Blackout-Übung, Trier

Blackout-Übung in Trier: 25 Anlaufstellen für den Notfall aktiviert

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr als 3.500 Einsatzkräfte erprobten landesweit Meldeketten und Notfallmaßnahmen; in Trier wurden 25 Anlaufstellen eingerichtet.

Rheinland-Pfalz testet Katastrophenschutz mit über 180 Übungen
Eine stürmische, verregnete Landschaft bei düsterem Wetter mit tiefhängenden Wolken über einer hügeligen Waldregion. Illustration mit AI erstellt.

In Rheinland-Pfalz hat der zweite landesweite Übungstag des Katastrophenschutzes stattgefunden. Mit über 180 Einzelübungen und bis zu 5.000 beteiligten Einsatzkräften von Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Fachbehörden handelte es sich um einen der umfangreichsten Stresstests für die Notfallinfrastruktur des Landes. Das angenommene Szenario bildete eine schwere Kaltfront aus Frankreich ab, die mit extremem Starkregen, Gewittern mit hohem Blitzaufkommen und Sturmböen von 90 bis 120 km/h in exponierten Lagen über das Bundesland hinwegzog.

Meldewege und Koordination in Echtzeit

Ein zentraler Schwerpunkt des Großmanövers lag auf der Überprüfung der Führungs- und Meldestrukturen. Getestet wurden die Kommunikations- und Meldewege von den Landkreisen und kreisfreien Städten über die Integrierten Leitstellen bis hin zum Lagezentrum Bevölkerungsschutz des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK). Die verschiedenen Einsatzszenarien wurden dabei in Echtzeit im zentralen Leitstellensystem eingespielt und abgearbeitet.

Insgesamt waren nach Behördenberichten vom 26. September 2026 mehr als 3.500 Einsatzkräfte direkt an den über 180 Übungseinheiten aktiv. Neben den Feuerwehren und Rettungsdiensten waren auch das Technische Hilfswerk (THW), die Bundeswehr sowie diverse Fachbehörden in die Bewältigung der simulierten Unwetterlage und der daraus resultierenden Stromausfälle eingebunden.

Innenminister Achim Schwickert (CDU) zog ein positives Fazit der landesweiten Übung. LfBK-Präsident René Schubert verwies zugleich darauf, dass eine kontinuierliche Intensivierung der behördlichen Arbeitsstrukturen notwendig bleibe.

Stromausfallszenario und Notfallanlaufstellen in Trier

Wie komplex die Anforderungen vor Ort ausfielen, zeigte sich unter anderem in Trier. Dort trainierten mehr als 150 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, aller elf Freiwilligen Feuerwehren sowie von THW, DRK, ASB, DLRG und Maltesern die Bewältigung eines flächendeckenden Stromausfalls infolge eines schweren Unwetters.

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Bei der Trierer Katastrophenschutzübung wurde ein flächendeckender Stromausfall durchgespielt — 25 Notfall-Anlaufstellen wurden dafür aktiviert, in Feuerwehrgerätehäusern, öffentlichen Gebäuden, Bussen der Stadtwerke und Fahrzeugen mit Notstrom. Wer für den Ernstfall vorbereitet sein will, findet in diesem kostenlosen Leitfaden eine Schritt-für-Schritt-Checkliste, eine Übersicht der Anlaufstellen und eine Notfallplan-Vorlage für Familien und Betriebe. Kostenlosen Blackout-Vorsorge-Leitfaden anfordern

Das Szenario sah ab 09.00 Uhr zunächst einen Ausfall auf der linken Moselseite vor, der sich ab 10.30 Uhr zu einem vollständigen Blackout im gesamten Stadtgebiet ausweitete. Der reale Strom wurde während des Probelaufs nicht abgeschaltet, sodass der reguläre Tagesbetrieb ungestört weiterlief.

Im Stadtgebiet wurden 25 Notfall-Anlaufstellen aktiviert. Diese befanden sich in Feuerwehrgerätehäusern, öffentlichen Gebäuden, Firmenstandorten mit Notstromversorgung sowie in Bussen der Stadtwerke und Einsatzfahrzeugen. Ziel war es, für die Bevölkerung eine fußläufige Erreichbarkeit von Hilfsangeboten sicherzustellen.

Zur Kenntlichmachung wurden Fahrzeuge mit Blaulicht positioniert, während Ortsvorsteher die Koordination und Information übernahmen. Getestet wurden zudem ein Notfunkkonzept mit zwei mobilen Funkmasten sowie logistische Abläufe der Kraftstoffverteilung. Auf Sirenen oder Lautsprecherdurchsagen wurde verzichtet, um die reguläre Einsatzbereitschaft nicht zu beeinträchtigen.

Etablierung als jährliches Format

Der landesweite Übungstag soll künftig fest im rheinland-pfälzischen Sicherheitskonzept verankert werden und regulär an jedem letzten Samstag im September stattfinden; eine Fortführung ist für 2027 fest eingeplant. Beim ersten Durchlauf im September 2025 waren rund 100 Einzelübungen absolviert worden.

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Damals stand unter anderem im Tunnel Dernbach/Süd bei Montabaur ein schweres Zugunglück im Fokus: Nach dem Zusammenstoß eines ICE mit einer Schafherde wurden seinerzeit rund 400 Einsatzkräfte alarmiert, um die Rettung von 150 simulierten Verletzten und deren Transport in umliegende Krankenhäuser in Dernbach, Dierdorf, Montabaur und Selters zu koordinieren. Die deutliche Aufstockung der Übungseinheiten unterstreicht die wachsende Bedeutung koordinierter Notfallpläne im Land.

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