit erneut die Frage in den Vordergrund, wie Hot-Wallets, Zugänge und interne Kontrollsysteme gegen staatlich unterstützte Cyberangriffe geschützt werden. Je größer die betroffenen Summen, desto stärker können solche Vorfälle das Vertrauen in Handelsplätze und digitale Vermögenswerte belasten.

Der Vergleich mit dem Bybit-Angriff aus dem vergangenen Jahr zeigt zudem, dass sich die Vorwürfe gegen Nordkorea nicht auf einen einzelnen Vorfall beschränken. Politisch dürfte die Reaktion Kim Yo Jongs die Konfrontation zwischen Washington und Pjöngjang im Bereich Cyberkriminalität weiter verschärfen; zugleich bleibt die Rückführung gestohlener Vermögenswerte eine zentrale praktische Herausforderung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „FBI: Nordkorea soll hinter Binance-Krypto-Hack über 6,3 Mrd. $ stehen“ (01.11.2026)

Der Beitrag ordnet die FBI-Beschuldigung und die genannte Schadenssumme von 6,3 Milliarden Dollar ein. Im Mittelpunkt stehen der mutmaßliche Zugriff auf Hot-Wallets und die Zuordnung des Angriffs zu Nordkorea.

Deutschlandfunk: „Hackerangriff - FBI macht nordkoreanische Hacker für Angriff auf Kryptowährungsbörse Binance verantwortlich“ (02.11.2026)

Der Deutschlandfunk habe berichtet, das FBI mache nordkoreanische Hacker für den Angriff verantwortlich; betroffen seien Vermögenswerte im Wert von 6,3 Milliarden Dollar. Damit bestätige der Beitrag den US-Vorwurf, während die dpa-Meldung zusätzlich die Zurückweisung durch Kim Yo Jong in den Mittelpunkt stelle.

Beide Beiträge stimmten in der Größenordnung des Angriffs und der US-Zuordnung überein. Offen bleibe in der aktuellen politischen Auseinandersetzung vor allem, wie Pjöngjang auf weitere Vorwürfe reagieren werde und in welchem Umfang Vermögenswerte gesichert werden könnten.

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